Auf dem Weg zur Heiligen Franziska

Die Wege des Herrn sind wundersam, und wen er bestimmt, in seinem Namen zu sprechen, ist allein seine Sache. So kommt es ihm nicht auf formale Abschlüsse (Schule, Hochschule, Berufsausbildung) an, sondern auf die Größe des Herzens, auf die innere Kraft, seine Schöpfung zu schützen und bewahren zu wollen.

Und wie er einst, nämlich im 12. Jahrhundert, Giovanni Battista Bernadone, den Sohn eines italienischen Tuchhändlers, berief, ihm zu folgen, so dass wir diesen Giovanni (=Johannes) heute Franziskus und einen Heiligen nennen, so berief er nun jene Katrin zu sich, die ein nach dem Abitur im Jahre 1984 in Leipzig begonnenes Studium der Theologie schon 1988 wieder abbrach, sich ohne jeglichen Abschluss seit dieser Zeit im weltlichen Betrieb des Politikmachens herumtrieb, aber ihm (also jenem höheren Wesen, das wir verehren, wie es bei Böll in „Dr. Murkes gesammeltes Schweigen“ heißt) doch im Geiste des Heiligen Franziskus nachfolgte. Denn wie sprach Franziskus einstmals:

„Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir, alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir. Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir, also sind sie uns gleich gestellte Werke des allmächtigen Schöpfers – unsere Brüder.“

Und wie spricht jene Katrin heute:

„Und wir wollen, dass in diesen vier Jahren jede Biene und jeder Schmetterling und jeder Vogel in diesem Land weiß: Wir werden uns weiter für sie einsetzen!“

Nun gut: Franziskus spricht von allen Geschöpfen, Katrin nur von Biene, Schmetterling und Vogel.

Aber gewiss sind bei ihr mit gemeint, wenn auch nicht erwähnt: das Silberfischchen in der Kachelfuge der Toilette, die Mücke, die mich des Nachts um den Schlaf bringt, die Made, die sich wohlfühlt in der alten Speise, die Kopflaus, die so munter von Kinderschopf zu Kinderschopf springt, und was da sonst noch kriecht und krabbelt, wimmelt und summt und brummt und sticht und piekst und kneift und beißt und sabbert und müffelt!

All das ist sicher eingeschlossen in der Katrins weise Worte, so dass – mit Fug und Recht – wir sagen können: Wer Augen hat zu sehen, der sehe, und wer Ohren hat zu hören, der höre: Uns ist die Heilige Franziska erschienen, und wir können sagen: Wir sind dabei gewesen!

Die komplette Rede der Heiligen Franziska findet ihr hier:

https://www.youtube.com/watch?v=hUyRmIm8wAY (ab 12.36 spricht sie von Biene, Schmetterling und Vogel!))

 

Related posts
Röttgen
hat nichts riskiert und alles verloren. Es sah so aus, als hätte der Mann sich alle Möglichkeiten offen,...
Ödipus – einmal FREUDlos betrachtet
Mythos IIIKein anderer antiker Mythos ist so zum halbgar gekochten Allgemeingut geworden wie der Mythos...
Mythos V – Odysseus, Niemand, die Mauer, Terence Hill und Ton, Steine, Scherben
Von Brecht gibt es die Keuner-Geschichten- kurze parabolische Texte, deren Mittelpunkt Herr Keuner ist,...
Auf dem Weg in die GAK oder Die Krise des DFB ist auch eine Krise des (Sport-)Journalismus
Das Muster ist uns ja bekannt - aus Wirtschaft (siehe VW) und Politik (Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort,...
Bernd Matzkowski

Bernd Matzkowski

geb. 1952, lebt in GE, nach seiner Pensionierung weiter in anderen Bereichen als Lehrer aktiv
Bernd Matzkowski

Letzte Artikel von Bernd Matzkowski (Alle anzeigen)

Ein Kommentar zu “Auf dem Weg zur Heiligen Franziska

  1. Im Nachgang zum Hauptartikel noch zwei Ergänzungen:
    sowohl die Hl. Franziska als auch unsere jetzige Bundeskanzlerin waren ab 1989 Mitglieder und sogar Mitarbeiterinnen im „Demokratischen Aufbruch“ der damaligen DDR. Diese Organisation geriet ins Trudeln, als sich herausstellte, dass der Vorsitzende Wolfgang Schnur von 1965-1989 Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit war.
    Zweiter Nachtrag:unmittelbar vor dem schönen Satz mit Biene, Schmetterling und Vogel sagt die Hl. etwas, das ihr Weltbild (und das von B90/Die Grünen) deutlich macht,wenn sie die gesellschaftliche Situation so beschreibt: “ Auf der einen Seite sind die derzeitigen politischen Mehrheiten, und auf der anderen Seite ist die ökologische Wahrheit.“ Mal ganz abgesehen davon, dass Frau KGE noch kurz vor dem „Parteitag“ der Grünen heftigst darum gekämpft hat, Teil dieser Mehrheiten in einem Jamaika-Bündnis zu werden, spricht aus diesen Worten ein Anspruch, den man sicher mit dem Begriff „totalitär“ belegen kann. Frau KGE ist – so sieht sie es – im Besitz der absoluten ökologischen Wahrheit. Wohin der Anspruch, im Besitz solcher Wahrheiten zu sein, führt, hat uns die Geschichte schon mehrfach gezeigt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.