Und immer wieder grüßt das Murmeltier – ein Verwaltungs Perpetuum mobile

Jobcenter an Flüchtling: Beweise dass Du kein Kindergeld beziehst!

Flüchtling an Jobcenter: Wie?

Jobcenter an Flüchtling: Dein Problem. Wenn kein Beweis bis zum XX.XX.XX vorliegt, Leistungskürzung wegen mangelnder Mitarbeit!

Flüchtling an Familienkasse: Bitte um Bescheid, dass ich kein Kindergeld beziehe.

Familienkasse an Flüchtling: Bescheide erst, nachdem ein Antrag gestellt wurde.

Flüchling an Familienkasse: Habe keine antragsberechtigten Eltern. Sie haben nur Aufenthaltsstatus.

Familienkasse an Flüchtling: Das weiss man erst, wenn sie einen Antrag gestellt haben.

Die Maschinerie läuft an. Telefondrähte laufen heiß, Köpfe rauchen, Zeit verbrennt, Formularkryptologen und Antragslyriker zapfen das Können Wissen durchtrainierter und organisierter Verwaltungsspezialagenten in verschiedenen Amtsstuben ab.

Salvatorische Klausel: Antrag stellen, vermerken dass es keine antragsberechtigten Antragsteller gibt und dass der Antrag ablehnend beschieden werden muss.

Familienkasse an Flüchtling: Antrag kann nicht entschieden werden! Reichen Sie folgende Unterlagen nach:

  • Abzweigungsantrag
  • Meldebescheinigung für Sie selbst
  • Mitteilung über ein Kind ohne Ausbildungs- oder Arbeitsplatz.
  • Bitte reichen Sie die beigefügte Mitteilung vollständig ausgefüllt und an den entsprechenden Stellen  unterschrieben bei der Familienkasse ein
  • Nachweis über die Suche nach einem Ausbildungsplatz
  • Bitte legen Sie eine Bestätigung der für die Ausbildungsstellenvermittlung zuständigen Stelle (Agentur für Arbeit oder Jobcenter) vor, dass Sie dort ab Dezember 2016 als ausbildungssuchend geführt werden
  • Anspruchsbegründende Unterlagen ab Dezember 2016
  • Aus den bisher vorliegenden Unterlagen geht nicht hervor, ob und auf welcher Grundlage Kindergeld gezahlt werden kann. Bitte legen Sie entsprechende Nachweise vor, z.B. Schulbescheinigung, Nachweis über eine Berufsausbildung, Studienbescheinigung, Mitteilung für ein Kind ohne Ausbildungs- und Arbeitsplatz oder ähnliches.

 

Flüchtling an Familienkasse: Ich bin nicht Kindergeldberechtigt. Ich brauche darüber eine Bescheinigung.

Familienkasse an Flüchtling: Wenn bis zum XX.XX.XX die Unterlagen nicht hier sind, kürzt das Jobcenter Leistungen.

Flüchtling an Familienkasse: ………………………..

Grusel Clowns sind nicht mal Theken-Liga

Diese so genannten Grusel Clowns mit oder ohne Kettensäge, Baseballschläger, Hammer, Messer, Mundgeruch, wollen Bürger erschrecken. Keine wirklich neue Idee.
Mir fällt dazu ein, wie damals, als alles noch besser, mindestens aber aus Holz war, „Flitzer“ die Bürger erschreckten. Die Mutprobe war z.B., 100 Meter über die Bahnhofstraße zu laufen. Nackt. Also unbewaffnet und schutzlos. Offen. Identifizierbar. Für alle Passanten. Weiterlesen… „Grusel Clowns sind nicht mal Theken-Liga“

Deutsches Reich, Großdeutschland, Deutschland, BRD, jetzt ein guter Nachbar?

„Was ist des Deutschen Vaterland?“ hatte Ernst Moritz Arndt nach dem Leipziger Gemetzel der Völkerschlacht gefragt und damit der Einigkeitssehnsucht der Deutschen eine Hymne gegeben. Diese Einigkeitssehnsucht zieht sich wie ein roter Faden durch die deutsche Geschichte. Vielleicht sogar schon seit dem Stammeszusammenschluss des Arminius, der dann Hermann genannt wurde (und nach einer interessanten Theorie wahrscheinlich auch so hieß, denn das lat. „Armin“ lässt sich als „der Bewaffnete“ übersetzen und „Hermann“ ist der „Mann des Heeres“, offensichtlich ein Bewaffneter).

 

In der Wilhelminischen Aera wurde die „Einigkeit“ zu einem beschworenen Gegenstand. Das Denkmal des „Deutschen Ecks“ in Koblenz (man hatte noch nicht vergessen, dass es in Frankreich immer wieder Bestrebungen gab, ihr Land bis zum Rheinufer zu definieren) zierte der Wahlspruch „Nimmer wird das Reich zerstöret, wenn ihr einig seid und treu.“ Selbst das Schwert des „Hermannsdenkmal“ bei Detmold kündet: „Deutschlands Einheit meine Stärke – meine Stärke Deutschlands Macht“.

 

Die Nazis sahen in der „Volksgemeinschaft“ etwas Mystisches, etwas, an das man „glauben“ konnte. Es gab das „Verbrechen gegen die Volksgemeinschaft“, einen Gummiparagraphen, der für alles und jedes den Kopf kosten konnte.

 

Und dann schuf der gebürtige Österreicher A. H. das Deutsche Reich als „Groß-Deutschland“ neu. Er verkündete, nachdem seine Schergen, die es auch in Österreich gab, den Boden bereitet hatten, „die größte Meldung seines Lebens,“ den „Anschluss seiner Heimat Österreich an das Deutsche Reich.“ Österreich hieß im Vokabular der Nazis „Ostmark“, um keinen Gedankenvergleich zum „Deutschen Reich“ aufkommen zu lassen.

 

Aber es war keine „große Meldung vor der Geschichte“, sondern eine bewusste Lüge.

 

Österreich war nicht nur als Folge des 1. Weltkrieges zu einem eigenständigen Staat geworden (Der Rest ist Österreich…), sondern war immer, auch im Verständnis seiner Bürger/Untertanen ein eigenes Land. Zu Zeiten der vermeintlichen Einheit im „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“ sahen sich die Babenberger/Habsburger immer als Hausherren des Raumes Tschechei-Ungarn-Nordbalkan. Es ist zu bezweifeln, das Kaiser Maximilian 1., der letzte Ritter, wusste oder wissen wollte, wo Hamburg liegt.

Sie fühlten sich als Römische, und nach Napoleon als Österreichische Kaiser.

 

Nein, die Spießgesellen um A. H. übersahen bewusst, dass der (gesellschaftliche und kulturelle) Unterschied zwischen einem Reichsdeutschen und einem Österreicher mindestens so groß war, wie der zwischen einem Bayern und einem Niederländer.

 

Und heute? Dr. Helmut Kohl, der Exkanzler, der sich als solcher über Deutsche Gesetze erhaben fühlt, sagte, dass er nicht meint, ins Ausland zu kommen, wenn er zum Urlaub zum Wolfgangsee führe.

Wie bitte?

 

Nicht nur Kohl, auch viele deutscher Landsleute sehen ihren Österreichtrip ähnlich so.

Man muss nur mal versuchen, das Ganze aus Österreichischer Sicht zu sehen. Sie fühlen sich wie vom „Großen Bruder“ behandelt, wenn so ein „Piefke“ sich offensichtlich im Café amüsiert, wenn er so tut, als könne er „Schlagobers“ für Sahne akzentfrei sprechen.

Ich weiß wirklich nicht, warum wir bei den Nachbarn immer wieder als – nein, nicht arrogant – überheblich wirken. Einmal glaubte ich, es zu wissen, nämlich als ich mit niederländischen Freunden auf der Weurdenstraat in Winterswijk am Samstagmorgen sah, wie sich die Welle deutscher Großfamilien auf mich zubewegte.

 

Aber eines haben wir alle gelernt durch die junge Vergangenheit und dem Verlust der fünf Ostgebiete: des Deutschen Vaterland ist unsere Demokratie in den Genzen, in denen unsere Verfassung gilt.

 

Alles andere können wir uns abschminken.

 

Und wir sollten aber auch dieses unsere Vaterland achten. Wir haben nur dieses eine.

 

Und wäre es nicht schön (diesen Satz schreibe ich als leidenschaftlicher Anti-Nazi), wenn dieses unser Vaterland seinen deutschen Charakter bewahren könnte? Auch wenn er sich von der Nord- und Ostsee bis zu den Alpen mal friesisch, mal westfälisch, mal rheinlädisch, mal hessisch und mal was-weiß-ich zeigt. Er ist doch deutsch.

 

Und beginnen wir zu sehen, dass die Türken/Kurden, die schon seit Generationen in unserem Lande leben, als „zwölfter“ Stamm dazugehören und anfangen, Deutschland als Heimat zu sehen.{jcomments on}