Mario der Rosenkavalier

Langes Leben“ wünscht Mario Campanile und fischt das Wechselgeld aus der Kasse. Den Damen regnen ab und an rote Rosen. „La donna è mobile“ weiß Mario zu singen. Auch Gäste können wie Federn im Wind sein. Er fesselt sie mit italienischem Charme, gewinnt Gunst mit Kochkunst.

 

Mit 16 sagte ich still „Ich will alles – oder nichts”.

Mario Campanile - © Carlo FeickWas dem einen die Profi Grill Pommes Bude des 3-Sterne-Kochs Raimund Ostendorp in Wattenscheid, mag dem anderen die Pizzeria Campanile in Gelsenkirchen sein. Ein Beweis, dass Imbissbude oder Pizza Taxi nicht Synonym für schlechte Qualität sein müssen. Frei von Eindrucksmanagementzwängen der Kochstars, lebt der sternlose Chef und Autodidakt Campanile lustvoll seine Kreativität aus, überzeugt in seinem 5-Tische-Restaurant mit frischen, selbst gemachten Nudeln, Saucen und einem ausgezeichneten Preis Leistungsverhältnis.

Der täglich wechselnde Mittagstisch mit deutscher und italienischer Küche für 5 Euro spricht für sich, wer Gänge Menüs liebt, bestellt vor. 27 bis 33 Euro für 4 und 5 Gänge, Fleisch und/ oder Fisch frisch zubereitet. Beispiel?

  • Hummersuppe.
  • Vorspeisenteller mit gefüllten Champignons, gegrillter Paprika, Vitello Tonnato.
  • Frische selbst gemachte Nudeln, Triangoli (Steinpilze & Trüffel) oder getrocknete Tomaten und Ricotta Panzerotti.
  • Argentinisches Rost Beaf in Steinpilzesoße mit Prosecco-Aperol.
  • Fisch (Seeteufel oder Dorade) an frischer Cherrytomatensauce.
  • Crêpe Suzette flambiert mit Vanillesauce oder selbst gemachte Panacotta mit Erdbeersauce oder Tiramisu.

    Die Welt sollte sich umgestalten und ihre Sorgen für sich behalten

 Campanile - © Carlo FeickDer Vesuv und das Stadio San Paolo in Neapel mit seinen bis zu 100 000 Besuchern waren 1970 Marios Kulisse, als er dort mit 13 Jahren ambulanter Bauchladenmann-Gehilfe in Sachen Pizza wurde.

Mutter Hausfrau, Vater verbeamteter Müllwerker, Geschwister dies & das – Klischee über Klischee und dennoch Alltag. Mit 15 zogen ihn Abenteuerlust und D-Mark nach Gelsenkirchen in die Metallfabrik Wildfang. Vier Jahre später schienen Abenteuer nicht in Werkshallen, sondern auf Kreuzfahrtschiffen zu winken.

Eine eigens dafür begonnene Kellnerlehre im Hotel Maritim beendete er vorzeitig, die Abenteuer hießen bald Angelika und ihre gemeinsamen Kinder.

 

        Mir sollten sämtliche Wunder begegnen……..

 

Mitarbeiter Gerd Tress - Foto: Carlo FeickLearning by doing wurde die Devise. Kellnernd Töpfe gucken in den Gelsenkirchener Pizzerien La Tombola, Rialto, La Grotta, stand ebenso auf dem Plan, wie Alfred Bioleks Kochsendungen, bevor er eigene Restaurants eröffnete. Die waren in Lohne, Buer und Duisburg, bevor er ab dem Jahr 2000 Gelsenkirchen bekochte.

  Ich möchte verstehen, viel sehen, erfahren, bewahren…

Mario umgarnt, bezirzt, umschwärmt, bezaubert, bekümmert, bekocht, bedient seine Gäste 4 sprachig. Sie sind temporäre Familienmitglieder. Pflicht des Gastes ist, die Selbstinszenierung und spielerisch übersteigerte Servilität augenzwinkernd als das zu nehmen, was sie ist: eine Grandezza, Willkommensgeste für Hungrige, die hier Königin und König sein dürfen.

Der Italiener meiner Wahl bietet mehr als nur phantastisches Essen zu erstaunlich günstigen Preisen. Zeit also, Platz zu nehmen.

 

Pizzeria Campanile, Gildenstraße 36 45879 Gelsenkirchen – 0209 3614444              Anfahrtskarte Google

 

Alle Zitate aus „Für mich solls rote Rosen regnen“ von Hildegard Knef, 1968

 

Noch keine Stimmen.
Bitte warten...
Heinz Niski

Heinz Niski

Handwerker, Rentner,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.