Neuwerker Herkules - Foto: Dr. Lutz Heidemann

Nachrichten aus der Herkules-Familie

Neuwerker Herkules - Foto: Dr. Lutz Heidemann

Dass der Horster Petzi, ich hörte den Namen im Gespräch, in Kassel einen Großonkel – oder Urgroßonkel, bei Halbgöttern sind Verwandtschaftsverhältnisse nicht immer ganz übersichtlich – hat, ist allgemein bekannt.

Bei einem Ausflug nach Schleswig-Holstein erfuhr ich etwas von der Existenz eines weiteren deutschstämmigen Herkules.

In Schloss Gottorf, das liegt dicht bei der Stadt Schleswig, ließ ab 1637 Herzog Friedrich III. einen großen Terrassengarten anlegen. Er wurde Neuwerk genannt und war der erste derartige Park nördlich der Alpen.

Neuwerk verfiel nach etwa hundert Jahren, als das Herzogtum mit dem Schloss an Dänemark kam und wurde erst vor einiger Zeit im Rahmen einer Landesgartenschau rekonstruiert. Die Attraktion von Neuwerk war ein riesiger Globus, der außen die damals bekannte Welt zeigte und in dessen Inneres mehrere Personen sich versammeln und in einen gemalten Sternenhimmel blicken konnten.

Neuwerker Herkules - Foto: Dr. Lutz Heidemann

Das ist jetzt modern rekonstruiert worden. Doch der Blickpunkt des Parks ist eine Herkules-Figur. Der Neuwerker Herkules steht in einem Teich, einem „Spiegelweiher“, so kann man ihn und Teile des Parks doppelt sehen.

Die aktuelle Figur ist auch eine Rekonstruktion. Vom steinernen Original wurden 1994 Teile im Teich gefunden; sie sind jetzt im Schlossmuseum ausgestellt.

Der Kasseler Herkules auf der Wilhelmshöhe ist deutlich jünger. Die sehr umfangreiche Anlage mit Wasserspielen wurde 1701 begonnen. Die Figur, die 8,25 m hoch ist, wurde 1711 aufgesetzt.

Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf - Repro: Dr. Lutz Heidemann

Unser Petzi ist somit der jüngste, aber mit seinen 18 m Höhe der größte. Da sieht man, was moderne Ernährung ausmacht….

Der „Vater“ der Figur, Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf, war von herkulischer Gestalt

 

 

 

 

 

Instrumente zur Beurteilung des „Herkules“ von M. Lüpertz

Herkules mir graut’s vor dir…

Nordsternpark

Sisyphus statt Herkules?

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Werner Schlegel

Werner Schlegel

Geb. 1951 in Bayern. Lebt seit 1994 in Gelsenkirchen. Gelernter Bürokaufmann. Kam zum – zunächst journalistischem - Schreiben aus Neigung (erste Artikel mit 16 für heimische Lokalzeitung). In den 80ern Redakteur für Politik bei einem Monatsmagazin und Chefredakteur eines Anzeigenblattes. In den 90ern Pressereferent einer kirchlichen Einrichtung. Heute als freier Autor und Journalist u.a. Öffentlichkeitsarbeit für eine Gewerkschaft. Schrieb und arbeitete bisher u.a. für Die Zeit, Stern, taz, 10 Jahre für das Ruhrgebiets-Magazin Marabo, ZDF und Hörfunk (z.B. WDR / SR / NDR). Zahlreiche Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien, von Suhrkamp bis Rowohlt. Mehrere eigene Lyrik- und Prosabände. Außerdem Sachbücher, u.a. im Suhrkamp Verlag (mit M.Rullmann). Letzte Buchpublikation 2010. Ab 1999 bundesweite Auftritte mit Solo-Kaba-Programmen: „Ich denke, also spinn‘ ich“, „Hiebe deinen Nächsten!“ und „Der ganz normale Wahnsinn – 10 Leersätze aus einem unnormalen Autorenleben“ (auch auf CD). Seit 1980 Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS). Seit 2006 Leiter der Literarischen Werkstatt der VHS (die insel) Marl. Bisher zwei Preise, für ein Kirchensachbuch (1994) und einen literarischen Essay (2002).
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