Wahlspezial II – Für eine Elitedemokratie und Ökodiktatur

FÜR EINE ELITEDEMOKRATIE UND ÖKODIKTATUR!

vor kurzem hat in der sendung „neues aus der anstalt“ (wenn ich mich recht erinnere) urban priol die frage aufgeworfen, ob es denn richtig sein kann, dass bei uns dieselben leute das parlament wählen dürfen, die auch die verschatteten kandidaten bei dsds wählen oder in den nachmittäglichen bratzenshows ihren geistigen brechdurchfall absondern (fick dich ins knie, du schlampe).

diese frage ist nicht nur berechtigt, sie bedarf auch einer klaren antwort. und diese antwort kann nur lauten: nein, es ist nicht richtig.

die krise unseres (parlamentarischen)systems kann nur durch einen radikalen schnitt gelöst werden  (c) copyright Blender Foundation | www.bigbuckbunny.org Creative Commons Attribution 3.0 Licensedie krise unseres (parlamentarischen) systems kann nur durch einen radikalen schnitt gelöst werden, der sowohl auf der seite der wählerschaft als auch auf der seite der zu wählenden einschränkungen vorsieht. deutlicher formuliert: was wir brauchen, ist eine elitedemokratie und eine ökodiktatur. es kann und darf nicht sein, dass unser parlament durch menschen gewählt wird, die auf die aufforderung:“ nennen sie ein land, in dem olivenbäume wachsen“ mit „bolivien“ antworten (originalfrage und – antwort aus dem „familienduell“).

für eine solche elitedemokratie gibt es auch ein historisches vorbild- nämlich das griechenland des „goldenen zeitalters“ athens (5. jahrhundert vor chistus). es war nämlich dort überhaupt nicht so, dass das volk (demos) gewählt hat (insofern ist der begriff demokratie=volksherrschaft auch irreführend). wählen durfte nämlich nur die elite der patrizier- eine kleine minderheit. die große mehrheit der bevölkerung athens (frauen, sklaven, angehörige befreundeter oder unterworfener nachbarstaaten) waren von den wahlen ausgeschlossen. athen, die zeitweilig größte macht im mittelmeerraum, wurde von 500 männern der volksversammlung regiert (jeweils 50 wurden aus den 10 stadtteilen athens gewählt und in die volksversammlung entsendet.

zudem war ein rotationssystem wirksam, das machterhalt verhindern half). und die athener sind damit, bis sie sich in den „bruderkrieg“ mit den anderen stadtstaaten (unter führung spartas) verstrickt haben und bis die pest ausbrach, gut gefahren. die ökonomie war stabil, handel, handwerk und kunst waren auf dem höhepunkt der zeit. bezeichnend ist ja, dass in dieser phase das europäische drama (als tragödie und komödie) seine blütezeit erlebte und werke hervorgebracht hat, die noch heute weltgeltung haben. auch das steuersystem war einfach und überschaubar. die patrizier zahlten nämlich keine steuern. sie konnten, um das gemeinwesen zu stärken, als förderer der kunst wirken(ausstattung des chores bei drameninszenierungen) oder den flottenbau (athen war die größte seemacht der damaligen zeit) finanziell unterstützen.

warum sollte ein solches system bei uns nicht möglich sein? wir haben gegenüber den athenern sogar noch einen großen vorteil: durch die globalisierung haben wir die sklaven noch nicht einmmal unmittelbar am hals, sondern sie arbeiten in pakistan, vietnam, indien und china für uns , wo eine jeans in der produktion zwischen 3,20 und 3,50 kostet, kein mensch nach den arbeitsbedingungen fragt (deshalb kann dort das bei uns verbotene sandstrahlen von jeans locker angewendet werden) und wo keiner nach umweltproblemen fragt (ab mit den bleichmitteln in die gewässer). weil ein großer teil ökologischer probleme auf diesem wege bereits ausgelagert ist, können die restlichen durch eine kombination der elitedemokratie mit einer ökodiktatur auch einfach gelöst werden (den gedanken der nachhaltigkeit hatten die athener noch nicht entwickelt, hier sind wir weiter).

also: nulltarif im nahverkehr wird ohne langes fackeln verfügt,gleichzeitig natürlich ausbau des nahverkehrs- und schienennetzes bei gleichzeitiger einführung von tempo 30 innerstädtisch und maximal tempo 100 auf allen anderen straßen, akws werden sofort abgeschaltet, der güterverkehr wird radikal von der straße auf die schiene verlagert, krötenwanderung wird untersagt, tauben werden ausgerottet, kaugummispucken und das hinterlassen von hundehaufen werden strafrechtlich streng geahndet.

dieses system bedarf natürlich einer sinn- und glanzvollen ornamentalen spitze. aus dem kreise der elite wird deshalb auf maximal 5 jahre (und auch nur einmalig ohne möglichkeit der wiederwahl) ein könig ausgelost. dies hätte zwei hauptvorteile. erstens der ästhetische vorteil: ein könig im hermelinmantel sieht einfach besser aus als ein präsident im anzug, und zweitens hat ein königtum einen höheren unterhaltungswert. der könig könnte z.B. auch mal in einer naziuniform auf partys auftauchen (beispiel: england), er könnte auf elefantenjagd gehen (beispiel: spanien) oder auch mal sexpartys mit nutten feiern (skandinavien), ohne dass man sich groß aufregen müsste (wie bei berlusconi). denn man kann sagen: das ist die dekadenz, die zu einem könig einfach dazu gehört.

schluss also mit dieser fatalen gleichmacherei!

stellt doch im wahlkampf einem kandidaten mal die frage: wie fühlen sie sich eigentlich dabei, dass sie von menschen gewählt werden, die die aufforderung „nennen sie ein schwarz-gelbes insekt“ mit „giraffe“ beantworten (familienduell). wenn der kandidat darauf nicht mit einem eindeutigen „beschissen“ antwortet, wird er sofort von der kandidatenliste gestrichen!  

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Bernd Matzkowski

Bernd Matzkowski

geb. 1952, lebt in GE, nach seiner Pensionierung weiter in anderen Bereichen als Lehrer aktiv

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