Kann man’s mit uns machen?

Zeiten wie diese, die EM nimmt Fahrt auf, sind für den Steuerzahler sehr riskant. Die Politik merkt, dass man ihr momentan nicht so auf die Finger schaut und schließt daraus, auch unpopuläre Entscheidungen durchziehen zu können. Und in Zeiten wie diesen, in denen „Politik machen“ gleichbedeutend mit Straßenräuberei zu sein scheint, ist eine Nation eher pleite, als die Lenker und Walter des Volksvermögens „Quack“ sagen können.

Aber wir haben ja diesen ominösen Schirm.

Der ließe sich so leicht verkaufen, gerade in einem Land, welches die Sozialdemokratie liebt, aber gern konservativ wählt, weil er sich so sozial und demokratisch anhört. Wäre da nicht dieser Spruch unserer Geschichtslehrer, dass derjenige, der nicht aus seiner Geschichte lernt, verdammt ist, die Fehler der Väter zu wiederholen.

Der Lastenausgleich zwischen den Bundesländern funktionierte nur solange, wie NRW, sprich: Der Malocher von der Ruhr, für die schwachen Bayern und Bremer bezahlte. Als sich die Verhältnisse durch die Montankrise gegen das Land richteten, fruchtete die bayerische, besonders die Straußsche Politik. Sitz der Guten-Hoffnungs-Hütte war in München. Nur als Beispiel. Die Steuern, die in Oberhausen erwirtschaftet wurden, wurden dort bezahlt.

Bayern war wer. Die san eben die! Denn jetzt ist es an den Alpenanrainern, zurückzuzahlen. NRW geht’s schlecht, besonders an der Ruhr. Gewiss, hier ist vieles falsch gelaufen, wäre es nicht so tragisch, könnte man sagen „dumm“ gelaufen. Gleichwohl, Länderausgleich ist Länderausgleich. Trotz der gewohnten bayerischen Maulerei über diese “Saupreißen, die ausgschamerten, die verhungerten“ (Originalton in einer Radiosendung des BR 3), Bayern wird zahlen müssen.

Dieses so schlechte System der gegenseitigen Hilfestellung soll jetzt auf Europa übertragen werden.

Übrigens, es ist schon nicht ohne Komik, den Politikern beim Gebrauch dieses Wortes und dem Gedanken daran, was dahintersteckt, auf’s Maul zu schauen. Man sieht überdeutlich, dass ihnen die Unmöglichkeit einer Europäischen Union, vergleichbar den USA, überaus klar ist. Und jeder ist bemüht, das nicht durchblicken zu lassen.

Sie können beruhigt sein: Wir, die wir in Europa geboren wurden und also „Europäer“ sind, es sei denn, die Eltern kamen nicht „von hier“, wir haben das nie geglaubt. So makaber das klingt, aber Gelegenheit, eine Einheit zu werden, gab es genug. Von Rom mit seinen Legionen bis Napoleon und seiner neuen Politik der Kanonen. Es scheiterte an der Verschiedenheit der Mentalitäten. Man muss kein Völkerkundler sein, um zwischen einem portugiesischem Olivenbauern und einem samländischen Rentiernomaden zu unterscheiden.

Aber die Gewählten basteln weiter an der Währungsunion. Schon wie die zustande kam, ist mehr als kurios und braucht hier nicht noch einmal erzählt zu werden.

Mag der Gedanke, dass der Reichere dem Ärmeren hilft, noch so edel sein, in der Währung, also dort, wo die Wirtschaft, die ja bekanntlich keine Moral kennt, ihre klarste Epiphanie hat, ist das pure Augenwischerei.

Bekannt dafür, dass die BRD das einzige Land in der EU ist, das jeden „Beschluss“ der EU, oft an der eigenen Verfassung vorbei, umsetzt, werden wir hier wieder zur „das Taschengeld aufbessernden Oma“ werden. Wenn Oma kein Geld mehr hat, bekommt sie dann nicht einmal mehr Besuch, geschweige denn Valuta…

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Friedhelm Möllmann

Friedhelm Möllmann

Friedhelm wurde im Februar 1950 in Gladbeck Zweckel geboren, zog im Alter von einem Monat nach Scholven um und wurde damit zum überzeugten Bueraner. Er ist bekennender Christ und wohl auch bekennender, weil kritischer Katholik. Schriftsetzer mit allen Gutenbergschen Würden. Gelernt hat er bei der damals besten “Bude” der Welt, K+B auf der Hagenstraße in Buer. Er ist ohne Probleme durch die Zwiespältigkeit der Jugend, hie DPSG, dort Rock’n'roll, gekommen. Er hat kein Abitur. Seit 1980 ist er verheiratet, mit mittlerweile zwei erwachsenen Nachfahren, nach 3 Herzinfarkten und einem Stammhirnapoplex ist er seit 2011 berentet und nicht mehr ganz fit – aber nur körperlich!! Er gehört keiner Partei an, wobei er den Unionsparteien, der FDP, den Piraten, den Grünen und den Linken ganz besonders nicht angehört. Nach IG Druck und Papier, nachmals IG Medien, jetzt bei IG ver.Di nur noch zum Rentnerbeitrag Mitglied.

Friedhelm Möllmann verstarb im Oktober 2015.
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