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Mohammed Videospiele I: Hasswimpel & Empörungsbrände

Sebastian Ritter (Rise0011): Streichholz - This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic license.Es ist wie es immer ist. Alle Akteure reagieren wie erwartet: Extremisten die die Kontrolle verlieren und erwartungsgemäß handeln.

Man muss wohl nicht fragen, woher diese stets pünktlich einen großen Vorrat an USA-Flaggen, Israel-Flaggen oder neuerdings auch Deutschland-Flaggen haben, damit diese am Tag X auch verbrannt werden können.

Zufällig wird der Mob von einem Kamerateam begleitet und so flimmern die Bilder der Verbrennungen über unsere Bildschirme oder werden auf den Zeitungen auf der ersten Seite gezeigt.

Damit schafft der Westen sich auch gleich äquivalente Hassbilder. Immerhin werden da ja wohl unsere Hoheitszeichen verbrannt!! Das muss den Westler doch ärgern, wenngleich er sagt, er sei kein Extremist und viel sachlicher und entspannter unterwegs.

Während der Mob demonstriert, ausrastet und sonstigen dummen destruktiven Tätigkeiten nachkommt, gehen abseits der Kameras die meisten Menschen ihren täglichen Angelegenheiten nach.

Den meisten dürfte der Film am Tuches vorbeigehen. Geht auch gar nicht anders, denn der Film ist nichts weiter als ein Gerücht für die meisten Menschen.

Es geht nicht um den Inhalt des Trash-Movies (ja, der Film ist reinster Trash und in seiner Absicht zu beleidigen wirkt er ein wenig zu bemüht) – es ging im Kern um das Gerücht Juden hätten einen Film gemacht, um Muslime zu beleidigen. Der Urheber des Films intendiert das so und ein Teil des Effekts tritt ein.

Warum?

 

1.) Weil es Gruppen gibt, die auf einen Anlass warten, mal wieder den Vorrat an Flaggen runterzubrennen. Da diese Gruppen grundsätzlich in allen Aktivitäten des Westens eine Provokation deuten, kann man sie dementsprechend auch nicht besänftigen oder zur Ruhe bringen.

2.) Weil es medial gefördert wird. Das macht die Extremisten größer als sie sind und dient zweifellos ihrem Zweck. Hätten die Medien statt dessen prominent und auf der ersten Seite großformatige Fotos von spanischen Demonstranten gebracht

(siehe < hier >  oder hier >Millionen demonstrieren für Unabhängigkeit<),

Dujardin / Defrenne: brennende Flaggen im Haupthof des Invalidendoms 30 Mars 1814.jpg

sähen die Prioritäten schon wieder ganz anders aus und der Film wäre unter YouTube mit wenigen Klicks versauert.

Es liegt nahe, dass sich man sich auch hierzulande an den »Hype« anhängen möchte. Vielleicht, indem man ankündigt, den Film zu zeigen, oder indem man ankündigt, das Machwerk verbieten zu wollen.

Stellungnahmen zugunsten der einen oder anderen Seite werden als Unterstützung der jeweiligen Position verstanden. Wer einen kühlen Kopf bewahrt, zuckt mit den Schultern und sagt »lasse doch« – also das, was er von den aufgebrachten Demonstranten fordert, mit denen man ja nichts gemein haben möchte.

Man ist ja aufgeklärt. Deshalb rauscht es auch so laut im Blätterwald. Soll doch eine Handvoll Menschen den Film sich selber vorführen. Wenn es niemanden interessiert, hat das auch keine Auswirkungen.

Man sollte nicht den Fehler machen, sie indirekt zu Verfechtern der Redefreiheit zu machen.{jcomments on}

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Chajm Guski

Chajm Guski

Chajm ist begeisterter Bewohner des Ruhrgebiets (könnte sich grundsätzlich aber auch vorstellen, woanders zu leben), Herausgeber von talmud.de, Organisator des Minchah-Schiurs im Ruhrgebiet, Blogger, Autor von Artikeln und Glossen in der„Jüdischen Allgemeinen”. Zudem ist er ein Early Adaptor der vielen technischen Spielereien, die das Internet jeden Tag hervorbringt. Einige werden auch hier dokumentiert.
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