Mann, hatte ich ein Glück.

Ich nahm mir, in einer schlaflosen Nacht, meinen guten, alten, kleinen und batteriebetriebenen Radioempfänger und verzog mich in mein Arbeitszimmer, wo ich niemanden zu stören hoffte. Nach einigem Suchen und Piepsen hatte ich einen deutschsprachigen Sender eingefangen.

Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich das Radiolauschen bei spärlichen Licht und einem heißen Becher Kakao empfehlen. Nirgendwo sonst hat man so schnell sein Kindheitsfeeling wie beim Abtasten der Senderleiste.

 

Ich weiß nicht, welcher Sender das war, aber es war eine der interessantesten Diskussionen, die ich seit langem gehört habe.

Es ging, natürlich, um die Regierung oder Nichtregierung oder mögliche Regierung oder mögliche Wiederkehr der FDP nach Neuwahlen (übrigens das beste Argument der SPD, ihren Mitgliedern das JA auf dem Abstimmungsbogen zu verkaufen). Natürlich auch um das drohende Einsteigen der Antieuropäeer im gleichen Fall usw.

 

In jedem Fall ging es um die ewige Schuldenmacherei.

 

Und dann sagte jemand mit ameroenglischem Dialekt, dass es unmöglich sei, dass ein Staat pleite gehe. Nach dem ersten Weltkrieg hatte Frankreich versucht, das zu vollenden, was den Aliierten auf dem Felde nicht gelang (nein, kein Dolchstoß), nämlich die Liquidation des Deutschen Reiches, wie sich der deutsche Staat damals nannte. Er war, der Feldzug gegen die Ruhr, wie alle Kriege, ein Krieg gegen die, die auf den Lauf der Geschichte keinen Einfluss haben, die Zivilisten. Frauen, Männern, Kindern, Greisen sollte der Garaus gemacht und die Ehrfurcht vor der Kulturnation Frankreich eingebleut werden.

 

Beides misslang. Die Deutschen stellten die Notenpresse an. Die Reichsmark war an den Dollar gekoppelt und der Rest war Inflation. Und eine weitere Verarmung der französischen und britischen Bevölkerung, u. a. weil Deutschland nicht mehr in der Lage war, zu importieren.

 

Dass es nach dem Zweiten Weltkrieg hier im Westen anders lief, ist drei Herren zu verdanken: Churchill, De Gaulle und Stalin. Der Russe entfachte durch seine Land- und Machtgier den Kalten Krieg,

Curchill sprach 2 Tage nach der Kapitualtion vor Züricher Studenten davon, dass es einen dauerhaften Frieden als Garant für einen Wohlstand aller nur mir einem stabilen und wehrhaftem Mitteleuropa geben kann. Und fügte hinzu, dass er mit Mitteleuropa nur Deutschland gemeint hat.

De Gaulle hat durch den Trick mit den „Freien Franzosen“ (mit ihm nach England gefüchteten Soldaten) erreicht, dass Frankreich zu den Siegermächten gezählt wurde. (Übrigens sprach niemand mehr von den „Freien Polen“, die mit Groß-Britannien gekämpft hatten. Siehe General Sosabowski).

General De Gaulle hatte wohl erkannt, dass sein Land so besiegt und geschlagen worden war, wie selten ein Land in der Geschichte. Es war für ihn Zeit, mit dem „Erbfeind“ zu reden. Und das tat er, gottlob.

 

Der Sieger des Krieges waren die Vereinigten Staaten von Amerika.

 

Und ihnen war es vergönnt, das Geheimnis der nicht möglichen Staatspleite zu erfinden:

Der Staat muss Sorge tragen, dass seine Währung zur internationalen Währung wird. Und das haben die Freunde jenseits des Atlantiks prima geschafft. Jede Schüppe Kohle, jedes Fass Öl und jeder Ballen Kautschuk, von Kaffe und Bananen ganz zu schweigen, wird in US-Dollar berechnet. Hin und Wieder erlaubt es sich der Kongress, den Präsidenten zu ärgern, in dem er, der Kongress, eine Neuverschuldung nicht genehmigt. Das dient der Aufrechterhaltung der Weltmeinung, dass die USA eine auf den „Menschenrechten“ fußende Demokratie sind. Danach laufen wieder die Dollarnoten aus der Notenpresse, natürlich.

 

Bisken Schau muss sein, oder?

 

Was aber, wenn ein Ölscheich seine Barrel in Euros bezahlt haben will? Oder in dem chinesischen Yuan, jeder vierte Erdbewohner ist schließlich chinesischer Staatsbürger?

 

Dann bricht der Welthandel komplett zusammen. Er funktioniert nur, solange sich die Menschheit einig ist, dass der Dollar einen Wert darstellt und nicht nur heiße Luft ist.

Denn der Welthandel, wenn er mit Dollar bezahlt, gibt in Wahrheit die Konzession auf den Erwerb eines Haufens Papierschnitzel weiter.

Ausgenommen sind die Tauschgeschäfte. Wir schenken den Chinesen einen Transrapid, mit dessen Entwicklung der Steuerzahler der Firma Siemens viele ruhige Jahre bescherte und bekommen dafür Nicht-TüV-Freie Silvesterkracher. Wobei die Frage nach der TüV-Freiheit eine rein rhetorische ist.

 

Eigentlich darf man gar nicht darüber nachdenken…{jcomments on}

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Friedhelm Möllmann

Friedhelm Möllmann

Friedhelm wurde im Februar 1950 in Gladbeck Zweckel geboren, zog im Alter von einem Monat nach Scholven um und wurde damit zum überzeugten Bueraner. Er ist bekennender Christ und wohl auch bekennender, weil kritischer Katholik. Schriftsetzer mit allen Gutenbergschen Würden. Gelernt hat er bei der damals besten “Bude” der Welt, K+B auf der Hagenstraße in Buer. Er ist ohne Probleme durch die Zwiespältigkeit der Jugend, hie DPSG, dort Rock’n'roll, gekommen. Er hat kein Abitur. Seit 1980 ist er verheiratet, mit mittlerweile zwei erwachsenen Nachfahren, nach 3 Herzinfarkten und einem Stammhirnapoplex ist er seit 2011 berentet und nicht mehr ganz fit – aber nur körperlich!! Er gehört keiner Partei an, wobei er den Unionsparteien, der FDP, den Piraten, den Grünen und den Linken ganz besonders nicht angehört. Nach IG Druck und Papier, nachmals IG Medien, jetzt bei IG ver.Di nur noch zum Rentnerbeitrag Mitglied. Friedhelm Möllmann verstarb im Oktober 2015.

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