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Welcom Scotland

Nun ist mal wieder ein Kampf zwischen zwei wichtigen Kontrahenten enschieden. Nach Caesar und Asterix, Tom und Jerry, Theo und dem Rest der Welt standen jetzt Mr. Cameron, englischer Brite und Mr.  Salmond, schottischer Brite im Ring.

 

Es ging darum, ob Schottland, vorwiegend von den Nachfahren der Picten und Scoten bewohnt, weiterhin Teil Großbritanniens bleiben oder unabhängig und autonom werden solle. Wir sind es gewohnt, in einer Föderation zu leben und fühlen uns so pudelwohl darin, dass wir nach der Vereinigung der beiden Deutschen Reststaaten („Deutsche Ostgebiete“ gibt es seit der KSZE nicht mehr. Das ist traurig, aber alternativlos), in der ehem. DDR 5, in Worten „fünf“, neue Bundesländer etablierten, obwohl in der gesamten DDR weniger Menschen lebten als bei uns in NRW. Fünf neue Länder heißt fünf neue Parlamente mit einem Stall voller Abgeordneter, die jetzt alle für vier Jahre gezwungen sind, von den mickrigen Tagesgeldern zu leben.

Obwohl wir zwei Freistaaten und zwei Stadtstaaten in unseren Reihen finden, klappt es mit der Brüderlichkeit eigentlich ganz gut.

1986 begegnete ich in der Reha in Salzuflen einem Schotten, Jahrg. 1927, der hier 1945 als Sieger einzog, sich hier in eine heimische Krankenschwester verliebte, deutsch lernte, sie heiratete und Mauerer und Vater wurde. Er klärte mich um die Geschehnisse um den letzten Gefangenen in Spandau, Rudolf Heß auf. Dieser saß nicht als Stellvertreter des Führers lebenslang als Kriegsverbrecher ein. Stellvertreter Hitlers war er nur innerhalb der Partei, und die NSDAP war nach der totalen Machteroberung Hitlers unbedeutend geworden.

Nein, er  saß in Spandau, weil er nicht nach England geflogen war, wie wir lernten, sondern nach Schottland. Und wenn es ihm gelungen wäre, Schottische Kräfte zu gewinnen, hätte Hitler die Briten in die Zange nehmen können. Und, wie mir Mr. Monahan versicherte, dafür standen Heß’ Chancen nicht schlecht.

So tief war die Antipathie noch zur Mitte des 20. Jahrhunderts.

Der Zufall wollte es, dass in meiner Salzuflener Zeit auch ein Englischer Brite eingeliefert wurde mit dem Namen Mr. Smolle, ehem Rheinarmist und jetzt Koch. Ich kam mit beiden sehr gut aus. Mr. Smolle sprach nie ein Wort mit Mr. Monahan, weil er grundsätzlich nicht mit Schotten spräche und vice versa, weil Mr. Monahan einen Engländer nicht einmal anschaute.

Also gab es 1986 zumindest noch gewisse Ressentiments.

Jetzt sind sie wieder ein Volk!

Der Verstand hat über das Herz gesiegt. Und wie geht es weiter?

Von 1.000 Wahlberechtigten haben immerhin 447 mit Ja für die Unabhängigkeit gestimmt. Mr. Camerons Versprechungen nach mehr Autonomie wird von diesen Leuten in Bälde eingefordert werden.

Und dann kommen die Waliser und die Nordiren und die Angelsachsen. Und die werden auch wollen…

Wir Europäer sind zufrieden, denn mit Britannien ohne „Groß“ hätte neu über den Beitritt verhandelt werden müssen. Natürlich auch mit Schottland. Ansonsten droht keine Gefahr, denn Südtirol hat sich wohl abgefunden mit Italien. Aber schon dräut Spanien zu zerbrechen.

Auch das werden wir überleben .{jcomments on}

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