Der doppelte Wortbrecher

Der doppelte Wortbrecher

Ex-Messias entpuppt sich als Lügen-Schulze

Immer wieder gerne wird, etwa auf Hochzeits- oder Geburtstagsgrußkarten, eine Zeile aus Hermann Hesses „Stufen“ zitiert: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“. Mit Blick auf den heutigen Tag, an dem die Verlierer-GroKo zwischen den Vertretern von CDU/CSU und SPD besiegelt worden ist, und mit einem Blick zurück auf den Tag, an dem der Mann aus Würselen alias Martin Schulz alias Wortbrecher zum Parteivorsitzenden der SPD gewählt worden ist, kann man nur noch von einem faulen Zauber sprechen, einem plumpen Täuschungsszenario, in dessen Mittelpunkt ein Gernegroß steht, der es tatsächlich schafft, die SPD schneller in die Bedeutungslosigkeit zu führen als mancher seiner ebenfalls gescheiterten Vorgänger, so etwa Kurt Beck (der als Mecki in den Salamander-Geschichten wirkte) oder der Radfahrer und Pool-Planscher Rudi Scharping.

Schien Schulz zunächst nicht nur Wasser in Wein verwandeln oder – wahlweise – über Wasser laufen zu können, wurde schon während der Wahlkampfes klar, dass der Mann nur in der Lage war, heiße Luft zu produzieren. Fernab der gesellschaftlichen Wirklichkeit und der Probleme der Menschen in unserem Land hatte er Jahre auf seinem gut dotierten Posten in Brüssel verbracht, gab jetzt aber den „kleinen Mann von der Straße“, den die Nöte der Menschen nicht schlafen ließen. Zeit für Gerechtigkeit- Zeit für Martin!

Zeit für Phrasendrescherei!

Aber das lockte so ziemlich niemanden hinter dem Ofen hervor, außer einigen  eingefleischten Parteigängern von Schulz, die ihre durch Autosuggestion herbeigeträumten Wahlsiegphantasien auf den Mann projizierten, der mir schon alleine wegen der Koketterie mit seiner einfachen Herkunft (Schulz- der „einfache“ Buchhändler) auf die Nerven viel.

Dann kam die Klatsche! Die Wähler ohrfeigten die SPD und ihren Schulz (Wortbedeutung Schulz/Schulze/Schultheiß: Gemeindevorsteher bzw. Vollzugsbeamter).

Und noch an diesem Abend kam die erste Ansage, die Schulz nur kurze Zeit später bereits brach: Lauthals verkündete er vor Kameras und Mikrophonen, dass seine Partei in die Opposition gehen werde, um sich dort zu erneuern. Und mit ihm verkündete dies auch der Vorstand der Partei.

Nun, wir wissen, wie die Dinge gelaufen sind. Nur wenige Wochen später machte  das Wort von der „Verantwortung“ die Runde, das Gelaber von der völlig veränderten Situation und der Notwendigkeit einer stabilen Regierung. Die GroKo-Verhandlungen begannen.

Nun sind diese (vorläufig) beendet – mit dem zweiten Wortbruch des Herrn Parteivorsitzenden. Nach der  Wahl hatte er nämlich bei einer  Pressekonferenz auf die Frage eines Journalisten, ob er bereit sei, in ein Kabinett Merkel einzutreten, getönt: „In eine Regierung von Angela Merkel werde ich nie eintreten!“ NIE! NIE!

Jetzt aber tritt er als Vizekanzler und Außenminister ins  Kabinett ein, ein Repräsentant der Republik, dem überall, wo er auftritt, der Ruf des doppelten Wortbrechers vorauseilen wird.

Dass seine Partei nach den aktuellsten Umfragen bei unter 20% gehandelt wird und die (angebliche) Große Koalition verschlissener und letztlich bereits gescheiterter Politzombies (Merkel, Seehofer, Scholz und Schulz) keine Mehrheit mehr beim Wahlvolk hat, scheint ihn dabei wohl nicht zu stören.

Hesses Anfangszeilen aus „Stufen“ jedenfalls sind dem Buchhändler(!) aus Würselen wohl nicht bekannt – oder sie sind ihm wurscht:

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein
!

 

 

 

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Bernd Matzkowski

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geb. 1952, lebt in GE, nach seiner Pensionierung weiter in anderen Bereichen als Lehrer aktiv
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2 Kommentare

  1. eine kleine Korrektur: nein, Vizekanzler wird der Hobbit aus W. nun doch nicht, damit wäre er wohl überfordert. Diesen Posten bekommt Herr Scholz, der auch als Finanzminister vorgesehen ist und seit dem G20-Gipfel in Hamburg als Bürgermeister der Hansestadt politisch so gut wie vebrannt ist und es bis heute nicht geschafft hat, die Kosten der Stadt für den Gipfel zu bilanzieren, was ihn als Finanzminister bestimmt qualifiziert (Kosten des Gipfels für den Bund, also die Gesamtheit der Steuerzahler, übrigens: 70 Millionen Euro). Den Parteivorsitz will Schulz an die Quietscheente und Radautüte Nahles übergeben, die sich durch peinliche Gesangseinlagen im Bundestag und dumme Sprüche einen Platz ganz weit oben erkämpft hat (Ab morgen gibt es auf die Fresse! Bätschi!)
    Was die Frage aufwirft: Was wird aus Siggi G.?

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