Lust am Untergang?

Gibt es überhaupt noch eine angemessene Wortwahl, um das zu beschreiben, was die Koalitionäre unserer „stabilen“ Regierung treiben?

Gibt es eine angemessene Haltung, diesem – wahlweise – Trauerspiel, dieser Farce, diesem Schmierentheater, dieser abgrundschlechten Inszenierung von Politik gegenüber? Häme, Spott, Verzweiflung, Mitleid, Sarkasmus?

Die SPD, die älteste demokratische Partei unserer Republik, zerlegt sich selbst. Ihre Führung  offenbart sich als Intrigantenstadl, als Ansammlung selbstsüchtiger Polit-Clowns, als Club von Radautüten und Wortbrechern und als ein Verein von Krähen, wo eben doch, anders als im Sprichwort, die eine der anderen ein Auge aushackt.

Die CDU offenbart sich als Partei ohne Substanz und Markenkern, als ein Verein, an dessen Spitze eine verbrauchte, starrsinnige, aber machtbesessene Frau steht, die sich an ihr Amt klammert, koste es die Partei – und das Land – was es wolle, vor der aber alle kuschen und deren Phrasen bei ungeschütztem Zuhören innere Blutungen hervorrufen können.

Anstatt ihn in seinem Eisenbahnkeller an einen Stuhl zu fesseln, schickt die CSU einen Voll-Horst nach Berlin, für den es in Bayern keine Verwendung mehr gibt, weil man mit ihm die Landtagswahl zu verlieren fürchtet und weil er  regelmäßig Anzeichen präseniler Demenz zeigt.

Und diese Koalition verabschiedet ein Programm, das aus einem Flickenteppich einzelner Maßnahmen besteht, die vor allem viel Geld kosten – Geld, das man den Steuerzahlern verdankt, denen man nun Geschenke macht, die sie selbst bezahlen müssen.

Und das alles vor dem Hintergrund der jüngsten  Wahlumfragen!

Ja, ich weiß, es sind keine wasserdichten Prognosen, es gibt Abweichungen zwischen den Ergebnissen der Umfragen und den tatächlichen Ergebnissen einer Wahl. Bei der letzten Bundestagswahl lag die mittlere Abweichung  bei 1,57 Punkten, die maximale Abweichung bei 4,7 und die minimale Abweichung bei 0,2 Punkten. Aber was wir sehen können, ist ein Stimmungsbild, eine Thermometeranzeige der momentanen Befindlichkeit. Und da lässt sich seit Wochen eine Trend erkennen, der für die Koalitionäre eindeutig nach unten geht und mit den Ergebnissen, die heute veröffentlicht worden sind, einen neuen Tiefstand erreicht. Demnach verlieren CDU/CSU und SPD nicht nur weiter an Zustimmung, sonder verfehlen auch deutlich eine Mehrheit.

Und hier die Zahlen der sog. „Sonntagsfrage“:

CDU/CSU: 29,5%

SPD:16,5%

AfD:15,0%

Grüne: 13,0 %

Linke:11,5%

FDP:10,5%

Frage also noch einmal:

Gibt es eine angemessene Haltung, diesem – wahlweise – Trauerspiel, dieser Farce, diesem Schmierentheater, dieser abgrundschlechten Inszenierung von Politik gegenüber? Häme, Spott, Verzweiflung, Mitleid, Sarkasmus?

Oder soll man einfach Lust am Untergang entwickeln!?

 

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Bernd Matzkowski

Bernd Matzkowski

geb. 1952, lebt in GE, nach seiner Pensionierung weiter in anderen Bereichen als Lehrer aktiv
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Ein Kommentar

  1. Ich sehe das Ganze sehr ähnlich. Und zwar nicht nur kritisch im politischen Sinne, sondern eher mit erstauntem Entsetzen. Man kann sich tatsächlich nur noch die Frage stellen, ob die Beteiligten noch wissen, was sie da tun und welchen verheerenden Eindruck sie vermitteln. Vor allem die derzeitigen Akeure der SPD hat diese alt-ehrwürdige Partei – und haben vor allem auch die auf den unteren Parteiebenen Handelnden – m.E. nicht verdient.

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