O heiliger Sankt Florian, verschon‘ mein Haus, zünd‘ and’re an! Nachbarn feiern Wegzug von Nachbarn…

Nachbarn feiern Wegzug von Nachbarn…

Es ist ja nicht so, als wenn es in meinem Umfeld solche oder ähnliche Geschichten wie in dem WAZ Artikel beschrieben, nicht gäbe. Gewaltexzesse, Gruppengewalt, Messerstechereien, Verslumung, Verwahrlosung der Sitten, Verrohung, Defäkation aus Fenstern, Wegelagerei auf Bürgersteigen, sind dem aufmerksamen Bürger auch hier nicht unbekannt.

Wie ich immer (noch) höre, sind das alles Einzelfälle, fokussierte Wahrnehmungen und das Reden darüber wäre skandalisierende politische Suppenkocherei, um dem friedlichen Zusammenleben aller zu schaden.

Ich solle und müsse (wenn denn meine Wahrnehmungen stimmen würden) Geduld haben, mit gutem Beispiel voran gehen, das positive (vor)leben und interkulturelle Kompetenz entwickeln.

Oder weg ziehen.

Die Benennung von Missständen allein würde keinesfalls Änderungen bewirken, weshalb man damit schon sehr Nahe am Rassismus sei, sagen diejenigen, die all diese Probleme nur aus der Ferne und vom Hörensagen kennen.

Und klammheimlich froh darüber sind, dass sich das Elend in Gelsenkirchen versammelt, der Kelch der „Freizügigkeit“ auch für Verarmte, an ihnen, an ihrer Straße, ihrem Viertel, ihrer Stadt vorbei geht.

Ich habe da so ein romantisch-melancholisches Gefühl für meine Freunde, Bekannten, aber auch all die mir fremden Besserwisser, die nie mit diesen Situationen und Zuständen konfrontiert sind, aber wissen, wie man es richtig macht.

Jedenfalls wie sie es machen würden, wenn sie solche Probleme hätten.

Aber nichts machen, weil dann möglicherweise durch den Verdrängungsdruck die Probleme zu ihnen kämen, statt vor meiner Haustür zu bleiben.

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Heinz Niski

Heinz Niski

Handwerker, Rentner,

3 Gedanken zu „O heiliger Sankt Florian, verschon‘ mein Haus, zünd‘ and’re an! Nachbarn feiern Wegzug von Nachbarn…

  • Lucius Leuchtenträger
    9. Juni 2018 um 21:48
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    Sehr geehrter Herr Niski!
    Habe ´mal nachgeschaut, was die Wahlergebnisse 2017) in Hagen angeht: da hat die AfD 12,8% geholt; da gehe ich jetzt mal davon aus, dass in dieser Straße ganz viele AfDler wohnen und noch schlimmere Gesinnungstäter, die eben keine Toleranz für andere Kulturen und ihre Lebensgewohnheiten haben und das Fremde (und auch die Fremden) einfach ablehnen.
    Hagen- das ist ja schon nahezu Sauerland. Da müssen die Menschen in den Bergdörfern eben noch lernen, dass es nicht nur die Schützenfest-Kultur gibt, sondern auch andere kulturelle Muster, wobei ja sicher wieder einzelne Fälle aufgebauscht wurden. Das ist ja so eine Strategie.
    Ich sage nur: nehmt euch ein Beispiel an dem Leitantrag des Vorstandes zum Parteitag der Partei“Die Linke“ an diesem Wochenende; da heißt es u. a. voll korrekt:
    „Integration geht anders. Menschen, die derzeit keine Aufenthaltsbewilligung haben und in
    Rechtlosigkeit und Illegalität gedrängt werden, sollen eine unbefristete Aufenthalts- und
    Arbeitserlaubnis erhalten, um ein geregeltes Leben in Würde führen zu können. Nicht der Pass,
    sondern die Menschen stehen im Vordergrund: Wir streiten für gleiche Rechte für alle, die hier leben. Viele Menschen haben das Gefühl, dass sie nicht bekommen, was ihnen zusteht. “
    Und die jetzt Weggezogenen, die hat man bestimmt in die Illegalität gedrängt, die wollten doch auch nur ihre Rechte und hatten das Gefühl, dass sie nicht bekommen, was ihnen zusteht. Und jetzt hat man sie auch noch vertrieben und feiert ein Fest! Was in Deutschland schon wieder möglich ist, ist unglaublich.

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  • Heinz Niski
    10. Juni 2018 um 8:16
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    Eine der größten zivilisatorischen Leistungen ist es, Widersprüche auszuhalten. Für die Fälle, wo es nicht recht klappen will, hat man vor Jahrtausenden den Sündenbock erfunden. Mich hat schon immer fasziniert, wie z.B. SPD Mitglieder die Desintegrationsarbeit von Gülen Bildungseinrichtungen und DITIB Funktionären ausblenden können, weil große Teile ihrer Stammwählerschaft sich dort kulturell, politisch, ideologisch heimisch fühlen.

    Vergnüglich und lehrreich wird es besonders dann, wenn ganz pfiffige aus der Not eine Tugend machen. Zur Erheiterung deshalb hier der Blick über den Tellerrand zu Leuten, die keine Feste feiern, wenn Nachbarn wegziehen, sondern alles unternehmen, damit die Nachbarschaft wächst und stabil bleibt.

    Sozialbetrug in Bremerhaven

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  • 21. Juni 2018 um 11:27
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    Hallo Herr N. (und auch Herr M.)

    Ich kann nicht beurteilen, ob Sie der oder die einzigen Leser dieses Blogs sind. Es deutet ja einiges darauf hin, z.B. die fehlenden Rückmeldungen durch Leser. Vielleicht scheuen die Besucher dieser Seite aber auch die Folgen, die eine öffentliche Bestätigung oder Ablehnung Ihrer Texte mit sich bringen könnten. Deshalb kommentiere ich diesen Beitrag wie folgt:

    https://www.nzz.ch/international/fuer-frauen-hat-sich-die-sicherheit-im-oeffentlichen-raum-verschlechtert-ld.1394976

    p.s. ich verlasse mich darauf, dass Sie die DSGVO umgesetzt haben und keine IP Adressen speichern oder loggen.

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