Men in Black – ich will mehr davon

Ich bin ein hoffnungslos romantisierender Nostalgiker, der mit Begeisterung Alltagsvergangenheitsverklärung als Liebhaberei betreibt. Heute z.B. stand ich im Supermarkt in der Schlange vor der Kasse und verschwendete mich in Erinnerungsschwelgereien an die gute alte Zeit, als an der Kasse nur die Kinderquengelware für Ablenkung und Unterhaltung sorgte. Genervte Mütter, kreischende Kinder, die auf dem Boden rotköpfig nach Luft rangen, weil es den Kassen-Verführungs-Lolli nicht geben sollte, grummelnde Hintenan-Schlangensteher, die was über bessere Erziehung murmelten, das wars schon an Amüsement und Zerstreuung in den Zeiten, als alles noch „Gut“ war.

Das reicht schon längst nicht mehr, um Einkauf zum Event zu pimpen. Deshalb gibt es seit einigen (wenigen) Jahren nun überall diese Man In Black. Jeder Ein-Euro Laden, jeder noch so unaufgeräumte oder unsortierte Lebensmitteldiscounter, hat eine Variante dieser Filmfiguren, die mit stechenden Röntgenblicken den Kunden das Gefühl geben, mehr über ihn zu wissen, als er selber. Hier darf man sich wieder klein fühlen, vorsorglich bestraft, ertappt, durchschaut. Beichtväter und Kaplane, Schutzmänner und Parkwächter, Fahrkartenkontrolleure und Bademeister, all die verschwundenen Autoritäten, feiern ihre Wiederauferstehung in der Inkarnation der „Wächter des Ladens“ – all den Statistiken und vollmundigen Versicherungen über die schwindende Kriminalität zum Trotz.

Ein Anfang ist gemacht.

Lasst mehr dieser Autoritätsträger aus der schönen guten alten Zeit wiederauferstehen.Gerne in passender Uniform und mit Insignien der Macht. Einem scharfen Schäferhund, einem dicken Knüppel, einer schrillen Pfeife……. einem Rohrstöckchen….

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Heinz Niski

Heinz Niski

Handwerker, Rentner,

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