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Früher gab es Exzentriker, heute Narzissten

Das frühe archaisch-anarchische Internet mit seinen Mailinglisten und digitalen Brettern ist längst in Vergessenheit geraten. Spannendes, skurriles, schräges, abwegiges, wurde gezähmt, gebannt, mit Strafen belegt, Netiquette Regeln tauchten auf und wurden durch Wokeness-Bewegung und Cancel Culture noch verschärft.

Die gesellschaftlich geächteten Gewalt- und Foltersüchtigen, die Pädophilen, tauchten ab ins Darknet, Politgruppen der Ränder verschwanden in Messenger Diensten.

Genügend Raum also für als politisch korrekt „gelesene“ Minderheiten, ihre Fetische, z.B. Puppyplay, öffentlich zu präsentieren und als die Gesellschaft befreiendes Statement bejubeln zu lassen.

Andere nutzen den Raum für ihre Selbstvermarktung, sei es als Politiker, die so ihre Arbeitswut und ihre Verbundenheit mit dem Wähler dokumentieren lassen, oder als Künstler, die im Charity-Business beheimatet sind und uns von ihrer Morgentoilette bis zum Einschlafbussi mit ihrem Kuschelwuschel,  ihr Leben ausbreiten.

Journalisten posten Traute-Runden-Selfies mit den Subjekten, über die sie eigentlich aus kritischer Distanz berichten sollten, wer nicht mitmacht beim Augenzwinkernden „meine Seilschaft, meine Hood, mein Stallgeruch“ und solchen Krähen doch ein Auge aushackt, braucht ein schnelles Pferd.

Next Level – die nächste Stufe, die es zu ertragen gilt, ist bevölkert mit Narzissten, die früher eher unter dem Radar blieben und hier und da literarisch beschrieben wurden, oder als Popkultur Phänomen auftauchten, Massenhysterien auslösten, aber auf sich nahmen, Stellvertreter zu sein.

Self-Empowerment, die woke Auslegung von Selbst-Befähigung, -Ermächtigung, hat einen neuen Typus Mensch kreiert, mit dem sich der amerikanische Kommentator, Social Media Influencer Joey Borelli  alias Joey B Toonz, beschäftigt.

Narzissten, denen nichts sakrosankt ist, Hauptsache es gibt einen Spiegel, in dem sie sich betrachten, selbst darstellen können und andere an ihrer Genialität, Schönheit und Wichtigkeit teilhaben lassen können.


Auschwitz


Ukraine


TikTok


Generation Zero


Offen bleibt, wie schnell dieser neue Trend auch Teil unserer Gesellschaft wird, Antidots gibt es ja einige – manche kulturell anders geprägte Gruppen hierzulande, würden ihr Unverständnis möglicherweise undemokratisch äußern.

Schaun mer mal, es wird nie langweilig.

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8 comments

Ro.Bien. says:

Gerade bei der unfassbar grandiosen Straßentheatertruppe beim Manegefestival in der Hauptbronx am 25ten Juni beobachten dürfen. Während ihrer pantominmischen Darstellung durch die gesamte Einkaufmeile der Neustadt, folgte den acht Schauspielern eine Meute migrantischer Jungs jeglicher Coleur, so zwischen 10 und 14 Jahre alt. Sie wussten dabei sich selbst nicht besser als feixend, giggelnd, hin und her springend mit Hitlergrüßen und Fingerzeichen eines imgaginären Schnurbärtchens in Szene zu setzen. . AUSGERECHNET. Alles Andere an Provokation scheint durch zu sein. Mal sehen, was als Nächstes kommt.

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Heinz NiskiHeinz Niski says:

Kann auch ein Zeichen von Wertschätzung gewesen sein, in manchen muslimisch geprägten Ländern wirst du als Tourist gelobt, weil Deutschland einen Hitler hervorgebracht hat. Falls die Kids auf die hässliche rassistische Nazifratze der Mehrheitsgesellschaft hinweisen wollten, geht natürlich auch so herum. Mysteriös würde es, wenn zu den Hitler Parodien noch verächtlich „Ihr Juden“ gerufen würde.
Wahrscheinlich aber wollten sie nur ihre Hilflosigkeit angesichts von etwas Schönen, Fremden, Berührenden ausdrücken.

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Ro.Bien. says:

Wahrscheinlich. Zumal das seit Jahren ein Thema von Kamchatká aus Barcelona ist. Flucht. Wirklich spannend war, dass migrantische Männer richtig Angst hatten – was diese Menschen denn hier wollten, die ja in „ihre Häuser“ „gespielt“ eindrangen. Ob sie jetzt wieder aus ihren Wohnungen müssten. . Auf die Erklärung: „Das sind Schauspieler“ – waren sie völlig verwirt: „Wie – da sind doch nirgendwo Kameras!“ Wiederum ein einzelner Rom war völlig begeistert und sprühte fast über vor Bewunderung.
Ernsthaft. Unvergesslich der Abend. Große Kunst – mitten im bunten Elend. Was die Sache noch den Schliff gab.
Und nicht mal ein Nachbericht. Nirgends.

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Fra.Prez. says:

Die kleinen Racker wollten doch nur spielen

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Ro.Bien. says:

So wars wohl. Da bietet die Stadt so was Herausragendes – und dann reichts nicht mal für nen Nachbericht. Schade.

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Ther.Bann. says:

und wieder mal ein Beitrag zu dem ich nix beitragen kann – muss est mal monate wenn nicht jahrelang checken und lernen

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