Zweizeiler der Woche: Gullewanz Krabbler

Warum wir uns in jemanden verlieben, ist zum Glück immer noch ein Geheimnis, auch wenn verschiedene Faktoren genannt werden können, die eine Rolle spielen: die Attraktivität des anderen, gemeinsame Interessen, chemische Einflüsse bzw. biochemische Prozesse (Hormone, Gerüche). Es soll angeblich so sein, dass wir bei einer ersten Begegnung nach 7 Sekunden bereits entschieden haben, ob wir einen Menschen mögen oder nicht – wir scannen den anderen ab und entscheiden dann bereits, ob er als Partner oder Partnerin infrage kommt. Und natürlich spielen (soziale) Orte der Begegnung eine Rolle für den Beginn einer Beziehung. Dazu gehören Begegnungen im Freundes- und Bekanntenkreis, natürlich Arbeit, Schule und Ausbildung, das Treffen im Verein, beim Sport oder einem Hobby, dazu Kneipen und Discos oder ähnliche Orte und natürlich „das Netz“. Nähe kann eine Rolle spielen, aber, wenn auch in geringem Maße, die zufällige Begegnung mit der Liebe auf den ersten Blick. Es kann aber auch dauern, bis man den anderen oder die andere überhaupt erst „entdeckt“, obwohl man sich schon lange kennt. Davon erzählt das heutige Gedicht!

Einen schönen Sonntag noch und eine liebevolle Woche!

 

Gullewanz Krabbler: Gummitwist

Gullewanz Krabbler, der Fördermaschinist

Trainierte in der Freizeit häufig Gummitwist

Den Schweiß, den Staub, den ganzen Arbeitsdreck

Twistete sich Gullewanz nur zu gerne weg

Mit Frizantine Elderlich twistete er 12 Jahre

Sie war seine Nachbarin, er liebte ihre Haare

Sie wohnte gegenüber im Haus mit Nummer DREI

Er schaute oft herüber, ob sie zuhause sei

Sie twisteten gemeinsam jeden schönen Tag

Und Gullewanz, der dachte: Ob ich sie mal frag?

„Du weißt, ich finde unseren Twisten wirklich schön!

Aber hättest du nicht mal Lust, dass wir ins Kino gehen?“

Da verhedderte sich Frizantine im Gummi mit dem Knie:

„Und ich hab schon gedacht, du fragst mich wirklich nie!“

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