Gemischte Früchte sind in der Vorstellung der deutschen Hausfrau oder des deutschen Hausmannes eine Mischung aus Dosenfrüchten (schnelle Herstellung und hoher Zuckerfaktor sind garantiert) oder frischem Obst aller Art, was bei der Zubereitung natürlich mehr Arbeit bedeutet und zudem mehr Abfall produziert. Schon alleine das Schälen der fruchtigen Bestandteile des auch „Obstsalat“ genannten Nachspeise-Produktes ist ein zusätzlicher Aufwand gegenüber dem Öffnen der Dosen mit ihrem Inhalt.
Etwas anderes sind die Inhalte der Dosen. Da steht uns bestenfalls die Inhaltsangabe auf dem Etikett der Dosen zur Verfügung, wogegen wir beim Produkt aus frischen Früchten nicht nur wissen, was wir bekommen, sondern auch noch selbst über die Zusammensetzung der Früchte bestimmten können – in Abhängigkeit von der Jahreszeit und den Lieferketten! Etwas komplizierter wird es allerdings bei den geistigen Bestandteilen des Fruchtsalates, denn den kennen im Normalfall nur der Verfasser der Botschaft und der oder die Empfänger – es sei denn, es geht um einen „offenen Brief“, denn der soll von möglichst vielen „Empfängern“ gelesen werden, um eine Meinungs- oder Haltungsänderung zu bewirken und – bestenfalls – Handlungen einleiten.
Wie ist es aber im Falle von Botschaften (Früchten), die nur für einen Empfänger bestimmt sein sollen, aber trotzdem den Bezirk der Öffentlichkeit erreichen, auch wenn der Absender es nicht will? Gilt dann: „Das Private ist öffentlich!“ oder „Das Private ist politisch!“?
Der Satz „Das Private ist politisch“ wurde erstmals von Carol Hanisch in der Publikation „Notes from the Second Year: Women’s Liberation“ geprägt und zu einem Grundsatz der frühen Frauenforschung. Er besagt, dass persönliche Probleme von Frauen, wie zum Beispiel sexuelle Belästigung oder Diskriminierung, nicht nur individuelle Erfahrungen sind, sondern auch gesellschaftliche und politische Ursachen haben (siehe hierzu auch WIKIPEDIA, Politik der ersten Person***)
Gehen wir einmal davon aus, dass ein Staatsmann (exzentrisch, sich selbst gerne ins Rampenlicht stellend, sprunghaft) eine Karriere hinter sich gebracht hat, die ihn bis ins höchste Staatsamt geführt und mit einer breiten parlamentarischen Mehrheit ausgestattet hat. Gehen wir weiter davon aus, dass dieser Staatsmann als relativ junger Mann, sozusagen am Anfang seiner Karriere, einem politischen Freund einen Brief geschrieben hat, der mit einer Zeichnung verziert ist, die – von ihm selbst verfasst – einen weiblichen Akt zeigt, der mit Schamhaaren versehen ist. Ist dieser Brief samt der Zeichnung nur „privat“ oder schon politisch, weil der Verfasser von Brief samt Zeichnung inzwischen ein hohes politisches Amt innehat? Ist der Brief heute „frauenfeindlich“ oder war er das schon, als der Brief verfasst und verschickt worden ist? Müsste der (vermeintliche) Verfasser des Briefes für seine (damalige) Haltung Abbitte leisten oder zumindest erklären, dass diese Zeichnung, wenn sie denn im Brief enthalten ist, heute wie damals die Grenze zur Unanständigkeit deutlich überschreitet?
Das sind Fragen, die wir – leider – nur stellen, aber nicht beantworten können, weil wir den Brief nicht vorliegen haben.
Es könnte ja auch sein, dass die Zeichnungen einem Lehrbuch der weiblichen Anatomie entnommen sind und einfach nur einem Kommilitonen oder einer Kommilitonin auf die Sprünge helfen sollen, um eine Schwäche in den Kenntnissen der Anatomie auszubügeln.
Das ist wie mit dem Obst aus der Dose: Um wirklich wissen zu können, was in der Dose enthalten ist, müssten wir sie öffnen können. Alles andere ist und bleibt Spekulation!
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***Politik der ersten Person
„Politik der ersten Person ist ein politisches Konzept, das eine so genannte Stellvertreterpolitik ablehnt, die Trennlinie zwischen „privat“ und „öffentlich“ zurückweist und die Politisierung der Privatsphäre beinhaltet.
Das Private ist politisch
Der Slogan „Das Private ist politisch“ wurde erstmals von Carol Hanisch in der 1970 von Shulamith Firestoneund Anne Koedt herausgegebenen Publikation Notes from the Second Year: Women’s Liberation verwendet. Er wurde zu einem Grundsatz der frühen Frauenforschung.[1] Anders als noch in der ersten Frauenbewegung ging es nicht nur um Fragen, wie die des Wahlrechts oder um die Einbindung und Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen. Mit „Das Private ist politisch“ oder auch „Das Persönliche ist politisch“ wurde ein neues Politikfeld geöffnet, in welchem unmittelbar gekämpft wurde.[2]“ (WIKIPEDIA)



um wen geht es… Merz? Putin? Macron? Erdogan? Kim?