Das Absurde kann jeden beliebigen Menschen an jeder beliebigen Straßenecke anspringen.“ Albert Camus
„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“, könnte man sagen, wenn man auf das Schreiben der 200 schaut, die sich an den Kanzler aus dem Sauerland in einem „Offenen Brief“ gewandt haben. Denn kaum waren die Worthülsen zu Papier gebracht, spielte die in Tunneln lebende Hamas, die seit Anfang 2006 (ein Ausweis an demokratischer Kultur!) keine Wahl mehr durchgeführt hat, einfach nicht mit, sondern veröffentlichte Videos mit in Tunnelgängen isolierten Geiseln des Überfalls auf Israel vom 7. Oktober 2023.
Die Hamas und befreundete Milizen griffen damals die Besucherinnen und Besucher eines Musikfestivals an, verschleppten und töteten friedliche versammelt Menschen, überfielen mehrere jüdische Siedlungen, töteten dort Lebende und verstümmelten und vergewaltigten jüdische Frauen und junge Mädchen. Folgt man israelischen Quellen wurden bei dem Angriff 1139 Menschen getötet, etliche als Geiseln verschleppt, von denen eine unbekannte Zahl immer noch in Gefangenschaft der Hamas gehalten wird.
Die Welt hätte so schön sein können, jedenfalls ein Stück besser, wenn die Terrorfürsten die Geiseln freigelassen, ihre Waffen abgegeben, die Existenzberechtigung Israels anerkannt und sich einem Mandat der UN (oder einer Hilfsorganisation) unterworfen hätten. Stattdessen benutzen die „Gotteskrieger“ die Menschen in Gaza aber lieber als Schutzschilde, greifen Teile der jetzt ins Land kommenden Hilfsgüter ab und überfluten uns mit Bildern jammernder Mütter, die einmal mehr den Verlust ihrer Kinder beklagen. Natürlich sind die Bilder, die seit Tagen durch unsere Wohnzimmer, unsere Zeitungen und unsere Köpfe gespenstern, schrecklich! Natürlich greift uns das Leid der Familien an, die ihre Kinder nicht ernähren können und denen sie keine medizinische Versorgung bereitstellen können! Natürlich wirken die Bilder, die täglich auf uns einprasseln, Mitleid erweckend!
Und natürlich – das verschweigen die Unterzeichner des Offenen Briefes geflissentlich, kommt es hierbei zu einer Täter-Opfer-Umkehr, denn uns wird suggeriert, die Israelis seien Ausgangspunkt und Verursacher des Leids und des Elends der Menschen in Palästina!
Man mag Kritik an der gegenwärtigen Strategie der israelischen Führung üben, man mag auch einen Waffenstillstand fordern! Man mag ebenso fordern, dass die Hamas den Weg frei macht für die Herausgabe aller Geiseln! Man mag die Herausgabe aller Waffen verlangen, die den Frieden und das Gleichgewicht stören! Man mag die Anlieferung ausreichender Mengen an Wasser, Medikamenten und Lebensmitteln verlangen!
Ja, man mag sogar verlangen, dass sich Israeli, Palästinenser und alle Menschen, die die Region bevölkern, endlich gemeinsam auf den Weg zu einer friedlichen Nachbarschaft machen!
Das würde wohl nicht an Israel scheitern oder an anderen Bevölkerungsgruppen! Wackelkandidaten sind, wenn überhaupt, die Palästinenser!
Shalom!


