Heute mit: konsequenter Unentschlossenheit, Sprache als Wille und Vorstellung und einer Gruppe von Abgehängten
Mal ehrlich und direkt: In unserer schönen Stadt gibt es rund 70000 Menschen, die keinen deutschen Pass haben, also im Zuge der EU-Regelungen zur freien Wahl des Arbeitsplatzes oder im Rahmen anderer Regelungen (etwa Familiennachzug) zu uns gekommen sind. Da kann man sagen: Bei 270000 Einwohnerinnen und Einwohnern machen die 70000 doch keinen nennenswerten Anteil aus, selbst die rund 20000 Rumänen und Bulgaren sind auf den ersten Blick kein größeres Problem.
Aber die Menschen, die zu uns kommen, bringen auch alle ihre Kultur, ihre Lebensgewohnheiten und ihre Sprache mit. Und da kann es schon mal sein, dass der oder die eine oder andere Schwierigkeiten damit hat, sich an die hiesigen Gepflogenheiten zu gewöhnen.
Das ginge Ihnen auch nicht anders, wenn Sie etwa von einem Tag auf den anderen mit ihrer Schafherde durch die niederländischen Weiden auf Texel ziehen müssten. Da muss Ihnen erst einmal ein Ureinwohner Texels erklären, wie man die Tiere füttert und wie man sie melken muss. Hilfe wäre in diesem Fall gut und richtig!
Aber Gelsenkirchen hat sich mal wieder für den Weg der konsequenten Unentschlossenheit entschieden. Für die 70000 Zugewanderten, die – zumindest was die meisten Rumänen und Bulgaren angeht, nicht nur Analphabeten und der deutschen Sprache so gut wie nicht mächtig sind, gibt es ein „Europacenter“ – angesiedelt im Stadtteilzentrum „Schalke Nord . Hier steht jetzt an einem Tag der Woche das „Europacenter“ zur Verfügung, wo sich die Zugereisten anmelden können. Das ist der Montag!
Eine Voranmeldung ist erwünscht, denn es sollen möglichst, falls nötig, auch Sozialarbeiter, Übersetzer und andere Kräfte zur Verfügung stehen. Und immerhin konnten die Mitarbeiter der Stadtverwaltung von der Eröffnung des Centers bis heute 41 Personen betreuen, also etwa 10 Personen pro Woche!
Das Projekt ist erst einmal auf ein halbes Jahr angelegt, weil Stadt und Arbeitsagentur das „Europacenter“ als gemeinsames Projekt betreiben. Wenn das halbe Jahr herum ist, also im Dezember 25/Januar 26, braucht die Stadt Förderung von außen, also etwa vom Land oder vom Bund. Aus der ersten Unentschlossenheit muss Klarheit werden!
Aber es gibt noch eine zweite Seite der Unentschlossenheit! Fragt sich nämlich jemand, warum in diesem Artikel Frau Henze ihr Gesicht in die Kamera halten musste – bei einem Projekt, das schon vier Wochen am Start ist?
Es gibt nur einen nachvollziehbaren Grund: Frau Henze ist OB-Kandidatin der SPD und der GRÜNEN! Und da ist schon auffällig, dass seit der „Eröffnung“ des Wahlkampfes Frau Henze ständig in Artikeln der waz auftaucht, was all die Jahre vorher die Ausnahme war. Geht es hier also nicht um die insgesamt 70000 Zugewanderten oder die 20000 Bulgaren und Rumänen?
Geht also eigentlich um Frau Henze, die OB-Kandidatin?
Bleiben wir noch einen Moment bei der Sprache, konkret beim Gendern! Da gibt uns jetzt die Duden-Chefin Ratschläge mit auf den Weg. Jeder solle natürlich sprachlich seinen eigenen Pfad gehen, so Frau Neuhaus vom DUDEN. Sie sei da ganz entspannt. Sprache sei ein buntes Kind, das sich seit Schiller und Goethe dutzendfach verändert habe, weswegen Sprache immer auch ein Abbild der Gesellschaft sei.
Ja, Weisheiten dieser Art könnte man im „Europacenter“ mal den vorsprechenden Antragsstellern mit auf den Weg geben, vielleicht in Form eines kleinen Merk-Kalenders mit dem Titel „100 Sprüche von Fritze und Joe!“
Wie wäre es auf dem Deckblatt mit Goethes „Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen!“
Bleiben noch die Abgehängten, also die Gelsenkirchener Jugendlichen, die trotz eines Nachfrage-Überhangs immer noch ohne Ausbildungsplatz sind. Im Juli 2025 war die Zahl der Arbeitslosen noch einmal gestiegen (auf 20995). 2071 junge Menschen (bis zum Alter von 25) waren arbeitslos!
Vielleicht sollten die 2071 sich einmal beim Europacenter in Schalke melden.



Damit nicht der Eindruck entsteht, dass die kommunale Sprachhilfe und Sprecherziehung nur Menschen aus fernen Ländern zugutekommt, hier ein wertvoller Tipp:
Bürger, die aktiv den Gender Soziolekt glucksen, hicksen, sprechen, bekommen Hilfe durch die Linguistin Cordula Simoner, das auch noch 24/7 kostenfrei.