Aus der besten aller Welten (21)

Immer wieder weisen wir darauf hin, dass Gelsenkörki die Stadt unserer Herzen ist. Hier ist einfach der Ort der guten Nachrichten, der guten Laune, der Gutwilligen und der guten Menschen überhaupt.  Wenn es vor rund 2000 Jahren diese Stadt schon gegeben hätte, wäre Christus, bekränzt und bejubelt, mit einem elektrifizierten Kleinwagen chinesischer Bauart in diese Stadt eingezogen und hätte die Menschen gesegnet. War aber nicht so, was bedeutet, dass wir im Konjunktiv bleiben müssen, was die Vergangenheit angeht!

Gekläff, Gejaule, Gewalt: „Wir sind Gelsenkörki!“ So sieht die Realität aus!

Das Gekläff (erstes Beispiel) stammt im Moment überwiegend von dem Hund des Schalker Sylla-Spielers! Die Angelegenheit ist so vertrackt, dass mittlerweile anwaltliche Schreiben hin- und hergehen, was aber zur Klärung der Sache auch nicht viel beiträgt. Der Hund, so liest man im einschlägigen Käseblättchen, hockt mittlerweile in einem Tierheim in Essen. In Ermangelung der Fähigkeit, sich menschlich zu artikulieren, bleibt dem gelisteten Hund (nicht verwechseln mit dem listigen Hund!) nichts anderes übrig, als traurig dreinzuschauen und dadurch deutlich zu machen, dass ihm die französische Sprache fremd ist. Schade aber auch!

Fehlt nur noch, dass Herr Sylla, der mittlerweile von einer Kampagne gegen sich spricht, die Artikel zum Anlass für einen Vereinswechsel nimmt und die Stadt verlässt!

Wo bleibt dann aber der Hund?

In seiner nahezu eifrig zu nennenden Art – wir kommen zum zweiten Beispiel – ist ein gewisser Redakteur wesentlich damit beschäftigt, die Kandidatin der Spezialdemokraten und der Grünhörner im Gespräch zu halten, weswegen er gerne irgendwelchen drittklassigen Käse aufkocht, gerne mit einem Bildchen der Kandidatin versehen, damit auch wirklich jeder Nicht-Wähler die Frau beim Einkaufen erkennt.

Der Anlass für den nichtsnutzigen Artikel auf der ersten Lokalseite der hiesigen Zeitung ist ein Papier, das Frau Andrea H. (Kandidatin für den Posten der OB) hat verfassen lassen. Darüber ist jetzt ein Gekläff entbrannt – aber nur aus Mangel an wirklich wichtigen kommunalpolitischen Themen. Und so jagen sich die Jugendverbände der Parteien gegenseitig hinterher, ohne sich wirklich der „Fairness im Kommunalwahlkampf“ auch nur einen Schritt anzunähern! Aber die jungen Leute von heute, die Karussells nur aus den Erzählungen ihrer Großmütter und Großväter kennen, wissen nicht, dass man einen vorausfahrenden Waggon eines Karussells einfach nicht einholen kann, sondern sich nur im Kreis um sich selbst dreht. Das macht der besagte Redakteur aber bereits in seiner Serie über Gelsenkirchener Fitness-Studios, wo er seinen muskulösen Body schon hinreichend zur Schau stellt. Also:

Bitte keine Artikel mehr über Andrea H.

Kommen wir zum dritten Thema, der (angeblich nicht vorhandenen) Jugendkriminalität. Eigentlich würde es schon ausreichen, wenn man einmal pro Woche gesammelt die Vorfälle in Gelsenkörki auflistet, denn ob die Täter nun schwarze Markenklamotten oder himbeerfarbene Unterwäsche getragen haben, ist letztlich zweitrangig – jedenfalls für die Opfer der Angriffe. Interessant daran ist vor allem das erkennbare Muster: Leugnen, Kleinreden, Gewalt herunterspielen!

Es wäre ´mal an der Zeit, dass sich die friedlichen Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt, die immer noch die Mehrheit ausmachen, auf dem Heinrich-König-Platz versammeln, ein Bürgerfest feiern und einfach mal sagen:

 Schluss mit dem Leugnen von Missständen! Wir haben die Schnauze voll und lassen uns unsere Stadt nicht wegnehmen! Friede, Freude, Eierkuchen!

Zum Abschluss:

Hans Sachs war ein Schuh-

macher und Poet dazu!

An diesem Beispiel hat mir mein Germanistikprofessor an der Uni in Bochum den Zeilensprung samt Paar-Reim erklärt! Lang ist es her! Aber wir erinnern uns gerne an Hans Sachs (5.11.1494 – 19.1.1576), auch wenn kaum noch ein Eingeborener weiß, wer das überhaupt war! Aber immerhin steht ein nach ihm benanntes Haus mitten in der Stadt und dient als Verwaltungszentrum, Sitz der Oberbürgermeisterin und Veranstaltungsort, wobei die letzte Funktion im Moment wegfällt. Nicht wegen Verunreinigung durch Schädlinge, sondern wegen der Mängel an den Faltwänden, mit deren Hilfe man den Raum verkleinern kann. Nun gibt es, ähnlich wie bei dem ominösen Papier von Frau H., auch hier einen Streit: Wer wusste wann von wem von den Mängeln, hat aber eine Lösung des Problems bisher versäumt? Und warum gibt es für die Instandsetzung (noch) keine Kostenübersicht? Was ist mit den im HSH geplanten Veranstaltungen, die eben nicht alle in die Heilig-Kreuz-Kirche verlagert werden können?

Wäre es nicht vorrangig, sich über diesen Schaden möglichst kurzfristig auszutauschen – parlamentarische Sommerpause hin oder her?

Nein, wieso denn auch?

Da kloppen wir uns doch lieber über Pamphlete von Andrea H.!

 

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