Heute mit: 2 X 3 oder Keine Gnade, nehmt Marmelade!
„Die Zahl Drei hat in Mythos und Literatur oft eine symbolische Bedeutung, die Vollständigkeit, Harmonie und eine Entwicklung von einem Anfang über ein Zentrum zu einem Ende repräsentiert. Sie erscheint häufig in dreigliedrigen Strukturen wie Gottheiten (z.B. die Dreifaltigkeit), Zyklen (Drei-Phasen-Modelle) und Trinitäten in Erzählungen, die das universelle Muster von Geburt, Leben und Tod widerspiegeln.“ (Quelle: KI/WIKIPEDIA)
In Gestalt von Donald Ducks Neffen Tick, Trick und Track haben es die Drillinge, die sich nur durch die andersartigen Farben ihrer Kleidung unterscheiden, bis in die populäre Kultur der Comic-Heftchen geschafft. In der christlichen Religion treffen wir auf den dreieinigen Gott (Vater, Sohn und Heiliger Geist), aber auch in anderen Glaubensströmungen begegnet uns die Dreieinigkeit, etwa im asiatischen Raum in Gestalt von Shiva, Brahma und Vishnu.
In der Hochliteratur treffen wir auf die drei Hexen, die Weissagungen in Gestalt von Rätselsprüchen tätigen (Shakespeare, Macbeth), und auch die deutschen Märchen halten oft Rätselfragen oder Aufgaben bereit, die an die Zahl DREI gebunden sind. In der Hoch- und populären Kultur gibt es unzählige Beispiele für das Vorkommen der Zahl DREI, die oft mit Rätseln, Aufgaben, konkurrierenden Mächten (Schwestern und Stiefschwester) oder zu überwindenden Hindernissen verbunden sind.
Das alles hatte die WAZ-Lokalredaktion aber wohl nicht im Kopf, als sie die drei aussichtsreichsten Bewerber um das Amt der zukünftigen Oberbürgermeisterin und des Oberbürgermeisters zu einem Gespräch über Probleme in dieser Stadt einlud. Die reduzierten sich rasch auf die Themen Zuzug aus Südost-Europa, Sicherheit, Ordnung, Müll und Wohnraum.
Die Antworten waren so austausch- wie vorhersehbar. Die beiden Kandidatinnen und der Kandidat spulten Merksätzchen aus den (schriftlich vorliegenden) Parteiprogrammen ab, wobei der AfD-Kandidat aufblitzen ließ, dass ihm die Formulierungskünste seiner Parteifreundin Seli-Zacharias manchmal zu scharf sind: „Wenn ich bei der Dresdener Bank früher so einen Ton angeschlagen hätte, wie Frau Seli-Zacharias, hätte ich meine Ausbildung gar nicht machen dürfen.“
Wenn etwas bemerkenswert an den Antworten ist, dann liegt das daran, dass die Engführung der Themen das wenig eigenständige Versinken in die Weisheiten der Parteiprogramme nahezu herausfordert, denn keiner aus der Gruppe der DREI würde knapp vierzehn Tage vor der Wahl hier deutlich vom Kurs der Partei abweichen („Ich bin für mehr Zuzug aus Südosteuropa, weil ich das Geschrei, die vielen Kinder und die bunten Röcke so liebe. Bestehlen lasse ich mich auch gerne!“). Insofern ist die Doppelseite in der WAZ für eine Wahlentscheidung auch kaum hilfreich. Oder mit Goethe: „Getretener Quark wird breit, nicht stark!“
Die Doppelseite der WAZ fällt ein wenig unter die Rubrik: Gut gemeint, aber schlecht gemacht!
Da müssen wir noch zu den anderen drei Gestalten kommen, die sich gerade erst (heute!) in China treffen: Der Bim Bum, der Bam Bum und der Bum Bum. Anlass für das Treffen der weisen Staatsmänner (und auch Frauen?) aus zahlreichen Ländern ist das 80-jährige Jubiläum des Endes des Zweiten Weltkrieges – eine gute Möglichkeit, den Bum Bum aus der langjährigen Isolation auf die Tribüne der Weltpolitik zu hieven.
Wie gut, dass das riesige Spaßbad in Nordkorea rechtzeitig fertig gestellt worden ist!
HOLLOW TALK: (unsinniges) Geschwätz, Laberei, Geplapper



Drei Beispiele aus meinem weiteren Umfeld, die AfD wählen werden, obwohl sie soziokulturell im anderen Lager verortet sind:
1. Junger Mann, um 20, gut gebildet, multikultureller und multinationaler Familienhintergrund, berufliche Karriere zeigt in Richtung obere Laufbahn in der Wirtschaft.
2. Links-Alternativer-Anarcho-Öko-Bio Mann, handwerklich-künstlerischer Beruf, 60 Jahre, zeitlebens im Multikulti-Spektrum unterwegs.
3. Selbstständiger mit kleinem Handwerksbetrieb, um 70, immer noch beruflich aktiv, politischer Hintergrund SPD.
Die alle haben eins gemeinsam, sie sind wütend über die Politik der letzten Jahre und wollen einen Denkzettel verteilen. Es sind Protestwähler.
Sie stimmen gegen die Repräsentanten ihres politischen Lagers, ihrer politischen Heimat.
Das müsste denen zu denken geben. Tut es aber nicht.