Über das Trudeln
„Trudeln (engl. spin, franz. vrille, auch in der deutschsprachigen Schweiz Vrille) ist ein Flugzustand, bei dem sich das Flugobjekt nach einem einseitigen Strömungsabriss an einer Tragfläche in einer steilen Spirale oder auch Schraubenlinie um die vertikale Achse Richtung Boden bewegt.Vieles deutet darauf hin, dass der Absturz des Gleitflug-Pioniers Otto Lilienthal 1896 der erste Trudelunfall in der Geschichte der modernen Luftfahrt war.“ (WIKIPEDIA)
Ja, ich gebe es zu: Ich habe mir das Gastspiel der deutschen Elf gegen die Mannschaft aus der Slowakei angeschaut, jedenfalls über weite Strecken der 1. Halbzeit, und in den zweiten 45 Minuten nur mit Unterbrechungen längerer Art. Ich hatte schon vor Beginn des Spiels ein ungutes Gefühl: zu viel Gequatsche, Austausch von Nettigkeiten zwischen Basti und Frau S., das teils überhebliche Grinsen des Bundestrainers, der einfach nicht sagen wollte: „Die hauen wir weg!“
Und spätestens zehn Minuten nach Beginn des Spiels hatte ich das Gefühl: Die Fußballzwerge und Ballschlümpfe sind wir, Flasche leer! Das Gesummse von Doppel-Sechs, hängender Spitze, Pressing und Gegen-Pressing, Öffnen der Räume, schnellen Vorstößen und elegantem Spiel: Dummes Zeug, Gelaber, Luftnummern. Ein Totalausfall – den Torwart nehme ich ausdrücklich aus, denn der hat mit seinen Paraden noch einiges gerettet.
Wir wurden abermals Zeugen eines schleichenden Untergangs, einer kraftlosen Vorstellung, die alles vermissen ließ, was vom modernen Fußball zu erwarten ist.
Mit Einsatz, Laufstärke, technischem Geschick und schnellen Vorstößen haben die Spieler aus der Slowakei uns gezeigt, wo der Hammer hängt! Und verausgabt haben sie sich dabei noch nicht einmal! Sie haben unserer Mannschaft mit aller Deutlichkeit gezeigt, wie man einem Weltmeister die Luft rausnimmt!
Nein, man muss jetzt nicht den Trainer Nagelsmann in Frage stellen, obwohl seine Entscheidungen auch in diesem Spiel gelegentlich skurril waren (Zuweisung von Aufgaben an Spieler, die damit überfordert waren)! Nein, man muss jetzt nicht mit den viel gelobten deutschen „Tugenden“ kommen, die für WK-2 Landser ebenso zutreffen (Einsatzwillen, Stärke, Kampf bis zur letzten Patrone). Nein, man muss jetzt auch keine Büßerkutte überstreifen und sich selbst geißeln!
Aber man muss vielleicht einmal darüber nachdenken, warum diese Nationalmannschaft so ziemlich alles vermissen lässt, was ein durchschnittlich begabter Trainer der Kreisklasse als Mindestanforderungen an seine B-Jugend- Mannschaft stellt: Laufbereitschaft, seriöser Umgang mit dem Spielgerät, taktische Übersicht, Zweikampfstärke!
Pustekuchen! 90 Minuten unterirdisches Gestrampel und Gezappel!
Und Trudeln!
Oder einfacher:
Zum Heulen!



Und – lieber Bernd ! – ich kann mir sicher sein das Du wirklich nur den status quo der Fussballnation meinst … ?