Gerade sah ich eine Videoansprache eines Gelsenkirchener Bürgers, der sich mit der AfD und ihrer Vorsitzenden A. Weidel beschäftigt. Veröffentlicht am 09.09.2025, zeitlich passend zur Kommunalwahl in 5 Tagen.
Während auch Lokalpolitiker mittlerweile gekonnt „Nichts“ zwischen und in Schachtelsätzen verbergen, fehlt hier die Routine eines Meisters, der Pudding an die Wand nageln kann.
Authentisch, unverstellt, wird hier mit dämonisierender und entmenschlichter Rhetorik die Erwartung des Publikums bedient. Das Publikum gehört zu den Guten. Das Publikum liebt absolute Feindbilder. Der politische Gegner als Monster. Ein klassisches rhetorisches Mittel. Ein Demagoge polarisiert.
Die demokratische Debattenkultur würde sich auf politische Programme beziehen, auf Aussagen, Handlungen. Er attackiert die Person, ihr vermeintliches (!!!) Wesen auf einer existenziellen Ebene. „Monster“ , „Menschenverachtung“ – die Guten Bürger applaudieren ihm dafür.
Er setzt sich nicht argumentativ auseinander, sondern triggert sein Publikum durch emotionale Aufwühlung und moralische Diskreditierung, er manipuliert durch Affekte.
Die Guten Bürger lieben das und applaudieren ihm dafür.
Monströs wäre Weidels Gefühlskälte, die er subjektiv aus ihren Blicken, ihrem Auftreten liest. Hitler war schlauer, er hat mit seinen albern-lächerlichen Auftritten sein Publikum eingelullt und seine braunen Augen verströmten Wärme und Herzlichkeit.
Menschenverachtung wird gegeißelt, ohne diese mit Zitaten oder Programmpunkten zu belegen, einzig die Bezeichnung „Kopftuchmädel“ wird als einziger konkreter Anhaltspunkt angeführt. Emotional und ad hominem wird also agiert.
So leicht geht also die Projektion, wenn man das Gute Publikum auf seiner Seite weiß und sie bedienen kann.
Er konstruiert eine Karikatur des Bösen, er will nicht den Menschen hinter der politischen Fassade sehen, er will rein negative, unmenschliche Dämoneneigenschaften zuschreiben. Die Guten wollen das auch. Und applaudieren ihm dafür.
Er will keine Ambivalenzen, Widersprüche, private Motive sehen, erkennen, suchen, verstehen, er will Applaus.
Meilenweit entfernt von einem humanistischen Wertesystem sinnt er auf Rache, wünscht er Erniedrigung, spricht er Weidel Würde ab, entmenschlicht sie, will Vergeltung, getragen durch seine Freude am gedachten Leid eines anderen Menschen.
Dies ist eine toxische und zutiefst inhumane Gesinnung, unabhängig von der politischen Einstellung des Gegenübers. Aber: die Guten applaudieren ihm dafür.
Diese Videoansprache ist eine Entgleisung des politischen Diskurses, Gift für das politische Klima. Aber die Guten lieben das.
Die Entmenschlichung – sollte kein Stilmittel sein.
Die Spirale der Empörung – heizt Emotionen auf und lädt zur Nachahmung ein. Sie zwingt die eigene „Seite“ in eine Zustimmungs- oder Ablehnungsfalle: Wer nicht ebenso empört ist, gilt schnell als unzureichend gegen rechts, gehört nicht zu den Guten, ist Böse.
Die Zerstörung von Gemeinsamkeit – macht jede Form von Dialog, Kompromiss oder auch nur respektvoller Koexistenz unmöglich. Er zementiert die Spaltung in „gut“ und „böse“, in „wir“ und „die“.
Die 100 Likes der Guten unter der Ansprache, zeigen nicht die ethische Richtigkeit der Rede, sondern die Wirksamkeit dieser polarisierenden Rhetorik innerhalb der Filterblase der Guten. Sie bestätigen die vorhandenen Vorurteile und bietet eine emotionale Entladung, anstatt zur reflexiven Auseinandersetzung anzuregen.
Die Rede des Bürgers ist von Wut, Ekel und vielleicht auch Angst geprägt. Die Wahl der Begriffe („Blut gefriert“, „Schauer über den Rücken“) deutet auf eine starke körperlich-emotionale Reaktion hin. Alle Guten Bürger haben diese starken Affekte, ansonsten sind sie Böse oder Nazi.
Gute teilen die Welt klar in Gut und Böse ein. Komplexität und Ambivalenz existieren nicht. Politische Gegner sind nicht Menschen mit anderen, vielleicht verwerflichen Ansichten, sondern Verkörperungen des Bösen. Wer das nicht so sieht, ist Böse oder Nazi.
Der Bürger attestiert Weidel eine „überhebliche Arroganz“, vielleicht, wirklich nur vielleicht, könnte das eine Projektion sein. Ihr Auftreten und ihr Erfolg kränken ihn in seinem Selbst- und Weltverständnis zutiefst. Seine Reaktion ist daher nicht argumentativ, sondern vernichtend. Dafür gibt es Applaus von den Guten.
Die Guten haben aber noch mehr zu bieten, z.B. Rachefantasien. Nazis töten (Die Partei) als Bewältigungsmechanismus. Hier allerdings wird der detailreiche Wunsch nach ihrem elenden Ende zelebriert, um das Gefühl der Ohnmacht (er kann ihre Politik nicht direkt stoppen) in ein Gefühl der Macht („ich sehe ihre gerechte Strafe voraus“) umzuwandeln. Hilflosigkeit, bewältigt durch eine Kopfgeschichte.
Die Guten haben eine große Leidenschaft, den moralischen Exhibitionismus. Ein grausamer Wunsch (faltiger Hintern ##Zwinkersmilie## und Hilflosigkeit) wird als „Weihnachtswunsch“ formuliert, der Bürger inszeniert sich selbst als jemand, für den das Fest der Liebe durch den Hass auf das „Böse“ gerechtfertigt überschrieben wird.
Dies ist eine extreme Form moralischer Selbstgerechtigkeit. Dafür applaudieren sich die Guten gegenseitig und feiern sich bis zur Erschöpfung ab.
Kurz & Gut:
Es handelt sich bei der Rede nicht um politische Kritik, sondern um eine von Affekten getriebene, entmenschlichende Hassbotschaft, die die Prinzipien einer rationalen und humanistischen Debattenkultur konterkariert und zur Vergiftung des politischen Klimas beiträgt.
Oder anders:
diese verdammte Hysterie der Guten Stadtgesellschaft geht mir auf die Nerven und ist Zeugnis für eine infantile, unpolitische Gesellschaft, die sich selber genug ist.
Transskript der Rede:
Ich habe gestern Abend einen, ja, richtigen Horrorstreifen gesehen, der nicht einmal ein Film war, sondern das reguläre Programm des ZDF, nämlich „Berlin Direkt,“ darin das Live Interview mit einer deutschen Kanzlerkandidatin die in Zürich saß, wobei es für meinen Eindruck tatsächlich weniger eine Kanzlerkandidatin war, als eine Kanzlerkandidatin Monster. Ihre Gefühlskälte, ihr Blick, lässt einen das Blut in den Adern gefrieren, ihre Menschenverachtung jagt einem einen Schauer nach dem anderen über den Rücken und die überhebliche Arroganz mit der sie unterwegs ist, macht einen absolut fassungslos. Wenn es jetzt stimmt, dass man im Leben alles zurück bekommt, was man selber ausstrahlt, dann wird diese Frau einmal dehydriert, vereinsamt und absolut ungeliebt in einem Schweizer Altenheim, wahrscheinlich in einem der teuersten der Schweiz, dahin siechen und die Frauen, die sie heute in ihrer Überheblichkeit als „Kopftuchmädels“ bezeichnet, werden ihr den faltigen Hintern abwischen. Das jedenfalls wäre mein Weihnachtswunsch.



Es gibt verschiedene Eskalationsstufen. Amerika macht es uns vor. Politische Morde sind Teil dieser Gesellschaft. Wir hinken in der Regel 5 Jahre hinterher.
Auch in Gelsenkirchen wird man schnell von Guten Demokraten in die Nazi /AfD Ecke gestellt, wenn man eine differenzierte Betrachtung der Probleme unserer Stadt anstellt.
Ich weiß das. Aus eigener Erfahrung.
Die Verrohung ist auch hier angekommen. Serdar Somuncu mit einer Betrachtung über die Reaktionen auf den Mord von Charlie Kirk.
https://youtu.be/7OwRay_74vg?si=qt6-auC9exr05uBE
Die Gute Linke Humanistische Woke Gesellschaft stellt sich nach wie vor nicht schützend vor mit dem Tode bedrohte Kritiker wie Ahmed Mansour, Hamed Abdel-Samad, Seyran Ateş, Ralph Ghadban und und und und.
Ich bemitleide diese Doppelmoral-Bürger.
Sehr hörens- und sehenswert die Hassgesänge palästinensischer Demokraten in der Übersetzung von A. Mansour:
https://x.com/AhmadMansour__/status/1966798452974604532
Das besagte Video sagt wohl viel mehr über den Sprecher und sein Innenleben aus als über das Objekt der Beobachtung. In seinen Worten beschreibt er ja, dass er ein Video von Alice Weidel gesehen hatte. Also gehe ich davon aus, dass es keine persönliche Begegnung gab.
Aus einem Video über einen Menschen lässt sich alles interpretieren, zumal mit bewegten Bildern auch noch die Möglichkeit besteht, positive und negative Gefühle zu vermitteln.
Daher denke ich, dass die Worte vor allem aus dem Innenleben des Filmemachers berichten und Alice Weidel daher als Projektionsfläche des eigenen Gefühlsleben dient.
Das klann man öffentlich machen, aber es auch sein lassen.
Über die Entmenschlichung als Vorstufe von Gewalt haben sich bereits viele Menschen ausgelassen:
https://www.kuka2me.com/entmenschlichung-als-sprachliche-und-strukturelle-gewalt/