Heute mit dem letzten Aufgebot
Sind Sie auch schon ganz wuschig in der Birne? Wegen Sonntag? Aber Sonntage gibt es viele – das ganze Jahr über. Praktisch ist jeder siebte Tag der Woche ein Sonntag. Eine Reminiszenz an alte Zeiten, als unsere Vorfahren noch auf den Bäumen saßen, sich gegenseitig lausten und ansonsten den lieben Gott, den sie noch nicht entdeckt hatten, einen lieben Mann bleiben ließen. Sie verehrten nämlich noch die Sonne! Oder irgendeinen verschatteten Halbgott!
Nein – darum geht es nicht! Es geht um eine viel ernstere Sache: DIE STICHWAHL! Da sind Sie also nicht darauf gekommen, wo das doch das Ereignis des Jahres ist – Taylor Swift hin und Metall-Musik her!
Der alte, stets freundliche weißhaarige Mann hat Frau H. doch tatsächlich in die Stichwahl gezwungen, so dass sie jetzt doch tatsächlich noch einmal ihr Gesicht hinhalten muss. Freundlich lächelnd mit weißen Zähnen und fast weißem Haar, energisch nach hinten gekämmt zu einer schnittigen Frisur. Und damit man als Bürgerin und Bürger Frau Henze auch gut erkennt, wird sie von über 40 Bürgerinnen und Bürgern eingerahmt, die sich mit Namen und Funktion zu ihr bekennen. Da sind dann Prof. Dr. H. dabei und Prof. R.B., aber auch Frank B. und der andere Frank B. Der Probst (modern: Propst) P. lächelt uns an, aber auch Tobias W. und die ewige Frau S-R. Frau Karin W. wollen wir nicht vergessen! Und einen Ex-OB, der Oliver W. heißt, wollen wir nicht vergessen!
Kurz: Auf der einseitigen (doppeldeutig!) Anzeige ist die bürgerlich-kulturelle Elite des Gelsenkirchener Abendlandes versammelt, die Schattenflotte von Frau H. Alle, die irgendwie in Verbindung mit der Stadt stehen. Für sie arbeiten, von ihr Geld bekommen, auf sie angewiesen sind – als Künstler, Unternehmer, Geschäftsmann, Geschäftsführer, Gottesmann, Theaterfuzzi, Sportstättenbetreiber, BOGESTRA-Tünnes oder sonst wie mehr oder weniger nützliche Figur im städtischen Puppenspiel! Einschließlich von Funktionären des größten Fußballvereins der Welt!
Alles gut gemeint!
Aber schlecht gemacht!
Denn die Damen und Herren (und Diverse), die uns da als Unterstützer, – innende und Unterstützende von Frau Andrea H. anlächeln, sind alle schon etwas angegraut, was meint: Kein Vertreter der jungen Generation grinst uns an! Gerade aus der Masse der Abgebildeten steigt der Rauch der Verwesung auf und schreit uns an: Wir sind von gestern! Oder vorgestern!
Und alle verstoßen gemeinsam gegen das Wahlgeheimnis, das höchste Gut unserer Demokratie!
Und wenn das die Repräsentanten der Wähler von Frau H. sind, dann kann man nur sagen:
Vorwärts in den Untergang!
Aber das ist ja auch keine schlechte Perspektive!
Quelle: WAZ Gelsenkirchen von heute (25.9.25)
HOLLOW TALK: (unsinniges) Geschwätz, Laberei, Geplapper



Große Aufregung im Lager der sich selbst so nennenden Demokraten – man versteht einfach nicht, dass man durch die eigene Politik die Wähler der AfD zugetrieben hat. Melden diese Vertriebenen sich in den sozialen Medien zu Wort, wird ihnen erklärt, dass sie Nazis seien, dass sie von Vorgestern wären, dass sie die Orthografie nicht beherrschen, kein richtiges Deutsch könnten, dass sie dumme Kälber wären, die ihre Metzger selber aussuchen, dass sie Demokratie nicht verstehen würden. Man verlacht, verspottet sie, führt sie vor, doziert über ihren niedrigen Bildungsgrad, ihre mangelnde Intelligenz und erkennt nicht, dass es Menschen sind, die früher SPD, Grüne und Linke gewählt haben.
Das Bildungsbügertum bei der Häme vorneweg, Kopf an Kopf mit den an verschiedenen Förderinfusionen hängenden Gentrifizierungskünstlern.
Irrre, wie die versagende Politik der letzten Jahrzehnte den Sündenbock bei den Wählern sucht, die von diesen Politikern, Parteien, fallen gelassen wurden, sich darauf abgewandt haben und nun das wählen, was am meisten Angst und Schrecken verbreitet.
In dem abgebildeten Netzwerk scheint die Furcht groß zu sein, von der Landes- und Bundespolitik nicht (wie bisher) nur ignoriert oder endlos vertröstet, sondern mit einem falschen OB an der Spitze der Stadt Gelsenkirchen in Zukunft geächtet, geschnitten und eventuell sogar finanziell abgestraft zu werden, was den Akteuren in den entsprechenden Regierungen zuzutrauen wäre.
Kein junges Gesicht ist abgebildet und auch kein Name ist zu finden, der auf eine eigene Zuwanderungsgeschichte schließen lässt. Bemerkenswert, weil Gelsenkirchen angeblich so viele junge Leute hat und Zuwanderung und Integration hier eine traditionelle Erfolgsgeschichte ist, hört man immer.
Aber junge Leute mit Zielen verlassen offensichtlich diese Stadt, sobald es ihnen möglich ist. Großstädte mit Universitäten und Hochschulen in NRW (Bochum, Düsseldorf, Köln) sind beliebt, um sich von den hiesigen Verhältnissen abzuwenden. Gründe: Keine Angebote von kleinen Geschäften, Cafés, Kneipen, WGs, kaum kulturelle Treffpunkte für junge Leute. Wegen fehlender Hochschulen im Zentrum der Stadt gibt es auch kein Studentenleben in der gesamten Stadt, auch keine Subkultur von jungen Künstlern, also kaum Orte ausgelassener Lebensfreude.
Arbeitsplätze verschwinden.
Auf den Spielfeldern der Sportvereine werden Fauskämpfe ausgetragen.
Die Kirchen sind fertig.
Parteien sind Karikaturen ihrer selbst.
Migranten machen ihr Ding – was immer das ist.
Wie soll sich unter diesen Umständen eine neue junge Stadtgemeinschaft und eine lokale Identität entwickeln?
Es gibt fast keinen Grund für Talente, in dieser Bürgergeldempfängerstadt zu bleiben. Einmal fortgezogen werden die meisten auf absehbare Zeit nicht ihre Zukunft in Gelsenkirchen suchen. Es bleiben die weniger gut Ausgebildeten, um es politisch korrekt zu formulieren.
Würde ein AfD-OB irgendetwas daran ändern können?
Nein.
Wird eine SPD-OB irgendetwas daran ändern können?
Nein.
Wir haben die Wahl.
Ist halt ein dysfunktionales System, das aber hochgejazzt wird zur Schicksalswahl zwischen Gut & Böse, zwischen Demokratie & Faschismus.