Die wunderbare Welt des Absurden (23)

„Das Absurde kann jeden beliebigen Menschen an jeder beliebigen Straßenecke anspringen.“ Albert Camus

Die Sensation des Wochenendes war unzweifelhaft die bei einer Auktion bei „Sotheby´s“ in New York erzielte Summe von 236,4 Millionen Dollar (einschließlich Aufgeld) für ein Werk des Österreichers Gustav Klimt. Klimts „Bildnis Elisabeth Lederer“ erwarb der Bieter für einen anonymen Kunstfreund. Die Gemalte, deren Bild zwischen 1914 und 1916 entstand, ist (bisher) die teuerste dargestellte Frau der Kunstgeschichte. Übertroffen wird das Gemälde preislich nur vom Gemälde „Salvator Mundi“, das Leonardo da Vinci zugeschrieben wird und (samt Taxe) 450,3 Millionen Dollar erzielt hat.

Dass plötzlich wieder in Kunst investiert wird und Millionenbeträge über die Theken der Auktionshäuser gehen, kann als Zeichen verstanden werden, dass so viel Geld vorhanden ist, dass die Kunst nach einer „Delle“ wieder in den Bereich der Spekulation vorstößt: Bei zwei Abendauktionen in New York wurden 698 Millionen Dollar in die Kassen der Auktionshäuser gespült, bei Sotheby´s steht nach den „New York Sales“ ein Gesamtergebnis von mehr als einer Milliarde Dollar in den Büchern. Ob das nun ein Zeichen des wirtschaftlichen Aufschwungs oder der Wiederbelebung ist, mag dahingestellt sein, aber dass „Kunst“ längst den Bezirk der Liebhaberei verlassen hat, steht außer Frage.

Was für die Kunst gilt, gilt erst recht für den Lebensmittelhandel, also den Markt für Waren des täglichen Bedarfs. Diesen Markt teilen sich nahezu vollständig die „großen Vier“, also ALDI Nord und SÜD, die Schwarz-Gruppe (LIDL, Kaufland), die Rewe-Gruppe und die Edeka-Gruppe (Edeka, Netto, Marktkauf). Die vier Konzerne teilen sich rund 80% des Marktes untereinander und können mit ihrer Oligopol-Macht die Erzeuger von Lebensmitteln und anderen Waren, die in den Regalen stehen, unter Druck setzen. Die Entwicklung geht unzweifelhaft zu Lasten der Erzeuger, also etwa der Landwirte und der kleinen Hersteller von Produkten, die ohne die Aufnahme in die Verkaufsregale kaum Erlöse erzielen könnten. Auch nachgeordnete Hersteller, also etwa solche von Milchprodukten wie fusionierte Molkereien wie etwa ARLA und DMK, sind mittlerweile durchaus in der Lage Preise und Absatzmengen zu bestimmen.

Die üblichen wohlfeilen Erklärungsmuster des Handels (Lieferketten, Anstieg der Löhne, Bürokratie und Abgaben an den Staat) ziehen nicht mehr; die von Verbraucherschützern immer wieder geforderten Preisbeobachtungsstellen, die den Markt im Blick haben (sollen), werden von der Monopolkommission abgelehnt, weil angeblich der Aufwand zu groß sei. Wie sich die Gewinne allerdings entlang der Lieferketten verteilen, ist hochgradig komplex und kaum durchschaubar. Die Großen Vier sagen DANKE!

Nun kommen wir am Trumpschen Knaller nicht vorbei, der seine Mitarbeiter darangesetzt hat, einen „Friedensplan für die Ukraine“ auszuarbeiten – selbstverständlich ohne Beteiligung der Ukraine selbst! Der „Plan“, der aber eher ein Pakt zwischen Trump und Putin ist, ist so ziemlich das blamabelste Dokument, das die Administration Trumps bisher öffentlich gemacht hat. Der „Plan“ ist mit großen Gebietszugeständnissen an Russland verbunden, sieht eine Reduktion der Truppenstärke der Ukraine auf 600000 Soldaten vor, erklärt den Nicht-Eintritt in die NATO durch die Ukraine als Voraussetzung und verpflichtet zugleich die NATO, die Ukraine nicht aufzunehmen. Für den Wiederaufbau sollen in den USA eingefrorene russische Gelder verwendet werden, genau 100 000 Dollar. Den gleichen Betrag sollen die Staaten der Europäischen Union bereitstellen. Die Gewinne aus den Wiederaufbaumaßnahmen sollen zu 50% in die US-Kassen gespült werden. Daneben sind einige „Gebietsbegradigungen“, die zu Lasten der Ukraine gehen, vorgesehen. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe von Einzelpunkten, die das 28-Punkte-Papier vorsieht.

Aber wichtig ist vor allen, dass die USA über der gesamten Vereinbarung als der Große Bruder schweben, der die Kontrolle behält – zu Gunsten der USA. Bis Donnerstag dieser Woche soll die Ukraine zustimmen.Aber das um seine Existenz kämpfende Land hat schon erklärt, dass es keine Vereinbarung akzeptieren will, an dessen Ausarbeitung es nicht selbst beteiligt war. Die Vertreter der EU sehen das (bisher) genauso!

Zum Abschluss dieses Beitrags kommen wir noch einmal zur Kunst zurück! Das bisher teuerste Kunstwerk eines noch lebenden Künstlers ist das „Abstrakte Bild 599“ von Gerhard Richter. Richter hat 1956 dieses Bild als 63 Quadratmeter große Diplomarbeit als Wandbild im Treppenhaus vorgelegt. Sein Gemälde galt aber seit 1979 als verschollen; vermutet wird, dass es übermalt wurde, weil Richter in diesem Jahr in die Bundesrepublik überwechselte.

Nun wurde es aber wiederentdeckt, und 2022 begannen die Arbeiten der Restaurierung, die erst 2025 abgeschlossen wurden.

Die Preissumme: 46,3 Millionen EURO!

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3 comments

Heinz NiskiHeinz Niski says:

ja, ich weiss, es gibt nur eine Wahrheit, alles andere ist Zeugs, dass von Putin gestreut wird, vom KGB eingefädelt ist und von Stiefel leckenden Russenknechten weiter verbreitet wird. Solche Agenten Russlands sind alle, die nicht Grünen nah sind oder die Berliner Zeitung lesen.
Dieser Bericht der Berliner Zeitung kann also nur Fake News sein, um die Wehrkraft zu zersetzen und der Roten Armee die Tore über das Brandenburger Tor bis zum Watzmann zu öffnen.

https://archive.ph/sglnS

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Heinz NiskiHeinz Niski says:

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Heinz NiskiHeinz Niski says:

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