Heute ´mal mit Fritz und seinem Frostgewinsel
Fritz erwartete mit Frostgewinsel
Seine Elsa auf der Rousseauinsel —
Trappelt auf und nieder an dem Strand —
Mit dem kalten Schlittschuh in der Hand
Doch die Elsa, sie war ein schlechtes Weibsen
Sie tat indes mit einem andern kneipsen
Während Fritz am andern Ufer stand —
mit dem kalten Schlittschuh in der Hand
Und er sprach: Was soll mir dieses Leben?
Es ist umsunst, ich muß den Tod mir geben
Suchte, bis ein Karpfenloch er fand —
Mit dem kalten Schlittschuh in der Hand
Als der Frühling kam mit mildem Wetter
Und die Bäume kriegten grüne Blätter
Schwamm ´ne blaue Leiche an den Strand —
Mit dem kalten Schlittschuh in der Hand.
Das (Volks-) Lied stammt aus der Zeit des letzten deutschen Kaisers, der Verfasser ist unbekannt. Aber immerhin beginnen und enden alle Strophen jeweils mit den gleichen Worten der letzte Zeile, die auf einen kalten Schlittschuh in einer Hand verweist. Unter rhetorischen Gesichtspunkten handelt es sich bei einer solchen Zeile, die mit denselben Wörtern beginnt und endet, um die Stilfigur der Epanadiplose, was natürlich den künstlerischen Anspruch des Textes unterstreicht.
Aber wir nehmen hier den Text nicht als allgemeines künstlerisches Produkt, sondern als das, was er im Kern ist: Ein Liebesgedicht. Oder besser noch: Als die Schilderung einer enttäuschten Liebe, die mit einem Selbstmord des Mannes endet. Kurz: Spätestens jetzt offenbart sich uns das „Liebesgedicht“ als parodistisch-satirisches Bild einer enttäuschten Liebe, die damit endet, dass sich der Mann in ein Karpfenloch stürzt, weil sich die Frau, während er auf sie wartet, mit einem anderen Kerl vergnügt!
Und jetzt kommen wir der Sache näher, weil der Mann, der sich aus enttäuschter Liebe selbst entleibt, mit Vornamen FRITZ heißt! Also wie unser Kanzler! Der den Vornamen Friedrich trägt, den man aber im Ruhrgebiet gerne zu Fritz verkürzt! Und dieser Fritz, das kann man nicht anders sagen, steht von allen Seiten unter Beschuss – ihm kommt sozusagen die „Liebe“ abhanden. An jedem Tag ein kleines Stück mehr!
Schon seine Wahl zum Kanzler war ein Desaster, eigentlich peinlich für einen Fritz, der doch seit Jahren Kanzler werden wollte. Dann die Liste seiner gebrochenen Wahlversprechen, die immer länger wird. Unklarheiten in Bezug auf die E-Mobilität sowie die Energieversorgung, Bürokratieabbau. Zuvorderst die Aufblähung des Haushaltes, die mit den Russen, der AfD, der notwendigen Nach- und Aufrüstung und allem möglichen Pipifax begründet wird. Eines wie das andere nicht heilig, sondern scheinheilig! Und jetzt gehen ihm in der Renten-Frage auch noch 18 jüngere Fraktionsmitglieder, Granden der Partei, die Wirtschaftsjournalisten und alle möglichen Reinredner auf den mittlerweile schon 70 Jahre alten Sack, so dass die Mehrheit bei der Abstimmung gefährdet ist, zumal die SPD bereits signalisiert hat, dass sie von der gemeinsamen Verabredung nicht abweichen will.
Hinzu kommen die Friktionen in der Außenpolitik. Deutschland, das so gerne seine Führungsrolle in Europa betont, hat zwar in der Ukraine-Frage die EU hinter sich versammelt, was aber weder den Russen im Kreml noch den Orangen-Mann in den USA beeindruckt. Mal ganz abgesehen von dem Schuss aus der Hüfte: Streichung der Lieferung von Militärgütern an Israel und kurze Zeit später der Beschluss der Rückgängigmachung dieser Entscheidung. Hinzu kommen im Kontext der Israel-Frage noch weitere konfliktträchtige Schauplätze: Die Anerkennung einer Vertretung der Palästinenser, die Rolle eines Staates Palästina, die Rolle des Iran (Atombombe?), die unübersichtliche Lage im Libanon und weitere ungeklärte Fragen. Und auch in der Bewertung des von Trump und Putin entwickelten „Friedensplanes“ geht es dem Amerikaner wohl eher um gute Geschäfte und weniger um einen Deal zum Frieden in der Region! Die deutsch-europäische Haltung ist zwar recht nachvollziehbar, beeindruckt Statler und Waldorf im Kreml und im Weißen Haus aber eher wenig!
Die Krise dieser Regierungskoalition wird Tag für Tag offensichtlicher. Es brechen jetzt die Schwangerschaftsprobleme auf, die man bei den Verhandlungen vor der Bildung der Koalition nur im Ungefähren gelassen hat, ohne bereits vor der Bildung der Koalition, die keine Zwei-Drittel-Mehrheit zustande bringt, diese Problemfelder einzunorden oder zumindest abzuräumen! Man stand unter Druck – unter Zeitdruck, den man sich selbst geschaffen hatte, unter dem Druck von außen (Presse), die von Beginn der Verhandlungen an auf eine Regierungsbildung gedrängt hat, unter Druck der europäischen Partner und der Verbündeten in NATO und anderen gemeinsamen Gremien.
Wenn man Fritz etwas vorwerfen kann, dann ist es das Hantieren mit Verspechen aller möglichen Art, die ihn nun einholen. Es mag sein, dass diese Koalition nicht mehr sehr lange hält. So ein Eisloch kann auch ´mal wieder schnell zufrieren!
Leptosom hin oder her: Der Fritz muss liefern!


