Wohin sind nur all die Pferde?
„Anpacken. Aufstehen.“ Erinnern Sie sich noch? Das war der (mittlerweile wohl vergessene) Pferde-Slogan von Frau Henze im vergangenen Endspurt um den Posten des Stadtoberhauptes. Den Posten hat sie erobert, aber sie ist mittlerweile eher eine Königin ohne Land. Oder besser vielleicht eine Königin ohne Pferd. Das ist ihr abhandengekommen.
Historisch erinnert die Bezeichnung „König ohne Land“ übrigens an John Lackland, den Johann Ohneland (1167 – 1216), den jüngsten Sohn Heinrich II., der König von England wurde, aber große Teile seiner Ländereien verlor, was zur Unterzeichnung der Magna Charta führte. Ob Frau Henze mittlerweile ähnlich unpopulär geworden ist, wie es Johann Ohneland wurde, können wir nicht beurteilen, fühlen uns aber hinsichtlich der Einschätzung zu Frau Henze bestätigt.
Dass sie überhaupt den Posten einer Oberbürgermeisterin übernommen hat, kann schon nach wenigen Wochen der Regentschaft als kühn, waghalsig, wahlweise auch als ziemlich bescheuert gelten. Denn wie König Ohneland seine Ländereien verlor, hat Frau Henze mittlerweile Klarheit darüber, dass ihre Kasse spätestens im Laufe des kommenden Jahres 2027 leerer sein wird, so dass es ab 2027, trotz steigender städtischer Aufgaben, immer schwieriger werden wird, die Mindestanforderungen kommunaler Daseinsfürsorge zu erfüllen.
Laut der städtischen Kämmerei (kein Friseurladen übrigens!) wird das Jahr 2026 das letzte Jahr sein, in dem auf der Aufgabenseite noch einmal die Ausgaben steigen werden (auf rund 335 Millionen EURO). In den Folgejahren gehen die Ausgaben zurück und pendeln sich zunächst auf rund 307 bis 311 Millionen ein. Ein Grund dafür ist das Verhältnis der Anzahl von städtischen Beschäftigten (Beamte) zur Anzahl derjenigen, die aus dem aktiven Dienst ausscheiden und nur noch ihre Pensionsansprüche verzehren werden. Was für die ausgeschiedenen Beamten durchaus positiv ist, könnte für die „Königin Ohneland“ aber eine Katastrophe werden, denn die städtischen Ausgaben für die Daseinsfürsorge der hier Lebenden werden ja nicht geringer. Jedenfalls soll es ab 2027 nach den jetzigen Planungen keine neuen Planstellen für städtische Beamte mehr geben!
Und dem gegenüber werden auch die Kosten für Müllentsorgung, Straßenreinigung, soziale Dienste und andere kommunale Ausgaben weiter steigen, denn Frau Henze und den Bezirksbürgermeistern wird es kaum gelingen, die Einwohnerschaft vermehrt dafür zu gewinnen, den Müll nicht mehr auf der Straße zu entsorgen, ihre Bürgersteige zu pflegen und das berühmte „Stadtbild“ aufzuhübschen. Die Haltung der Bürgerschaft hat Joachim Gill, Bezirksbürgermeister von der SPD, übrigens als nicht zu akzeptierende asoziale „Vollkasko-Mentalität“ bezeichnet, denn er sieht die Bürgerschaft angesichts einer sich immer stärker entwickelnden „Bauchnabel-Haltung“ der Bürgerinnen und Bürger in „seinem Bezirk“ fast nur noch als Menschen mit einer Versorgungsmentalität!
Und was die weglaufenden Pferde der Frau Henze angeht: „Arsol Aromatics“, eine in Gelsenkirchen ansässige Chemie-Firma mit immerhin über 60 Beschäftigten, hat just in diesen Januar-Tagen Insolvenz angemeldet!
Zurück in die Zukunft also! Da ist es doch schön, dass die Namen EMILIA und NOAH Spitzenreiter der Gelsenkirchener Namensstatistik für 2025 sind! Immerhin!


