Grüße aus dem Warenhaus
Eine große Regionalzeitung der FUNKE-Mediengruppe liefert heute auf der „Rhein-Ruhr-Seite“ einen Beitrag über „Markenfälscher“, also jene Gruppe (die genaue Anzahl ist nicht bekannt) von Händlern, die auf „Trödelmärkten“ und ähnlichen Veranstaltungen Waren verkaufen, die den Originalen zum Verwechseln ähnlich sind. Den wirtschaftlichen Schaden, der durch „Markenpriraten“ entsteht, beziffert das „Institut der deutschen Wirtschaft“ auf jährlich 50 Milliarden Euro. Nur zum Vergleich: Der Haushalt der Stadt Gelsenkirchen lag 2025 auf der Ertragsseite und der Ausgabenseite jeweils bei knapp unter 1,5 Milliarden Euro. Die Behörden, also Justiz, Ordnungskräfte und Polizei, rechnen die Aktivitäten der „Markenfälscher“ dem Bereich der „Organisierten Kriminalität“ zu.
Dass die gefälschten Waren ein so großes Interesse bei den Kunden finden, hat zwei wesentliche Ursachen: Die „Verbraucher“ wollen gerne ein „Schnäppchen“ machen und ihre „Markenkleidung“ oder „Markenschuhe“ (oder was auch immer) „preiswert“ erstehen, wobei „preiswert“ in diesem Fall eher „billig“ ist. Zweitens, das wissen wir von uns selbst, sind wir häufig geneigt, auf Trödelmärkten und Stadtfesten in entspannter Atmosphäre auch schon ´mal den einen oder anderen Taler aus der Tasche zu holen, weil die Angebote so „günstig“ sind. Dass die gefälschten Waren häufig von minderer Qualität sind, übersehen wir dabei gerne.
Nun lässt sich die „Trödelei“ auf Märkten in gewisser Weise als eine Art „Folie“ für den politischen Raum verstehen – jedenfalls von der Seite der politischen „Markenfälscher“ aus. Denn die gibt es auch! Im politischen Warenangebot laufen diese Fälscher unter dem Etikett ESPEDE! Die Partei hat sich im Laufe der letzten Jahre selbst entkernt, indem sie aus dem Blick verloren hat, für wen sie (eigentlich) Politik machen soll – nämlich den Kern der Arbeiterschaft (soweit noch vorhanden), die Familien, die sozial Benachteiligten, diejenigen, die in der Schule, am Arbeitsplatz oder in der Gesellschaft „abgehängt“ sind, also staatlicher Fürsorge bedürfen.
Die SPD hat aber aus ihrem „Laden“ im Laufe der Zeit ein Tingel-Tangel-Angebot gemacht, bietet jede Menge Tinnef an, verwechselt qualitativ hochstehende Ware mit Talmi, also jenem Falschgold, das Echtheit und Qualität nur vortäuscht. Dass man, wenn man solche Erfahrungen macht oder gemacht hat, der Partei „von der Fahne geht“ und nach rechts abbiegt, ist kein Zauberwerk, sondern basiert auf einem gesunden Menschenverstand, der sich nicht gerne für dumm verkaufen lässt.
An die Stelle der Kämpfer für Gerechtigkeit und für einen Anteil am gesellschaftlichen Fortschritt sind blasse Funktionäre getreten, die, in feinem Zwirn gewandet, gestanzte Worthülsen absondern wie ein Sprechautomat. Das trägt zusätzlich dazu bei, dass sich die „einfachen Leute“ von ihrer alten Partei „und denen da oben“ abwenden. Da können diejenigen, die in Sonntagsreden wohlfeil vom „Kampf gegen RECHTS“ fabulieren, noch so viele Versatzstückchen von „damals“ abhusten: Interessieren tut das kaum noch jemanden!
Und das ist dann doch noch ein Unterschied zum Trödelmarkt:
Wenn man dort etwas kauft, dann weiß man nicht nur, dass man betrogen wird. Man nimmt es auch noch gerne in Kauf!

