Aus der besten aller Welten (24)

Gequirlte Bettelsuppe aus dem Armenhaus („Aufstiegsplan“ der Märchentante/ Ergänzungstext)

Wissen Sie, was das Wort „henzen“ dem Kern nach bedeutet?

Das „Henzen“ ist ein „Aufstiegsplan“ (WAZ), den, glaubt man einem WAZ-Redakteur, der sich gerne als „Stellvertrnd. Leiter der GE-Redaktion“ bezeichnet, die zukünftige Frau OB durch Anregungen aus der Bürgerschaft unterfüttert hat (was übrigens bedeutet, dass kaum eine Idee von ihr selbst stammt). Nun kann man gerne Aufstiegsversprechen noch und nöcher formulieren – aber das vor der Bildung einer „Mehrheitsfraktion“ zu tun, ist natürlich ein kühnes Unterfangen! Wobei man als Notanker, falls der Aufstiegsplan nicht klappt, sich damit herausreden kann, dass die Bürgerschaft Ideen gesammelt hat, die einfach nicht umzusetzen waren!

Kurz: Was uns da präsentiert wird, ist ein „Markt der Möglichkeiten“ unter dem Motto: Alles kann, nichts muss! Und sowieso steht alles unter Finanzierungsvorbehalt und der Zustimmung durch die Haushalts-Aufseher im Regierungspräsidium zu Münster.

Dazu nur ´mal zwei Beispiele aus dem Unsinnskatalog unserer zukünftigen obersten Repräsentantin.

Im Beispiel 1 sieht Frau H. unter anderem vor, Wohnungen für Studierende der Fachhochschule zu schaffen, um sie stärker an die Stadt zu binden! Welcher Art Wohnungen soll das denn sein: Gemeinschaftsunterkünfte für Wohngemeinschaften? Sollen die Wohnungen im Umfeld der Fachhochschule liegen oder eher in der Mitte von Buer oder gleich an der Bochumer Straße? Oder gibt es ein „Quartier Latin“, also wie in Paris im Umfeld der Sorbonne, ein Viertel mit Buchläden, Cafés, kleinen Modelabels, Zeitungsständen und – wegen des Flairs – gut ausgebildeten Taschendieben?

Zweites Beispiel: Kultur (gemeinsames Kapitel mit Sport). Was bei Kultur immer  besonders wichtig ist: Nachhaltigkeit. Und Nachhaltigkeit (der Begriff wird auch auf die Sportvereine angewendet) entsteht zunächst, nach Auffassung von Frau H., durch das Vollkritzeln von Papier, womit sie klarstellt, dass Kultur nicht ohne Bürokratie funktioniert. Die „freie Szene“ (wer immer das auch ist!) soll gestärkt werden (durch den „Kulturcent“?) und das Musiktheater soll noch stärker als bisher in die Stadtgesellschaft „hineinwirken“? Wo bleiben hier die Menschen, die lieber in die Disco gehen, um dort „abzutanzen“, und deshalb einen Bogen um die „Häuser der Offenen Tür“ machen? Welche Ideen hat Frau H., damit das MiR noch stärker in die „Stadtgesellschaft“ hineinwirkt? Schon Lessing hat zu seiner Zeit den Versuch gemacht, mehr Menschen in das Theater zu locken, indem er Artisten und Clowns in der Pause auftreten ließ! Was hier eindeutig zu kurz kommt, ist die Frage nach der Qualität des Angebots, verbunden mit einer passenden Antwort!

Zugegeben: Eine kurze Polemik wird dem großartigen „Zehn-Punkte-Programm“ nicht gerecht, ist auch durchaus ruppig formuliert, weil hier Banalitäten ausgesprochen werden und die zehn Punkte eine krude Mischung aus allseits Bekanntem, nicht zu Erfüllendem und die eigentlichen Probleme kaum Ansprechendem darstellen, sondern eher „ideologisch gefärbte Symbolwerte“ präsentieren, wie es zum Abschluss bei Frau H. heißt.

Man kann also davon ausgehen, dass die Menschen der Stadt Frau H. gewählt haben, weil sie den „10-Punkte-Plan“ eben nicht gelesen haben.

Sonst wären sie nämlich vielleicht lieber in den Zoo gegangen!

0 0 Bewertungen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
Meine Daten entsprechend der DSGVO speichern
Nach oben scrollen
1
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x