Wie schön ist es in Panama!
Ist das so?
Mit Sicherheit kann ich davon ausgehen, dass die Panama-Geschichte von Janosch in den meisten Haushalten, die den HerrKules gelesen haben oder mehr oder weniger regelmäßig lesen, bekannt ist. Der Pfiff besteht darin, dass der Bär und der Tiger nach einer Rundreise durch ihre kleine Abenteuer-Welt wieder zuhause ankommen und glauben, sie hätten es bis nach Panama geschafft.
In WIKIPEDIA lesen wir: Der Spruch „Oh, wie schön ist Panama“ stammt aus dem berühmten Kinderbuch „Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch (Horst Eckert), das 1978 erschien; er beschreibt die Reise des kleinen Tigers und des kleinen Bären zu einem vermeintlichen Traumland namens Panama, das sich als ihr eigenes Zuhause herausstellt, wobei die Phrase eine Sehnsucht nach dem Ideal und die Erkenntnis der Schönheit des Vertrauten ausdrückt. Die Geschichte beginnt, als der kleine Bär eine Kiste mit Bananen findet, auf der „Panama“ steht, und daraus schließt, dass Panama ein Land sein muss, das nach Bananen riecht.
Jenseits des Erzählerisch-Märchenhaften von Janosch ist, man möchte es kaum glauben, für viele Menschen auf der Welt das heruntergekommene Gelsenkirchen auch ein Traumland, ein Sehnsuchtsort, ein zu erreichendes Ziel einer Verheißung. Schrottimmobilien, der Tod auf dem Meer bei der Flucht und Überfahrt, Armut und Ausgrenzung: all das nehmen die Menschen auf sich. Und natürlich auch gerne die Alimentierung durch den bundesrepublikanischen Staat – Verschärfungen von Gesetzen, strengere Auflagen und Bestimmungen hin oder her.
Die Kiste mit der Aufschrift „Panama“ stellt ihnen der Staat immer noch zur Verfügung. Für die Menschen, die zu uns kommen, ist der Abstieg der Menschen in eine Gesellschaft der Arbeitslosigkeit, der explodierenden Preise, der schlechten Wohnverhältnisse gemessen an den Herkunftsländern der meisten, die „eingebürgert“ werden möchten, immer noch das Tor, durch das man nach Panama kommt. Regularien und Vorschriften nimmt man in Kauf – oder man nimmt sie erst einmal nicht zur Kenntnis. Und das trifft nicht nur auf die Süd-Ost-Europäer zu, die, was die Vermüllung und Nicht-Integration sowie Regelverstöße betrifft, gerne als Hauptproblemgruppe gelten.
Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang, dass die lokale WAZ heute mit der Schlagzeile aufmacht: „Mehr Syrer reisen freiwillig aus“, was den Eindruck erweckt, ganze Ströme von Menschen aus Syrien treten freiwillig die „Heimreise“ an. Tatsächlich sind 2025 genau 90 (neunzig) Syrer in ihre angestammte Heimat zurückgekehrt. „Geduldet“ waren nach dem Ausländeramt in den Jahren 2019 bis 2022 jährlich rund 1000 Personen, ab 2023 steigt diese Personengruppe wieder zahlenmäßig an. Ab Ende 2022 bis 2025 wurde das Chancen-Aufenthaltsrecht eingeführt. Dieses war damit verbunden, dass die Menschen, die entsprechende Anträge zur Duldung stellten, nachweisen mussten, dass sie ihren Lebensunterhalt verdienen konnten oder über Grundkenntnisse in der deutschen Sprache verfügten. An der Spitze derjenigen, die in Gelsenkirchen einen Antrag auf Einbürgerung gestellt haben, stehen die Syrer mit 1060 Anträgen. Zur Erinnerung: 2025 sind 90 in ihre Heimat „freiwillig“ zurückgekehrt.
Die Gruppe der Nicht-Deutschen macht laut Ausländeramt knapp 25% (24,3 % in 2023) der Bevölkerung aus und setzt sich aus 130 Nationen zusammen. Laut Stadtverwaltung lebten in Gelsenkirchen im Jahr 2025 rund 265 000 Einwohnerinnen und Einwohner. 65 000 sind davon Nicht-Deutsche!
Die Prozentzahl der „freiwillig“ ausgereisten 90 Syrer mag man ausrechnen!




Das Wort Mehr ist in Schlagzeilen der Joker für Tendenzberichterstattung. Es benennt eine Richtung, suggeriert Erfolg oder Misserfolg – je nachdem – und dockt im Kopf des Lesers an vorgefundenen Denkmustern an, ohne die Dimension der Entwicklung zu benennen
Dass mehr in diesem Fall wenig bedeutet, kennt man aus der Werbung. Auch dort vertreibt die Sicht auf absolute Füllmengen und Preise die Illusion, alles entwickle sich zum Vorteil für jeden am Spiel der Kräfte beteiligten, sobald ‚Jetzt mehr!‘ auf der Verpackung steht.