Überall NAZIS oder Auschwitz und der Notar Bolamus
Ja, der alte Notar Bolamus, der hat sich gut durch die Zeit gebracht
Weil, er war immer ein bisschen dafür, und immer ein bisschen dagegen, und er gab immer acht!
„Nur Auschwitz“, sagt er, „das war ein bisschen zu viel!“
Und er zitiert seinen Wahlspruch: „Alles mit Maß und mit Ziel!“
Ja, sein Urteil war immer sehr abgewogen
Und darum ist er auch bis heute um nichts betrogen!
Und darum ist er auch bis heute um nichts betrogen!
(Franz Josef Degenhardt, Von damals und von dieser Zeit, 1970)
„Der Kampf gegen die Clankriminalität, entschlossenes Vorgehen gegen Kindesmissbrauch und Null-Toleranz-Politik werden mit dem Innenminister verbunden. Der Verfassungsschutz, der zu seinem Ressort gehört, geht entschlossen gegen Extremismus und Terrorismus vor. Die Arbeit der Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen liegt Reul seit jeher am Herzen.“
Gut, dass wir das jetzt auch wissen, weil die Landesregierung ihr Wissen freundlicherweise mit uns teilt. Und natürlich wird Minister Reul, seines Zeichens CDU-Mitglied und immer noch Innenminister des Landes, mir nicht unsympathisch, weil er gerne manchmal etwas knurrig daherkommt. Ganz im Gegenteil! Als Hund wäre er wohl ein Hirtenhund, der gerne als Hirten-Helfer eingesetzt wird, die Herde zusammentreibt und die ahnungslosen Schafe gegen ihre Fress-Feinde verteidigt (außer gegen die Schlachter).
Ich kann mir bei Reul gut vorstellen, dass er sich, die Erledigung seiner Aufgaben vorausgesetzt, abends mit einem Schoppen aufs heimische Sofa setzt, die Akten einfach ´mal Akten sein lässt und sich beim süßen Nichtstun die Fußnägel schneidet. Wenn Reul mit sich und seiner Arbeit rundum zufrieden ist, dann lässt er beim Schneiden der Nägel bestimmt gelegentlich eine Platte laufen. Etwa Alexandras „Mein Freund der Baum ist tot“ ***
Im Auszug aus der Darstellung des Landes über Minister Reul wird bereits eindringlich darauf hingewiesen, dass dem Minister der „KAMPF GEGEN RECHTS“ (außer dem Kampf für den Freund „Baum“) am Herzen liegt. Deshalb stellt er auch besonders gerne die neusten Erkenntnisse des Amtes für Verfassungsschutz vor, mithin die Ergebnisse einer Behörde, die dem Innenministerium direkt unterstellt ist, was die Vermutung nahelegt, der Verfassungsschutz präsentiere Ergebnisse, die dem Minister nicht ganz unwichtig sind.
Dies wiederum hat heute zur Aufmacher-WAZ-Schlagzeile geführt:
„Extremisten beeinflussen NRW-AfD“! Verbunden ist diese Schlagzeile mit der Unter-Schlagzeile: „Der NRW-Verfassungsschutz beobachtet den völkisch-nationalistischen Teil der Partei“. Reul geht von 4500 Rechtsextremisten in NRW aus, von denen rund 1800 gewaltbereit sein sollen. Was aber bedeutet „gewaltbereit“? Wenn wir uns im Rahmen strafprozessualer Delikte bewegen, dann geht es um konkrete Handlungen, also Delikte im Feld von tätlichen Angriffen, Nötigung und Gewaltdarstellung. Zivilrechtlich greifen bei Gewaltdrohungen Wohnungsverweisungen und Kontaktverbote. Schon das Anbringen von Plakaten mit einer Aufforderung zu einer Gewalttat gegen einen Politiker oder mit einer „Gewaltparole“ kann bereits die Grenze zum Unrechtmäßigen überschreiten, jedes auf eine Wand gesprühte „Hakenkreuz“ kann als Verwendung verbotener Symbole verstanden und entsprechend verfolgt werden.
Interessant wird der Bereich, in dem sich politische Aussagen und reiner Nonsens verquicken. Die WAZ zeigt auf Seite 2 unter der Überschrift „So viele Verfassungsfeinde wie nie“ ein T-Shirt mit der Parole „Kämpfer für Deutschland“ und der Unterzeile „Ein Volk, ein Lauch, ein Wille“. Unschwer wird man diese Zeile mit der Parole „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“ verbinden. Ist das aber nun eine satirische Verballhornung, eine Veralberung des alten Spruchs der Nazis? Oder doch eine „Gesinnungsmarke“, die meinem Gegenüber oder meinem möglichen Opfer signalisiert, wes Geistes Kind ich bin?
Innenminister Reul weist darauf hin, dass die Zeit der Springerstiefel ebenso vorbei ist wie das Tragen „völkischer“ Symbole.
Und in Gelsenkirchen?
Zunächst stellen wir einmal fest, dass hier die Gründung einer DDR 2.0 im Rahmen der Bildung einer Vierer-Koalition aus CDU, SPD, FDP und GRÜNEN stattgefunden hat. Eine Opposition, die Gewicht hat, gibt es nicht mehr. Vielmehr haben wir eine „Abnicker-Koalition“, in der auch FDP und GRÜNE ihr Plätzchen gefunden haben.
Alles und alle jenseits dieser „Koalition“ sind (mehr oder weniger) „NAZIS“, wie sich anlässlich der Kundgebung zur angeblichen „Remigration“ gezeigt hat. Obwohl es mittlerweile Gerichtsurteile gibt, die die Grundlage der Kundgebungen zu dieser Thematik als juristisch gegenstandslos markiert haben, hat man sich auf diesem „Correctiv-Ticket“ versammelt und sich gemeinsam in die eigene geistige Besoffenheit geschunkelt. All die Gruppen, Verbände, Parteien und Einzelpersonen, die sich zum „Kampf gegen Nazis“ um den Correctiv-Artikel versammelt haben, müssten eigentlich erst einmal öffentlich Abbitte leisten. Stattdessen wissen anscheinend nichts mehr von ihrer geistigen Umnachtung, sie bringen vielmehr zusammen, was nicht zusammengehört. Eine politische Orgie, die ihnen als Hochamt erschien, aber nichts anderes war als eine sich in Nacktheit ergehende temporäre Bewusstlosigkeit und Schamlosigkeit. Nur in den kleinen Momenten der Ehrlichkeit, die zu unterdrückten sie aber mit der Zeit lernten, dämmerte eine schwächer werdende Erinnerung in ihnen auf.
***Alexandra, Mein Freund der Baum




Die orchestrierte Correctiv Kampagne zeigt vor allem, das die Deutschen ein aufreizbares und verführbares Volk sind.
Sie erfinden immer noch tolle Geschichten, um sich vor Scham, Schuld und Selbsterkenntnis zu schützen. In den sozialen Medien lese ich nun oft „ja, war wohl nicht so, hätte aber sein können“ – „unsaubere Recherche, dennoch gut, dagegen auf die Straße gegangen zu sein.“ Das solche Inszenierungen die Debatte vergiften, das sagbare unsagbar machen, letztlich Totengräber der Demokratie sind, kommt diesen „Guten“ nicht in den Sinn. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich mich eher vor diesen Menschen fürchten soll, oder es bei Verachtung belassen soll.
Vermutlich würden große Teile dieser Massenhysterisierten auch als Jubelperser auf die Straße gehen, um die Militarisierung der EU anzufeuern und „Germans to the Front“ (Taiwan, Iran, Russland etc.) skandieren. Womit sie aber die anderen meinen, nicht sich selber.
Die Bildzeitung hat mal rumgefragt. Erwartbare Reaktionen. Dass Dürr (FDP) sich getäuscht fühlt durch Correctiv werden diese Leute garantiert damit kommentieren, dass die FDP sich an AfD Wähler anschmiegen will und eine Koalition mit der AfD eingehen wird. Alles sehr vorhersehbar und alles irgendwie nur noch Komödienstadl.
https://www.bild.de/politik/inland/erster-politiker-fuehlt-sich-getaeuscht-waren-hunderttausende-wegen-einer-falschen-story-auf-der-strasse-69e375fb7c6e5e236a26ad90