Aus der besten aller Welten (39)

WEITER AN DER SPITZE: GELSENKÖRKI

 1000 Feuer in der Nacht

haben uns das große Glück gebracht

So lauten zwei Zeilen im „Schalke-Lied“, also in der inoffiziellen Hymne des Vereins „Schalke 04“. Nur für die Neubürger und alle, die sich nicht so gut mit der Geschichte der Stadt Gelsenkirchen auskennen: Die zwei Zeilen aus dem Schalke-Lied beziehen sich auf eine Zeit in den 50er Jahren nach Endes II. Weltkrieges, in der der Qualm aus den Fabriken aufstieg und in der Nacht die Feuer aus den Hochöfen beim „Abstich“ loderten.

Das muss man heute nicht mehr unbedingt wissen, denn mittlerweile gibt es keine Feuer in den Hochöfen mehr, weil die Hochöfen selbst längst aus dem Stadtbild verschwunden sind. Aber wie sich der in Gelsenkirchen 1904 gegründete Fußballverein heute immer noch romantisch-verklärend „Kumpel- und Malocher-Club“ nennt und in den S04-Fan-Shops eine entsprechende Kollektion angeboten wird, obwohl Bergmänner (Kumpel) und Malocher (Menschen, die hart arbeiten) eher selten gewordene Relikte aus vergangenen Zeiten eines früheren Massenphänomens sind, so hat man die Bezeichnung beibehalten, weil auch ein Fußballverein, der Millionen umsetzt, eine „Geschichte“ braucht, die die Gründungszeiten in die Gegenwart verlängert. So entsteht schließlich ein Mythos!

An die Stelle der Kumpel und Malocher sind heute Zuwanderer, Flüchtlinge, „Menschen mit Einwanderungsgeschichte“ und Asylbewerber getreten, denen die europäischen Regeln zum Asylrecht und zum Arbeitsmarkt die „Einwanderungstüren“ weit geöffnet haben und die – im Zweifelsfall – auch gerne von öffentlichen Kassen alimentiert werden!

Und diese Menschen setzen ebenfalls gerne Kinder in die Welt, denn für diese Nachkömmlinge gibt es Versorgung aus öffentlichen Kassen – wenn man nur irgendwie „Bedarf“ begründet anmelden kann! Hinzu kommt der Aspekt der Fertilität, also die Fähigkeit der Frauen, ein Kind auszutragen, und die Fähigkeit der Männer, ein Kind zu zeugen.

Neben diesen „biologischen Voraussetzungen“ gibt es aber auch „gesellschaftliche Voraussetzungen“, die sich in der Einstellung zu Kindern zeigen. Zudem spielen weltanschaulich-religiöse Einstellungen eine Rolle, aber auch der Bildungsgrad, der Zugang zu Verhütungsmitteln und deren Gebrauch.

Diese Einstellungen zeigen sich in Deutschland u.a. daran, dass die „durchschnittliche Kinderzahl“ sich (statistisch) bei etwa 1,3 Kindern pro Frau im gebärfähigen Alter eingependelt hat und – zumindest auf kurze Sicht – auch keine Anzeichen einer deutlichen Veränderung zur höheren Geburtenrate zeigen.

Anders sieht es bei den – pauschal formuliert – „Zuwanderern“ aus. Hier ist die Kinderzahl im Durchschnitt deutlich höher, was man, auch ohne Statistiken zu kennen, im Stadtbild deutlich sehen kann. Zudem fällt auf, dass – im Durchschnitt – Frauen aus anderen Kulturen deutlich jünger sind, wenn sie ihr erstes Kind bekommen und auch insgesamt mehr Kinder bekommen. Die „klassische“ Ein-Kind-Familie ist eher die Ausnahme, wogegen sie in Deutschland die Regel ist.

Diese hier nur grob aufgezeichnete Entwicklung macht sich allerdings nicht nur im Stadtbild bemerkbar, sondern hat konkrete Auswirkungen auf die Bildungslandschaft.

Am heutigen Tag beginnt in Gelsenkörki der Schulalltag für 3271 Erstklässler (bei insgesamt knapp 42000 Schülerinnen und Schülern). Laut WAZ sind in Gelsenkirchen 232 Lehrerstellen nicht besetzt, 31 Leitungsstellen sind nicht besetzt, davon 28 an Grundschulen.

In unserer Stadt haben – alleine an den Grundschulen – 65,5% der Kinder eine Zuwanderungsgeschichte – das ist der höchste Wert in ganz NRW (laut Statistischem Landesamt). Landesweit sind es „nur“47,4 % (eine Zuwanderungsgeschichte liegt vor, wenn ein Kind im Ausland geboren worden ist oder mindestens ein Elternteil zugewandert ist oder zuhause nicht überwiegend Deutsch gesprochen wird). Der Betrieb an den (Grund-)Schulen wird lediglich durch Abordnungen aufrechterhalten. Zugleich müssen Lehrkräfte „unterrichtsfremde“ Tätigkeiten wahrnehmen, also etwa organisatorische Aufgaben.

Dass Schülerinnen und Schüler das „System Schule“ durchlaufen und immer größere Defizite in den Grundfertigkeiten (Schreiben, Lesen, Rechnen) aufweisen, sollte uns nicht verwundern. Wir sollten diese Entwicklung eher als Menetekel sehen, denn immerhin waren wir einstmals das „Volk der Dichter und Denker“!

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2 Kommentare
Ali-Emilia Podstawa

1000 Feuer in der Nacht haben uns das große Glück gebracht. Dann musste Willy von der SPD unbedingt den Himmel über der Ruhr wieder blau machen wollen. Und jetzt ist hier nichts mehr zu tun in unserem Luftkurort.

Dafür jammern alle herum, es sei viel zu heiß, weil der Lorenz den ganzen Sommer vom Himmel herunter auf die versiegelten Flächen ballert. Wo früher Wolken, Abgase und Zigarettenqualm das Allerschlimmste verhinderten, nämlich den Klimahitzetod, der allen (!) unvermeidbar droht (es sei denn, es wird ein Tempolimit eingeführt, dann nicht sofort) – allen also, egal ob einst oder vor kurzem zugewandert – man kann schon einmal den Faden verlieren – wo waren wir? Egal: Es muss nun die vorzeitige Lungenembolie dem postulierten Hitzetod Platz machen in energiesparenden, klimaanlagenfreien Krankenhäusern, Seniorenheimen und mitten auf dem Heinrich-König-Platz auch.

Das Wandern ist übrigens des Müllers Lust und damit eine typisch deutsche Freizeitbeschäftigung. Ob dieses Hobby bei Zugewanderten aus dem Orient und dem Hindukusch auch so beliebt ist, wurde noch nicht wissenschaftlich erforscht. In Afrika kann man das Wandern vergessen. Der Kontinent ist viel zu groß. Da kommt man zu Fuß nie an. Deshalb wandern die meisten Afrikaner auch nicht in Afrika ziellos herum, sondern in Europa zielstrebig zu uns.

Grundschüler bei der Einschulung sind nur in absoluten Ausnahmefällen wanderwillig. Kinder wandern nur unter Zwang. Nörgelnde Kinder auf Wanderungen sind seit den 1970ern ausgestorben. I-Dötze werden in der Statistik nur deshalb als Kinder mit Zuwanderungsgeschichte bezeichnet, weil das Wort Ausländer nicht mehr im Setzkasten von Verwaltungen und Presseorganen vorhanden ist und man deshalb logischerweise eine andere Erzählung benötigt. Ich mag sperrige Neo-Komposita: Zuwanderungsgeschichtsgrundschüler*innenbetreuungsangebot

Zuletzt bearbeitet am 6 Tage vor von Ali-Emilia Podstawa
Heinz Niski

Kindertagesstättenplatzvergabekriterienüberprüfungskommission

Nachhaltigkeitsberichterstattungspflichtenerfüllungsnachweisdokumentation

…. usw. – Deutsch ist schön. Also die Sprache.

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