Aus der besten aller Welten (41)

Heimat, süße Heimat,

wann werden wir uns wiedersehen?

 

Quellen, die sich mit dem deutschen Liedgut beschäftigen, namentlich dem Volkslied, wissen zu berichten, dass hinter dem wehmütigen Anfang des Liedes eine traurige Geschichte steht.

Das Lied erzählt nämlich von einem Mädchen, das aus Traurigkeit letztlich Selbstmord begeht.

So weit sind wir in Gelsenkörki noch nicht; aber wir sind auf einem „guten“ Weg dorthin. Warum das so ist?

Nennen wir doch einfach ´mal drei Dinge, die hier aber nicht die Drei aus dem Märchen sind (drei Wünsche, drei Fragen, drei Aufgaben), sondern drei Elemente der Stadt Gelsenkörki, die für Ärger und Aufruhr sorgen.

Erstes Beispiel: Die Stadtverwaltung hat neue Ordnungsverfügungen in der Pipeline und folgt damit (zumindest teilweise) Nachbarstädten. Kurz gesagt: Das öffentliche Betteln soll nur noch in einem Abstand von zehn Metern zu Lokalitäten, Stadtfesten und Hauseingängen gestattet werden. Man könnte jetzt sagen: Merz – hin oder her! Es muss sich etwas am „Stadtbild“ tun. In diese Ordnungsreihe fügen sich zwei weitere Maßnahmen ein: Fahrzeuge (Klein-LKW) von Markthändlern sollen außerhalb der Marktfläche geparkt werden, Namensschildern an Hauseingängen sollen beschriftet und leserlich sein!

Nun ist das ein Bündel von Maßnahmen, die gut gemeint, aber schlecht gemacht sind. Jedenfalls kann man sie nicht als publikumsfreundlich bezeichnen. Denn neben der „Veränderung“ des Stadtbildes und der (möglichen) Einschränkung oder „Behinderung“ des Einkaufs ist der „ordnungspolitische Aspekt“ nicht unwichtig: Die städtischen Ordner haben, wenn die Maßnahmen beschlossen werden, mehr Zugriffs- und Eingriffsmöglichkeiten, was Proteste, wie zuletzt von Markthändlern in Buer geschehen, erwarten lässt. Das mag ein Grund dafür sein, dass bestimmte Maßnahmen, die geplant sind, erst in der kommenden Woche – nach den Wahlen am Sonntag – auf die Tagesordnung von Fachausschüssen und Gesprächen mit dem Ordnungsdezernenten gesetzt worden sind.

Das trifft auch auf die „Parkverbote“ für Marktbetreiber zu, die ihre Fahrzeuge nun außerhalb der eigentlichen Gewerbeflächen abstellen sollen (Wochenmärkte in GE und Buer). Zu diesem Punkt gibt es deutliche Kritik aus den Reihen der „Viererbande“, namentlich von SPD, Grünen und FDP, die die Kundenunfreundlichkeit und die Erschwerung der Händlertätigkeiten kritisieren (Transport der Waren).

Was uns zu einem weiteren unappetitlichen Thema führt: dem Befall der Gesamtschule Horst und des Sportparadieses mit Schädlingen. Sind es an der Gesamtschule in Horst überwiegend verendete Ratten, deren unerträglicher Gestank die Schüler beeinträchtigt, sind es im Sport-Paradies Kakerlaken, deren Bekämpfung, wenn die Maßnahmen keine Erfolge zeitigen, dazu führen können, dass das Sport-Paradies aus hygienischen Gründen geschlossen werden muss, bis das Problem beseitigt ist.

Gelsenkirchen, das zeigen die Beispiele, hat also ´mal wieder ordentlich etwas zu bieten, was die Attraktivität der Stadt und des Lebens hier merklich beeinträchtigt. Da müssen wir zum Schluss des launigen Beitrags noch die letzte Strophe des Liedes von der „süßen Heimat“ als Trost anbieten:

O Heiland, Herzensheiland, mach meine Seele still!
Soll ich noch länger wandern? Ich will’s, mein Gott, ich will!
Stärk nur die müden Kniee, Herr, stärk mir Herz und Hand,
als Bürger zu gewinnen mein schönes Heimatland;
als Bürger zu gewinnen mein schönes Heimatland!

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