Der Musketier von Gelsenkirchen

Es kämpft‘ einst ein Graf, adlig und kühn,
für die Krone, das war sein Sinn.
Heut kämpft er als Sinan, der Kandidat,
statt für‘n König, für‘n Mülleimer hat er sich ermat’.

Sein Degen rostet, die Zeit ist vorbei,
nur der Zwirbelbart ist noch pompös und frei.
Die Spitzen, die zeigen nach oben zum Stern,
ein Zeichen, dass er sich selbst hat gern, sehr gern.

Sein Talar flattert, die Feder kratzt wild,
im Paragraphen-Dschungel, der ihn nur noch nervt und schilt.
Sein Schlachtruf, der hallt durch die Beton-Schlucht:
„Müll weg – Pott sauber!“ Es gibt eine Flucht.

Geliebt wird er heiß, von Frau, Mann und Divers,
denn wer putzt so schön? Das ist ja convers!
Doch am meisten geliebt, das ist nicht geheim,
wird er von sich selbst – das ist sein großer Reim.

„Einer für alle?“ – Ein altes Gelump!
Heut gilt: „Jeder kehre vor der eigenen Pump!“
Sein Name, Türkisch, gibt Rätsel auf viel:
Die „Lanze des Insekts“ trägt Putzzeug nun zum Ziel.

So kämpft der Comte, proletarisch entstammt,
der für Frankreich einst focht, nun Gelsenkirchen verdammt.
Doch sollte er siegen, bei der kommenden Wahl,
dann glänzt die Stadt – ein hygienisches Moral.

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2 Kommentare
Ali-Emilia Podstawa
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