Die wunderbare Welt des Absurden (21)

Das Absurde kann jeden beliebigen Menschen an jeder beliebigen Straßenecke anspringen.“ Albert Camus

Recht hat er gehabt, der französische Schriftsteller und Philosoph mit dem Namen ALBERT CAMUS. Und zwar voll umfänglich, wie man so schön sagen könnte. Das Absurde springt einen wirklich an. In diesem Fall in Duisburg. An „Peter Pomm´s Puszetten-Stube“ im Duisburger Stadtteil Marxloh. Dort hängt seit gestern eine Messingtafel, die daran erinnern soll, dass Peter Pomm (eigentlich Peter Hildebrand) der wahre Erfinder einer Geschmacksbombe war, die auf der Basis einer groben Bratwurst aus „eigener Herstellung“ mit Curry-Pulver verfeinert und mit Tomatenketchup abgerundet die Welt ab 1936 erobern sollte. Die Curry-Wurst erblickte also in Duisburg das Licht der kulinarischen Welt und nicht, wie bisher angenommen, in Berlin, wo eine Herta Heuwer diese kulinarische Spitzenware erst ab 1947 in Umlauf brachte. Immerhin erst 11 Jahre nach Herrn Pomm!

Peter Pomm, wir nennen ihn einfach mal weiter so und sehen dabei über den im Ruhrgebiet gerne verwendeten „sächsischen Genitiv“ gelassen hinweg, hatte für seine Currywurst dunnemals (meint: zu jener Zeit) ein „Currypulver Englische Art“ verwendet, das ursprünglich aus den Niederlanden kam und von der „Hamburger Gewürzmühle“ in Umlauf gebracht wurde.***

Wir stellen also abschließend fest:

  1. Die Wurzel der Curry-Wurst liegt im Ruhrgebiet, nämlich in Duisburg
  2. Bei der Curry-Wurst handelt es sich um eine Ko-Produktion, an der Peter Pomm aus Duisburg, niederländisches Curry-Pulver und hanseatische Kaufmanns-Kunst beteiligt waren.
  3. Die Legende, die Curry-Wurst stamme ursprünglich aus Berlin, ist als Ammen-Märchen entlarvt.
  4. Peter Pomms Curry-Wurst-Bude gibt es noch heute in Duisburg-Marxloh und wird von Peter Pomms Enkelin geführt.

***sächsischer Genitiv: „Die Genitiv-s-Variante stammt aus dem Angelsächsischen und wird deshalb auch sächsischer Genitiv genannt. In vielen nichtwissenschaftlichen deutschsprachigen Publikationen wird der Begriff auf die im Deutschen teilweise fälschliche Schreibung der Konstruktion mit Apostroph beschränkt“ (WIKIPEDIA)

H. Grönemeyer:Curry-Wurst

Herbert Grönemeyer - Currywurst live

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1 Kommentar
Ali-Emilia Podstawa

Letztens beim Inder gegessen und nach Curry gefragt. Man bekommt daraufhin eine Vielzahl von Gerichten, die aus Gewürzen, Gemüse, Fleisch oder anderen Zutaten bestehen, angeboten. Der Begriff Curry stammt aus dem Tamilischen und bedeutet „Suppe“ oder „Sauce“.

Das bei uns gebräuchliche Curry-Pulver als Gewürzmischung ist in Indien unbekannt. Die deutsche Gewürzmischung besteht meistens aus Kurkuma, Koriander, Kreuzkümmel, Paprikapulver. Sie wird in der indischen Küche so nicht verwendet.

Man lernt nie aus.

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