„Das Absurde kann jeden beliebigen Menschen an jeder beliebigen Straßenecke anspringen.“ Albert Camus
Wissen Sie (noch), wie die Schlagzeile des „Aufmachers“ der WAZ am gestrigen Samstag hieß? Vielleicht: Peter sucht Paul, findet aber nur Paula? Oder: Darf ich in einem „Indianer-Kostüm“ beim Amtsgericht erscheinen? Oder: Was machen Schafe, wenn sie wütend aufeinander sind? Sie kriegen sich in die Wolle!
Nein, alles falsch, denn die Sprüche haben zu viel intellektuellen Tiefgang. Wir müssen noch etwas weiter absteigen, sozusagen auf den Grund des kalten Kellergewölbes. „Wenn ich du wäre, wäre ich doch lieber ich!“ Oder: „Einer von uns beiden ist klüger als du!“
Alles nur Sprüche, um Sie, unsere Leserschaft, in die Irre zu führen und irre zu machen?
Also: Der besagte Spruch hieß:
„SPD: Alkoholverbot an Problem-Orten“ (WAZ, Seite 1)
Das (er)klärt aber immer noch nicht das Geheimnis des Spruchs oder der Weissagung. Denn es verbirgt sich des Rätsels Lösung im Gesagten. Was ist gemeint, wenn hier von „Problem-Orten“ geraunt wird? Problemorte sind doch im Kontext von Alkohol erst einmal Gaststätten, Trinkhallen, SPD-Ortsvereinsversammlungen und Karnevalsfeiern, Schützenfeste, Kirmes-Veranstaltungen und derlei Festivitäten, wo man sich, ohne dass man Naserümpfen erntet, ´mal so richtig die Kante geben kann. Um es volkstümlicher auszudrücken: Wo man sich eine Verkostung im Bierfachgeschäft zu Gemüte führen kann oder man die Rinne verzinkt oder den Vollkornsprudel ins Feinkostgewölbe kippt!
Die SPD ist bekanntlich immer noch (und immer wieder) auf der Suche nach ihrer verschwundenen Anhängerschaft – und wo sollte man die sonst auch finden, wenn nicht an den bereits genannten Orten der Erfrischung und Erbauung. Da kann man etwa einen Willy-Brandt-Gedächtnispokal verkasematuckeln, einen Herbert-Wehner-Spätlesebecher von der Luft befreien oder einen Helmut-Schmidt-Dreikornschnaps sanft leeren.
Und wenn man das einige Male hinter sich gebracht hat, dann hat man vielleicht sogar Mut genug, es einem Mann aus Dortmund nachzutun: Der hat sich nämlich in einem Zug komplett entblößt und wurde im Gelsenkirchener Hauptbahnhof von Einsatzkräften der Polizei in Empfang genommen. Auf der Wache stellte sich heraus, dass er in Dortmund per Haftbefehl gesucht wurde.
Warum er sich allerdings ausgerechnet auf der Fahrt nach GE nackig gemacht hatte, bleibt noch ohne Erklärung!
Vielleicht hatte er einen Schoppen zu viel getrunken!



