Heute mit: dem Günter (und anderen Absonderlichkeiten)
Ob dem Frank ein Lied gewidmet wird wie dem Günter, der mit anderen, die auch den Namen Günter (Günther) tragen, einmal im Jahr zum Günter-Treffen geht, können wir nicht vorausschauend sagen.* Was unter anderem daran liegt, dass der Frank sein Amt beim S04 erst ab dem 1. Juno antritt, aber jetzt schon „eingebunden“ ist, wie eine Redewendung auf Schalke heißt, die für mich aber ein wenig nach Marterpfahl klingt. Wobei allerdings jemand, der am Marterpfahl festgebunden ist, eher nichts zu sagen hat, sondern höchstens Klage- und Schmerzenslaute von sich gibt.
Weil der Frank aber öffentlich noch nicht in Erscheinung tritt, sondern offiziell erst im Juni die Geschäfte des taumelnden Vereins übernimmt, muss er dann so tun, als hätte er blitzesschnell einen Trainer aus dem Hut gezaubert, der zu dem Verein passt. Da der traditionsreiche Verein aber die Trainer in letzter Zeit schneller gewechselt hat als der Frank seine Medima-Unterwäsche, wird es vielleicht nicht auffallen, wenn er diese Tradition fortsetzt. **
Jedenfalls hätte der Frank jetzt schon ein Frank-Lied verdient!
Wir bleiben noch einen Moment beim Fußball! Im Finale der Champions-Liga stehen sich, das steht seit gestern fest, Mailand (International Mailand) und Paris (PSG) gegenüber – zwei Edel-Vereine, die rund um den Erdball alles einkaufen, was – fußballerisch – Rang und Namen hat. PSG gehört einer Investmentgesellschaft. „Qatar Sports Investments ist eine von der Regierung Katars betriebene Beteiligungsorganisation, die 2005 gegründet wurde und ihren Sitz in Doha, Katar, hat. Die Einnahmen aus den Unternehmungen von QSi werden in den Sport-, Freizeit- und Unterhaltungssektor Katars reinvestiert.“ (Quelle: WIKIPEDIA) Der Mailänder Verein wiederum lebt ebenfalls nicht nur von den Eintrittskarten der Stadionbesucher. „Die Football Club Internazionale Milano S.p.A. war bis 2016 eine Tochtergesellschaft der International Sports Capital HK Ltd. von Erick Thohir (70 %), weitere Anteile hielten die Internazionale Holding S.r.l. des früheren Inter-Präsidenten Massimo Moratti (29,5 %) und Pirelli (0,5 %). Am 6. Juni 2016 gab die chinesische Suning Holdings Group eine Vereinbarung zur Übernahme von 68,55 % der Anteile für rund 270 Millionen Euro bekannt; Erick Thohir reduzierte seinen Anteil auf rund 31 % und wurde einziger Minderheitsaktionär, Moratti verkaufte seine Anteile“. (Quelle: WIKIPEDIA) Beim Finale treten also die „Spielvereinigung Geld“ und der „FC Moneten“ gegeneinander an und verbreiten den Eindruck eines echten Spektakels – oder zumindest einer Illusion davon!
Keine Illusion sind auf jeden Fall die Vorkommnisse, Aggressionen und Geschwindigkeitsüberschreitungen, die tagtäglich in unserer Stadt registriert werden. Da streiten sich zwei Familien am Dienstag gegen 21.00 Uhr in der Uechtingstraße. Als die Polizei eintrifft, finden die Einsatzkräfte nur noch zwei Männer vor – einer im Alter von 19 Jahren, der zweite Mann immerhin 37 Jahre alt. Die weiteren Beteiligten haben ihr Heil in der Flucht gesucht. Die beiden Streithähne machen über die anderen Beteiligten keine Angaben (jedenfalls bisher). Der Jüngere blutete, weil bei der Auseinandersetzung auch ein Beil zum Einsatz kam. Zeugen des Vorfalls werden durch die Polizei um Mithilfe bei der Aufklärung des Sachverhalts gebeten.
Gerichtsfest nachzuweisen ist einem Raser seine Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Europastraße in Bulmke-Hüllen. Bei einer Großkontrolle (ebenfalls am Dienstag) gab es 22 Ordnungswidrigkeitsanzeigen und 136 schriftliche Verwarnungen. Spitzenreiter war ein Fahrer aus Bottrop, der in einer 30er-Zone mit einem Tempo von 72 km/h gemessen wurde, was dem Michael-Schuhmacher für Arme ein hohes Bußgeld, Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot eingebracht hat. Es sollte mittlerweile bekannt sein, dass die Polizei vermehrt in der Europastraße gegen Raser, Falschparker und Poser vorgeht. Aber wenn man aus Bottrop kommt, dann kann es schon mal sein, dass man das natürlich nicht weiß.
Und wir kommen auf den Anfang dieses Beitrags im ELEVATOR zurück. Wir begeben uns also nach Schalke, wo aber das Stadion, gerne ARENA genannt, schon lange nicht mehr seine Heimat hat. Die SCHALKER benötigen zum Nicht-Abstieg (rein rechnerisch) noch mindestens einen mageren Punkt, also ein Unentschieden aus zwei Spielen. Wer sich also morgen Mittag (Spielbeginn 13.00 Uhr in Düsseldorf) eventuell langweilt oder vorhatte, über die Europastraße zu rasen oder in der Uechtingstraße Partner für eine Klopperei im Rahmen von Familienstreitigkeiten zu suchen, der mag das tun, sollte aber auf jeden Fall ein Schalke-Trikot anziehen, einen blau-weißen Schal um den Hals binden oder eine entsprechende Mütze aufhaben – eventuell mit dem Schriftzug „Ich bin Schalker, kann aber nichts dafür!“
*Andreas Rebers, Das Günter-Lied
https://www.youtube.com/watch?v=-P6FCuIs3DE



