Heute mit: dem Schielen auf verbotene Früchte
oder Wenn Zwerge mit Zwergen nach Zwergen werfen
Ja, ja! Ich weiß schon Bescheid. Das Werfen von Zwergen ist menschenverachtend, es verdinglicht Kleinwüchsige, macht Menschen zu Wurfobjekten. Mal ganz abgesehen, dass es in Deutschland sogar gerichtlich verboten ist, Zwerge zu Wurfobjekten zu machen. Was aber nichts daran ändert, dass in einer Episode der Hobbit-Romane ein „Zwerg“ (Hobbit) im Schlachtengetümmel „geworfen“ wird und in anderen Ländern sogar Meisterschaften in dieser „Sportart“ ausgetragen werden.
Kurz: Man mag diese Art der Menschenverachtung verdammen, sie gerichtlich verfolgen und sogar bestrafen. Aber wie ist es, wenn Zwerge mit Zwergen nach Zwergen werfen? Machen sich die beteiligten Zwerge auch strafbar? Oder kann man das als eine – wenn auch schräge – Form der Selbstfindung sehen und die Beteiligten sozusagen bei dem Versuch betrachten, nach Ausdrucksformen ihrer Lebensart zu suchen?
Warum diese – zugegeben! – etwas umständliche Einleitung?
Gehen wir einmal davon aus, dass alle Lebewesen auf der Suche nach der Selbstfindung sind – auch wenn diese Selbstfindung im Kern in der Selbstverzwergung besteht! Die Gralsritter haben einen Bund mit Gott geschlossen, der nur durch den Tod der Ritter selbst aufgelöst werden konnte. Der oberste Gralsritter ist (war) Parzival, ein echter Tugendbolzen!
Überträgt man diese Überlegungen in die Sphäre der profanen Politik, in der auf kommunaler Ebene nicht viel zu entscheiden ist, dann kommt man sehr schnell bei den GRÜNEN an, die als Ratsgruppe (Stadtverordnete) mächtig zusammengeschrumpft sind und so eben noch ihren Fraktionsstatus erhalten haben. Jetzt steht man als GRÜNE vor dem Problem, den Bürgern den Stimmenverlust gegenüber der Wahl vor fünf Jahren zu erklären, sich aber gleichzeitig als ungemein wichtig ins Spiel zu bringen! Das macht man durch den Hinweis darauf, dass man zur Kommunalwahl keinen eigenen Kandidaten/keine Kandidatin für den Posten des oder der OB aufgestellt und dass man Frau Henze so eine Art Nibelungentreue geschworen hat: „Gerade jetzt braucht es eine starke grüne Stimme im Rat, die Haltung zeigt. Wir stehen für Anstand, Klarheit und Verantwortung – und für eine Politik, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserer Stadt schützt und stärkt.“ Und das bei drei Stadtverordneten? Wo allein die AfD davon 20 in ihren Reihen hat. Und ebenso die auch zusammengeschmolzene SPD. Das ist eine beschämende – und übrigens auch deutlich unehrliche Form der Selbstverzwergung, die sich in den kommenden Jahren noch erweisen wird. Und warum ist es gerade jetzt so wichtig, dass es die GRÜNEN im Rat überhaupt noch gibt? Warum muss man das so gründlich betonen, wenn es sich von selbst versteht?
Wenn es keine Selbstverzwergung ist, dann ist es die Bettelei um eine milde Gabe seitens der SPD, denn die kann sich die drei Stimmen der GRÜNEN auch in den Reihen der Kleinparteien suchen, ist also auf die Stimmen der GRÜNEN überhaupt nicht angewiesen. Diese Bettelei um eine milde Gabe kommt wohl noch aus der Wahlkampfzeit, in der die GRÜNEN angenommen haben, gestärkt aus der Wahl hervorzugehen! Die politischen Entscheidungen fallen nicht mit den GRÜNEN am Tisch! Sie werden, auf die eine oder andere Art, mit offenen oder verdeckten Formen der Zusammenarbeit der SPD (und der CDU) mit der AfD zustande kommen, ob die GRÜNEN nun wollen oder nicht!
Wenn das nicht überzeugt, dann sollte man sich auf Seiten der GRÜNEN einfach mal klar machen, wie der Mehrheitsverhältnisse im Rat und seinen Ausschüssen tatsächlich bestellt sind. Die GRÜNEN sind doch schon lange in einer strategischen Defensive – ihre alten Themen (Umweltschutz, Naturschutz, saubere Straßen etc.) ziehen nicht mehr, sind nur noch auf den Resterampen verdorbener Waren von Interesse. Aber zu gestalten haben die GRÜNEN in Gelsenkirchen nichts mehr! Nichts und nochmal: NICHTS!
Ihnen bleibt ein Rückzug in Demut, eine freiwillige Selbstverzwergung, eine schöne Choreografie des eigenen Untergangs. Meine Empfehlung:
Auf eine Parkbank setzen, die Sterne und den Mond anschauen und einfach einmal tief seufzen und sagen:
Schön war es früher doch!
https://youtu.be/MLM1kygMta4?si=gyW3FAHQDE591j8z



