Heute u.a. mit der Frage:
Zufall, Schicksal oder Vorsehung?
Ist das jetzt Zufall, Schicksal oder Vorsehung gewesen? Oder die unerwartete Gleichzeitigkeit von Ereignissen, die im Kern nichts miteinander zu tun hatten? Oder gar Hexenwerk?
Denken wir doch einmal kurz an das NOCH, also an jenes kleine Wort, das Kloppo während der WM verwendet hat. „Nagelsmann hat die Mannschaft aufgestellt.“ Und dann ein nachgeschobenes „NOCH“! Das NOCH, von Kloppo als Moderator von MAGENTA verwendet, kam wie zufällig daher geplappert in die Wohnzimmer, direkt aus den Lautsprecherboxen. Das NOCH wurde als Unbotmäßigkeit gegenüber dem Bundestrainer gewertet, ein typischer Kloppo-Spruch – sozusagen. Der dadurch verstärkt wurde, dass sich Kloppo für die Verwendung auch noch entschuldigte. Eine, im Nachhinein gesehen, vergiftete Entschuldigung! Wenige Zeit später war klar, dass an Klopp als Bundestrainer kein Weg vorbeiführte. Nagelsmann gab seinen Rücktritt bekannt!
Und was passierte gleichzeitig?
Jens Spahn verkündete seine Vaterschaft via Inanspruchnahme einer amerikanischen Leihmutter. Die Empörung war mindestens so groß wie die nach dem jähen Absturz der Nationalmannschaft. Hatte man nicht an das Erreichen des Endspiels geglaubt, wie man auch Spahn seine Haltung gegen eine Leihmutterschaft geglaubt hatte? Und nun tutete Spahn die Bedeutung seines privaten Glücks in die Welt hinaus. Und Nagelsmann war, kommunikativ gesehen, einfach nur noch patzig. Ein kleiner, trotziger Junge, der er immer noch war!
Jetzt ging alles ganz schnell: Spahn trat vom Amt des Fraktionsvorsitzenden zurück, Nagelsmann trat vom Amt des Bundestrainers zurück. Die DFB-Spitze kam an Klopp nicht vorbei, Merz kam nicht daran vorbei, einen neuen Fraktionsvorsitzenden zu suchen. Kloppo musste (s)ein Team präsentieren (im Januar kommt noch Mertesacker dazu), Merz musste (s)ein Team präsentieren. Und kam dabei ein wenig ins Stolpern (Neubesetzung Verkehrsministerium). Kloppo scheint es egal zu sein, wer unter ihm DFB-Chef oder Bundesliga-Chef ist, Merz muss auf die gelegentlich störrische CSU, parteiinterne Widerstände und die manchmal kratzbürstige SPD Rücksicht nehmen – und auf die Entwicklung der Zustimmungswerte.
Klopp, jetzt kommen wir auf einige Unterschiede zu sprechen, ist von der Zustimmung der 80 Millionen Bundestrainer abhängig. Er wird Zustimmung erfahren, wenn die große Mehrheit dieser Bundestrainer spielerische Erfolge der Mannschaft sieht oder zu sehen glaubt. Merz muss seinen Laden zusammenhalten und aus dem Umfrage-Tief herauskommen. Und das gestaltet sich schon schwieriger! Der Umbau der Regierungsmannschaft mit Männern und Frauen führt nicht unbedingt zu kurzfristigen Erfolgen, die sich in Umfragewerten ausdrücken. Aber ein 1:0 für die Nationalmannschaft kann schon ´mal ein Feuer entfachen. Zumindest aber ein Feuerchen!
Es gibt aber noch einen wesentlichen Unterschied: Kloppo hat einen Vertrag bis 2030, Merz erst mal nur bis zur Bundestagswahl 2029!



