Heute u.a. mit der Frage:
Wir haben noch einige Millionen übrig: Was machen wir damit?
Na klar, natürlich ausgeben! Jedenfalls wenn es nach der oppositionellen SPD im Landtag zu Düsseldorf geht. Wofür?
Für die PISA-Gebeutelten?
Für die Armen aller Herren (und Damen) Länder, die bei uns ihr trauriges Dasein fristen?
Für eine Kunstinstallation mit dem Titel „Die leeren Taschen von Oberkassel, Niederkassel und Kaiserswerth“?
Für einen neuen Privatanleger für Yachten im Medienhafen?
Nein, weit gefehlt!
Die SPD ist bekanntlich seit gefühlt mehr als 2000 Jahren die Partei der Arbeiterklasse! Die Retterin der Gebeutelten und Geknechteten! Die Partei, die aus Zufall die Mehrheit an die CDU und die GRÜNEN im Landtag abgeben musste. Die Partei der Landeshauptstadt!
Und sonst! Und sonst?
Folgt man der WAZ-Lokalausgabe von heute, dann hat die SPD eine supi-dupi-sexy Idee gehabt: Der Partei mit dem längsten Bart der Weltgeschichte ist nämlich ganz plötzlich aufgefallen, dass man (genauer: die Landtagsabgeordneten) sich nicht ständig in den besseren Stadtteilen von Düsseldorf aufhalten, über die Königsallee schlendern und das eine oder andere Mitbringsel erstehen, sondern gelegentlich in die Tristesse der heimischen Wohnanlagen samt schönen Familienhäusern zurückkehren müssen, wo man bekanntlich auf die „Normalos“ trifft, die ihre Wohnquartiere aber so überhaupt nicht supi-dupi-sexy finden, sondern selbst die heimische Einkaufsstraße nicht mehr aufsuchen, weil es dort kaum noch etwas einzukaufen gibt – außer natürlich Handys, Süßigkeiten, Handys und Süßigkeiten und frisch gemangelter Bettwäsche! Jedenfalls ist das Warenangebot überschaubar, wogegen es an der Auswahl von Zuwanderern aus aller Welt keinen Mangel gibt. Die gibt es in Düsseldorf auch – aber da tragen sie gediegenere Kleidung!
Und weil das so ist, hatte die SPD eine knuffige Idee: Man könnte ja ´mal die Innenstadt aufhübschen: Schattige Flächen schaffen, Sitzgelegenheiten auch für Familien, den einen oder anderen Springbrunnen. Dann noch die eine oder andere Videokamera, damit das ganze Gedöns auch zukunftssicher und familienfreundlich wird! Und man sich wirklich wohlfühlt in der frisch geschrubbten Idylle!
Also alles ganz einfach, nicht wahr! Oder mit den Worten der SPD:
„Wir müssen unsere Innenstädte attraktiver, sicherer und familienfreundlicher machen.“
Zwei Fragen dazu:
Die SPD ist die „Zuspätkommer-Partei“. Fragt sich also, warum sie vor einiger Zeit einen entsprechenden Bürgerantrag mit konkreten Vorschlägen zur Attraktivitätssteigerung der Altstadt ohne jegliche Debatte mit den Antragstellern abgelehnt hat?
Und es ist zweitens zu fragen, warum die anderen Fraktionen im Rathaus ebenso untätig waren wie die Sozialdemokraten, die Partei mit dem ältesten Bart der Welt?
Aber jetzt, da die SPD die Spitzenkraft einer Vierer-Koalition in Gelsenkörki ist, wird sie den alten Antrag doch mal wieder auf die Tagesordnung setzen.
Oder täusche ich mich da?




Danke, Bernd! Verführerischer Duft von Kaffee und frischen Brötchen, dazu zwei Scheiben guten Gouda und dieser Text. Der Tag startet lustvoll.