Gemischte Früchte 13 (mit und ohne Sahne, fortlaufend)

Heute ´mal mit der Zahl 13

 Sie kennen bestimmt Freitag, den 13ten, nach dem Aberglauben ein Unglückstag! Oder die Wilde 13! Jedenfalls wenn Sie Jim Knopf und Lukas den Lokomotivführer kennen. Die treffen nach dem ersten Jim-Knopf- Band in der Fortsetzung auf Turtur, den Scheinriesen, der immer kleiner wird, je näher man ihm kommt und später Leuchtturmwärter auf Lummerland wird. Die 13 ist in unserem Kulturraum häufig negativ besetzt und gilt als Unglückszahl (Triskaidekaphobie). Sie ist eine Primzahl und liegt zwischen der 12 und der 14, steht mit dem Verrat des Judas in Verbindung und dem bösen Fluch der dreizehnten Fee im Märchen „Dornröschen“. In anderen Kulturen, etwa der jüdischen oder der Maya-Kultur, ist sie demgegenüber positiv besetzt. In unserem Alltagsverständnis eignet die 13 eine Ambivalenz. So steht sie etwa für einen Unglücksfall („Jetzt schlägt es aber 13“), der 13. Stock in einem Gebäude wird in Aufzügen nicht aufgeführt, die dreizehnte Reihe wird in Passagierflugzeugen ausgelassen, im Sozialgesetzbuch wird auf die Benennung des 13. Buches verzichtet. Aus der Reihe tanzt der deutsche Schlager, denn er macht um die 13 einen großen Bogen – vielleicht weil die 13 in die zumeist heile Schlagerwelt nicht passt.

In der Politik ist es mit der 13 so eine Sache. Die ambivalente Zahl möchte sich kein Kandidat in der Stichwahl ans Bein binden. Man weiß nicht, ob die Zahl Glück oder Pech bringt. Vielleicht merken die Kandidatin und der Kandidat erst nach der Wahl, ob sie eine Glückszahl gezogen haben oder ihnen doch das Pech an den Hacken hängt. Zumindest was die „öffentliche“ Unterstützung angeht, hat Frau H. die größere Zahl der Fürsprecher für sich gewonnen. Von der CDU über die FDP, von den Grünen bis zur Tierschutzgruppe – nahezu alle Spitzenkandidaten oder Bewerberinnen und Bewerber auf Listenplatz 1 sprechen sich für die Frau von der SPD aus. Die Unterstützer zeichnen sich – fast – alle dadurch aus, dass sie es kaum in Fraktionsstärke (mindestens drei Mitglieder) geschafft haben, die Hürde zur Fraktionsstärke zu nehmen, sondern als Einzelmandatsträger oder als Duo im Rat sitzen. Allesamt sind mehr oder weniger weit von den ominösen 5% entfernt, die aber keine Sperrklausel mehr darstellen. „Wer will noch ´mal, wer hat noch nicht!“ lautet die aktuelle Grenze, die aber an Bedeutung verloren hat. Und da kann man es schon kurios nennen, dass ausgerechnet zwei (in der Stadt unbedeutende) Splittergruppierungen die Gelegenheit nutzen, um sich mal wieder ins Gespräch zu bringen, ohne allerdings zu erläutern, wie ein Einzelmandatsträger (0,74 Prozent) in das Rad der Geschichte greifen will, indem er sich für Frau H. ausspricht. Das wird für immer und ewig sein Geheimnis bleiben!

Der Kandidat der AfD geht als Außenseiter ins Rennen um den OB-Posten – jedenfalls dann, wenn man die Liste der Unterstützer sieht. Allerdings: Gelsenkirchen gehört zu den wenigen Städten in NRW, in denen es ein Kandidat der Blauen überhaupt in die Stichwahl geschafft hat.

Noch ist nichts gewonnen und nichts verloren!

Material:

Turtur, der Scheinriese

 https://www.youtube.com/watch?v=vXOh_b8nago

0 0 Bewertungen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
Meine Daten entsprechend der DSGVO speichern
0 Kommentare
Nach oben scrollen
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x