EINMAL OHNE ALLES!
Özdemir (wie du mir, so ich dir) soll angeblich der Wahlsieger im „Ländle“ sein. Kann man so sehen – jedenfalls hat er 25000 Stimmen mehr geholt als sein Konkurrent, der auf den letzten Wahlmetern seinen Sieg selbst verhagelt hat. Die taz hat sich über den minister-präsidialen „Dschem“ auch schon ordentlich lustig gemacht, ein Foto veröffentlich, das ihn als ganz jungen Kerl zeigt und dazu, in Anspielung auf einen acht Jahre alten Videoausschnitt mit dem CDU-Kandidaten Hagel formuliert, der „Dschem“ sei doch mit seinen „rehbraunen Augen“ ein ganz hübscher Kerl gewesen.
Wobei wir nicht vergessen sollen (oder wollen?), dass der „Dschem“ auf seinen Plakaten nicht erwähnt hat, dass er für die GRÜNEN angetreten ist! War das ein Zeichen von Distanz oder Arroganz oder spießiger Bürgerlichkeit, mit dem er signalisieren wollte, dass er mit dem grünen Gedöns nicht (mehr) wirklich viel am Hut hat? Oder wollte er damit zeigen, dass er im Grunde eine weiße Leinwand ist, auf die man alles schreiben kann, solange es aussieht wie ein Stern aus Stuttgart!
Aber im Grunde ist mir das wurscht – oder wie es der Franzose sagt: „Ça m’est égal“. Denn das wirklich Wichtige ist doch etwas anderes. Nämlich: Das Abschneiden der SPD! Oder besser. Das unterirdische Abschneiden der Sozialdemokraten! Die haben es doch gerade so eben über die 5%-Hürde geschafft, sind an dem Kopf-über-Sprung in die Bedeutungslosigkeit entlang geschrammt und finden sich (beinahe) in einem Topf mit der EFFDEEPEE und der Partei von Frau Reichinnek wieder, die beide den Einzug in das Landesparlament NICHT geschafft haben!
Die alte Tante SPD ist nun genau an dem Punkt angekommen, an den sie gehört. Seit der Bundestagswahl (Stimmenverluste, Stimmenverluste!) lebt sie recht eigentlich auf dem Gnadenhof der CDU, hat aber immer noch so viel Erpressungspotential, um der CDU nicht nur Ministerämter abzutrotzen, sondern sich selbst über ihre wachsende Bedeutungslosigkeit hinwegzutäuschen. Oder glaubt hier tatsächlich noch jemand, Fritze Merz habe heute morgen Babsi Bas und Larsi Klingbeil angerufen, um die beiden Anführer der SPD zu fragen, ob die Koalition noch hält?
Ganz ehrlich: Denen ging doch der Arsch auf Grundeis, weil sie fürchteten, der Kanzler riefe an, um ihnen mitzuteilen, dass jetzt Schluss sei mit der Koalition und man doch lieber mit den Trampeln von der AfD die Zeit bis zur kommenden Bundestagswahl verbringen möchte. Und bei den vielen Wortbrüchen des Kanzlers käme es jetzt auf einen mehr doch auch nicht an!
Nein, das macht unser Fritze nicht, denn der hat sich und seine Truppe doch gefesselt mit der Nummer von der Brandmauer. Dabei ist es damit wie mit der DDR-Mauer von einst: Das Bauwerk sollte ja für eine Ewigkeit halten – und war doch endlich!
Und was die SPD angeht: Die beruft sich immer gerne darauf, die älteste demokratische Partei zu sein. Ja, sie ist schon sehr betagt. Alt eben. Und wie das halt mit Alten so ist. Manchmal ist ihre Zeit gekommen und der Sensenmann klopft an die Tür!
Warum soll das mit Parteien, die nicht lernfähig sind, anders sein?



