Das Ding mit der Kuh
Erinnern Sie sich noch ab das Ding mit der Kuh?
Nein, hier ist nicht die Reklame für eine bestimmte Schokolade mit Alpenmilch gemeint. Von der Milch gibt es im gesamten Alpenraum aber nur eine recht überschaubare Menge, so dass nicht in allen Täfelchen Milch aus den Alpen sein kann. Das mag auch der Grund dafür sein, dass die Hersteller der „Alpenmilchschokolade“, die Firma Mondelez, mit dem Hinweis wirbt „100 % Alpenmilch Schokolade“. Allerdings nennt die Zutatenliste Magermilchpulver, Süßmolkenpulver und Butterreinfett. Angaben zum Anteil an „Alpenmilch“ in der Schokolade sucht man aber vergeblich!
Deshalb schnell zurück zur Frage am Anfang!
Also zum Ding mit der Kuh!
Eine schwarz-bunte Kuh ziert das Cover des fünften Studio-Albums der Gruppe PINK FLOYD mit dem Titel „ATOM HEART MOTHER“. Das Album erschien am 9.10.1970. Aufgenommen wurde es im Verlauf mehrerer Monate in den Abbey Road Studios. Basis für die LP waren im Vorfeld komponierte instrumentale Passagen. Die LP, an deren Produktion neben PINK FLOYD selbst auch weitere Instrumentalisten und „klassische Musiker“ beteiligt waren, war die erste für Quadrophonie produzierte Platte der Gruppe und enthält das längste Einzelstück aller PINK-FLOYD-Studioaufnehmen: ATOM HEART MOTHER mit 23 Minuten und 43 Sekunden!
Die Kuh auf dem Cover des Albums Atom Heart Mother ist eine gewöhnliche Holstein-Kuh. Die britische Designagentur Hipgnosis fotografierte sie auf einer grünen Weide. Das Motiv sollte bewusst alltäglich und unspektakulär wirken, um von dem damaligen psychedelischen „Space-Rock“-Image der Band abzulenken.
Nun gelten Kühe im allgemeinen als durchaus friedliche Tiere, die wiederkäuend das Gras verspeisen, das sie „abgeerntet“ haben. Jedenfalls sind sie nicht unbedingt als „Aggro-Kühe“ bekannt und auf Kalendern mit den schönsten Tieren dieser Aggro-Spezies verewigt. Auch die PINK-FLOYD-Kuh vom LP-Cover macht einen eher friedlichen Eindruck. Sie dreht dem Betrachter der LP zwar ihr Hinterteil zu, ist aber genau in dem Moment mit der Kamera eingefangen, als sie sich zum Betrachter umwendet und ihn eher beteiligungslos anblickt. Man könnte meinen, die Kuh käme soeben von einem Festgottesdienst auf der Wiese! Von ihren Sünden befreit und geläutert!
Allerdings – auch das wollen wir hier nicht verschweigen – gibt es, etwa in den Alpen, durchaus auch Aggro-Kühe, die schon mal ganz gerne „ihr Revier“ gegen aufdringliche Eindringlinge in Gestalt menschlicher Wesen verteidigen wollen. Und da wird der eine oder andere Eindringling auch schon mal gerne kurzfristig auf die Hörner genommen.
Und nicht zuletzt die steigende Zahl alpiner Touristen trägt dazu bei, dass die Kühe sich in ihrer Ruhe gestört fühlen und ein wenig „aggro“ werden.
Zumindest kurzfristig!
Meine Empfehlung:
Natur und Landschaft genießen!
Und nicht an die Kuh packen!
Und nicht auf die Schokoladenwerbung reinfallen!



