Nachrichten aus der Schnatterzone einer Damentoilette auf einer Hochzeit
Angeblich (laut BILD jedenfalls) soll der Präsident der USA im Fitness-Studio gewesen sein, als JD Vance mit den Fusselbärten in Pakistan – also auf neutralem Boden, oder? – verhandelt hat. Nun wissen wir nicht genau, jedenfalls nicht ganz genau, worüber Vance verhandelt hat. Wir wissen nur, dass er Pakistan schon wieder verlassen hat, weil eine Einigung mit der Mullah-Regierung wohl aussichtslos erschien. Wenn wir TRUMP ernst nehmen wollen, dann müsste er spätestens heute den Befehl geben, die iranische Kultur auszulöschen, wie von ihm vor ein paar Tagen angekündigt. Schauen wir ´mal, ob es dazu kommt!?
Gemessen an dem Konflikt, der die Welt in Atem hält, ist die bundesrepublikanische Streiterei zwischen Frau Reiche und Herrn Klingbeil natürlich nur Geschnatter – ob auf der Damentoilette oder sonst wo! Nun könnte man auf die Idee kommen, die Zankerei zwischen den beiden Mitgliedern der Regierungsmannschaft (Klingbeil ist immerhin Finanzminister und Stellvertreter des Kanzlers, Frau Reiche ist Wirtschaftsministerin) sei lediglich ein inszeniertes Spektakel, das seine „Bedeutung“ dadurch bekommen hat, dass Kanzler Merz ein paar Stunden vorher die beiden Kontrahenten zur Mäßigung aufgerufen hat, weil eine öffentlich aufgeführte Streiterei zwischen einem Vize-Kanzler und einer Ministerin dem Ansehen der Regierung schadet.
Dieser Gedanke geht aber am Kern der Problematik meilenweit vorbei. Der Kern besteht nämlich in der Regierungsbildung selbst, zu der es nach der letzten Bundestagswahl gekommen ist.
Zur Erinnerung: CDU/CSU erzielten 28,6 % der abgegebenen Stimmen, die AfD 20,8%, die SPD rutschte auf 16,4% ab, und die GRÜNEN kamen auf 11,6%. Nun hatte sich der Kanzlerkandidat der CDU/CSU vor der Wahl mehrfach dazu treiben lassen, eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch auszuschließen. Eine Koalition mit den GRÜNEN war auf der Grundlage des schlappen Ergebnisses bei der Wahl nicht möglich. Die FDP fiel als Koalitionspartner weg. Und die Truppe von Frau Reichinnek bestach zwar durch deren Schnellsprecherei und die vielen Tattoos der Fraktionsvorsitzenden, hatte aber wenig Überzeugendes an politischen Ansätzen anzubieten. Folglich kam nur eine Koalition mit den abgestürzten Sozialdemokraten infrage. Die hatten zwar ihr schlechtestes Ergebnis seit der Verkündung der 10 Gebote durch Moses anzubieten, konnte den Fritze-Mann und seine Kolonne aber erpressen, weil denen eine Minderheitsregierung nicht in den Sinn kam und der Mann aus dem Sauerland wohl auch schon einigen Parteifreunden Versprechungen hinsichtlich lukrativer Posten (Staatssekretär, Aufstieg im Beamtenapparat etc.) gemacht hatte. Folglich setzte eine Operetten-Inszenierung ein. Und diese zeichnen sich zumeist durch die Auflösung aller Konflikte und gemeinsame Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung aus. Der berühmte Theaterdonner ist dabei die Begleitmusik. Aber alle Beteiligten wissen, das man ihn nicht ernst nehmen darf! Und so war eigentlich von Beginn der Koalition an klar, dass Streitereien vorprogrammiert waren, weswegen man im Koalitionspapier derlei Grundfragen auch auf die Seite geschoben hat („Das klären wir später noch!“).
Merz wollte unbedingt Kanzler werden – schon allein wegen einer späten Rache an Frau Merkel. Die SPD wollte nicht in Bedeutungslosigkeit versinken und hinter der AfD die kleinere Oppositionspartei sein, denn da sind ja auch Posten zu vergeben und Eitelkeiten zu befriedigen. So lässt sich ganz nebenbei auch erklären, warum die CDU/CSU der SPD so viele Ämter und Ministerposten zugesprochen hat, denn dem Anteil der bei der Bundestagswahl geholten Simmen entspricht die Vergabe von Ämtern an die SPD bei weitem nicht – sie sind ein Zugeständnis, das man machen wollte, um selbst den Kanzler zu stellen.
Hinter dem aktuellen Konflikt zwischen einer Ministerin und dem Vize-Kanzler stehen die grundsätzlichen Probleme – vom „Sondervermögen“ über die Migrationsthematik bis hin zur Aufrüstung. Diese grundsätzlichen Probleme werden alle aufgeschoben, in Arbeitsgruppen verlagert oder durch Kommissionen bearbeitet – ohne, dass Lösungen in Sicht sind!
Dabei fliegen Lösungen den Beteiligten manchmal auch einfach zu. UNION BERLIN („die Eisernen“, weil viele Mitglieder in den Gründungsjahren des Vereins in der eisenverarbeitenden Industrie Berlins tätig waren) hat in den Spielen nach der Winterpause erst zwei Siege eingefahren und sich jetzt entschieden, den Trainerposten an Marie-Louise Eta (34) zu vergeben und Steffen Baumgart zu entlassen. Ob das ein Modell für die gegenwärtige Regierung sein kann, wollen wir aber nicht behaupten.
Ach so: Die Überschrift ist übrigens ein Zitat von Dennis Scheck, dem Kritiker für und von Literatur. Scheck bezieht sich mit dem Zitat auf das aktuelle Buch von Ildikó von Kürthy über die Wechseljahre, das er, bildlich gesprochen, in die Tonne kloppt.



