Der letzte Samurai
Der letzte Samurai ist ein Spielfilm von Regisseur Edward Zwick und kam 2003 in die Lichtspielhäuser. Der Film spielt überwiegend im Kaiserreich Japan zwischen den Jahren 1868 und 1877 und hat als Hintergrund die Aufstände der Bushi.
Hauptfigur, gespielt von TOM CRUISE, ist der resignierte Offizier Nathan Algren, der an den Indianerfeldzügen General Custers teilgenommen hat und nunmehr als Alkoholiker sein Leben fristet und als Werbefigur für Repetiergewehre auftritt. Die Erinnerungen an die unter seinem Kommando getöteten Frauen und Kinder haben aus ihm einen gebrochenen Mann gemacht.
Algren gelangt nach Japan, wo er die japanische Armee unterrichten soll, die gegen abtrünnige Samurai antritt. Mit der Zeit lernt er als „Gefangener“ das Leben der Samurai, ihre Rituale und Gewohnheiten kennen und schätzen, schließt sich schließlich den Samurai an, als er zum nahezu perfekten Schwertkämpfer geworden ist. Er hat gelernt, das einfache Leben der Samurai zu wertschätzen und ihre Regeln zu verinnerlichen. In einer letzten Schlacht kämpft er an der Seite der Samurai und kehrt schließlich in das Samurai-Dorf zurück, wo ihn Taka, die Schwester Takumotos, den er in der Schlacht getötet hat, geduldig pflegt.
Aber uns soll heute nicht das alte Japan interessieren, sondern die Haltung der Samurai. Sie pflegen ihre tradierten Rituale, verweigern sich der heraufziehenden Moderne und kämpfen überwiegend mit den japanischen Schwertern. Das Katana ist ein leicht gebogenes Langschwert, das Wakizashi ist ein kürzeres Schwert und das Tanto ist ein messerähnliches Kurzschwert, das dem rituellen Selbstmord dient. Eingebunden sind die Samurai in ihre überlieferten Gewohnheiten und Zeremonien.
Aus heutiger Sicht würden wir sie „Modernisierungsverweigerer“ nennen. Sie sind so etwas wie asiatische „Romantiker“, die sich bekanntlich auch der Moderne, also dem Aufkommen der Frühindustrialisierung, verweigert haben. Wie sich die Romantiker dem Gebrauch der Maschinen und der Arbeit in den Fabriken verweigert haben, kultivieren die Samurai die Ablehnung von Feuerwaffen und reiten den modernen Kanonen mit gezogenem Samurai-Schwert entgegen.
Nun kann man dem Plot des Films und den Ritualen der Samurai durchaus Sympathie entgegenbringen – nicht zuletzt, weil wir vielleicht alle irgendwie dem „modernen“ Leben mit Skepsis oder sogar Ablehnung gegenüberstehen! Vielleicht finden wir die mit viel Liebe hergestellten Bekleidungsstücke der Samurai geschmackvoll und prächtig, und auch die – aus heutiger Sicht – archaischen Waffen und Uniformen mögen uns gefallen. Und auch die schlichte, zugleich aber auch raffinierte Kleidung der Frauen, die mit viel Aufwand hergestellt ist, mag uns gefallen.
Aber die Wirklichkeit, zudem die auf dem modernen Schlachtfeld, spricht doch eine andere Sprache. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass im Ukraine-Krieg eine der beteiligten Seiten noch mit Lanzen aus Bambus und Bögen aus Holz antritt? Nein, im wahren Leben haben wir davon längst Abschied genommen. Und das ist gut so!
Fragt sich allerdings, warum die GRÜNEN und Sozialdemokraten auf dem Schlachtfeld der politischen Auseinandersetzung noch mit Waffen aus dem Früh-Mittelalter antreten? Oder anders gefragt: Warum wirft man jetzt im Kontext des Antrags auf ein AfD-Verbot eine 1500 Seiten starke „wissenschaftliche Arbeit“ auf den Tisch, die (natürlich, natürlich!) von Verfassungsjuristen und Rechtsextremismus-Experten in einem Team von acht Menschen in „mehr als einem Jahr“ erarbeitet worden ist. Kommen die „Experten“ nicht reichlich spät mit ihrer sicher fundierten Erkenntnis?
Oder gibt es doch eher einen inhaltlichen Zusammenhang mit der geplanten Absetzung eines (stellvertretenden) Bürgermeisters und einer Ausschuss-Vorsitzenden? Man kann in der entsprechenden Ratsdebatte dann gerne ´mal, natürlich in Absprache zwischen der „Vierer-Bande“, aus dem Gutachten zitieren und den Antrag auf Absetzung des Bürgermeisters und der Ausschuss-Vorsitzenden „wissenschaftlich“ untermauern – wie es halt gerade so ins Konzept passt!
Schlimm daran ist vor allem eines: die Durchsichtigkeit des Manövers! Angefangen hat man mit der Empörung über die AfD-Putzaktion. Begleitet wurde die Empörung mit dem einen und anderen Leserbrief. Zudem sprangen kirchliche Würdenträger aus Gelsenkirchen den Protestierenden bei und erinnerten uns an die Menschenwürde. Dann wurde der Ruf nach Rücktritten immer lauter (wobei von Beginn an immer nur zwei Mandatsträger ins Schussfeld gerieten). Jetzt die Vorlage eines 1500-Seiten-Kompendiums, das aus zusammengestoppelten Zeitungsausschnitten, Reden, Interviews, Social-Media-Beiträgen, Parteiprogrammen und Publikationen aller Art besteht.
1500 Seiten, über ein Jahr Arbeit, ein Team von acht Leuten!
Und wahrscheinlich auch noch ohne Unterstützung durch KI!
Das muss ja der Hammer der Saison sein!
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