Das Fernsehen flutet mich mit Kriegs-Botschaften von Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Gustav Gressel, Friedrich Merz, Annalena Baerbock, Anton Hofreiter, Claudia Major, Robert Habeck, Markus Lanz, Nicole Deitelhoff, Sönke Neitzel, Lars Klingbeil, Boris Pistorius und und und und…..
Der letzte Friedenssommer wird an die Wand gemalt, die Wirtschaft soll auf Krieg umgestellt werden, die Gesellschaft soll Kriegstüchtig werden, man genehmigt sich ein, zwei Grundgesetzänderungen, widmet das Strategie- Diplomatie- und Politikversagen der letzten Jahrzehnte um zum größten Erfolg in der Menschheitsgeschichte, angeblich zunichte gemacht leider durch Soziopathen wie Trump-Putin-Xi-Jinping.
Ich schaue mir das mit einer Mischung aus Faszination und Grusel an und erinnere mich, wie ich vor 40 Jahren mit Marie-Cécile Duclercq die Gelsenkirchener „Aktion gegen Krieg“ filmisch begleitete.
„Nehmt die Wäsche von der Leine, der Zirkus kommt“ nannte ich diesen Film. Die technischen Rahmenbedingungen waren sehr schwierig, die Aufnahmen und der Originalschnitt sind verloren gegangen, erhalten geblieben ist ein Zeitdokument, das hohe Anforderungen an die heutigen Sehgewohnheiten stellt.
Einige der Protagonisten sind längst verstorben, manche heute bestimmt Verfechter der Eskalationsstrategie „As long as it takes – Das wird Russland vernichten“ – ich habe, nachdem ich mir diesen Film nach Jahrzehnten wieder angeschaut habe, Wehmut nach der „guten, alten Zeit“ – in der man neue Politik- und Protestformen probierte. Naiv. Voller Hoffnung.
Die Zyniker sind auf dem Ticket der Grünen durch die Institutionen marschiert, bestimmen heute den medial-politischen Komplex, erklären, finanziell abgepolstert, ihre Moral-Eskalationen zur politischen Einsicht in die Notwendigkeit um.
Manche von ihnen wechseln die Straßenseite, wenn sie mich sehen.
Das Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen würde sich freuen, wenn Zuschauer des Films, Informationen über die handelnden, darstellenden Personen geben könnten. Angaben mit Zeitangabe / Szenenbeschreibung zu den Protagonisten und deren Vita erwünscht unter: isg@gelsenkirchen.de
Szene 0:
Straßentheater mit Zirkus Zündschnur auf der Bahnhofstrasse — Aufstand der Clowns
Szene 1:
Straßentheater mit Zirkus Zündschnur auf der Bahnhofstrasse — Auftritt der Direktoren BigMäc und Bortsch
Szene 2:
Erweckung der Michel, Impressionen vom Zeltcamp vor dem Kreiswehrersatzamt
Szene 3:
organisatorisches im Camp, Beflaggung des Kreiswehrersatzamtes, Blockade des Amtes, Interview mit Wehrpflichtigen die zur Musterung wollen
Szene 4:
Musterung Wehrpflichtiger, Interview mit Chef des KWEAmtes, Polizeifunk im Mikrofon, Reflexionen der Akteure
Szene 5:
Pestzug durch Gelsenkirchen, Reflexionen über die Arbeit der AgK
Szene 6:
Reflexionen über Eigenverantwortung, Selbstanzeigen, zivilen Ungehorsam, Impressionen der Blockade der Raketenstation Jammertal, Selbstanzeige von Blockierern
Szene 7:
Sitzblockade, Polizei trägt Blockierer weg, Interview mit Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums
Szene 8:
Selbstanzeige der Blockierer, Blockade der Polizeistation, Hardhöhe Bonn
Szene 9:
Interview mit blockiertem Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums, Aufmarsch der Polizei, Diskussion mit Polizei
Szene 10:
Diskussion mit Polizei, Räumung der Blockade, Gefangenentransporter, Straßenmusik Laut & Lästig,
Szene 11:
Hubschrauber, Einkesselung der Demonstranten, Katz-und-Maus-Spiel, Räumung der Blockade
Szene 12:
Gespräch mit Demonstranten unter Polizeischutz,
Szene 13:
Gespräch mit Demonstranten, Straßenmusik
Szene15:
Interviews mit Demonstranten, Fragen zur Gewaltfreiheit, Militanz (Protagonisten: Rüdiger Donatz (+)
Szene 16:
Gedanken der Teilnehmer über Zukunft des Widerstandes, Spaltung der Friedensbewegung, Impressionen verschiedener Aktionen
Szene 17:
Perspektiven verschiedener Widerstandsformen, Waffen, Soldaten, Politiker, Abspann
https://magazin-herrkules.de/2025/03/28/die-blockade/


