Though this be madness, yet there is method in it (Shakespeare, Hamlet, II/2)
Luisa-Marie Neubauer hätte, als Familienangehörige des Reemtsma-Clans, sicher auch Karriere machen können als das Werbegesicht des Reemtsma-Tabak-Konzerns, wenn nicht Reklame für Zigaretten nahezu aus der Mode gekommen bzw. als Außenwerbung auf Plakaten, an Haltestellen oder bei Kinofilmen ohne Jugendfreigabe 2020 verboten worden wäre. Aber sie hat sich anders entschieden und ist stattdessen als Klima-Trulla das, wie es immer wieder heißt, „GESICHT“ der deutschen Klima-Kirche geworden und die prominenteste Vertreterin der hiesigen FFF-Bewegung.
Nun ist es um die FFF-Bewegung reichlich still geworden, denn die Kids wenden sich wieder Dingen zu, die in ihrem Leben wichtiger sind als das Klima. Also Dinge wie das neue iPhone oder Probleme wie die Internet-Anfälligkeit. Zudem übertönen die schrillen Fanfarenstöße deutscher Politiker zum Ukraine-Krieg die Klimalitaneien der „Fridays“, und auch die Klima-Kleber haben mittlerweile ein größeres Aufmerksamkeits-Potenzial als die Gefolgschaft der Heiligen Greta, die selbst eher in der „medialen“ Versenkung verschwunden ist.
Aber immerhin wird das „GESICHT“ von treuen Sympathisantinnen aus den Reihen der Öffentlich-Rechtlichen Propagandaabteilung immer mal wieder eingeladen. Und so durfte Luisa-Marie vor kurzem bei Frau Maischberger vorsprechen und ihre Unkenntnis zum Besten geben, was sie auch reichlich getan hat.
Und da hat sie uns also, nahezu ständig beim Reden mit beiden Armen gestikulierend und in hohem Ton der Erregung und auf ihrem Sessel dynamisch hin- und herschubbelnd, ein paar Psalmen aus ihrem Klima- und Energie-Märchenbuch vorgefiedelt:
So hat sie u.a. behauptet, Deutschland sei Stromexportland (Nettoexporteur) und bezöge keinen bösen Atomstrom aus Frankreich, und es gäbe seit dem deutschen Ausstieg aus der Atomenergie keine Energie-Probleme – und überhaupt und sowieso ist also takko!
Nun, blanker Unsinn bleibt blanker Unsinn, auch wenn er von dem „GESICHT“ vorgetragen wird. Die Bundesnetzagentur, die bekanntlich nicht in Verdacht steht, Opposition gegen die Ampel zu betreiben, hat die Zahlen für das II. Quartal 2023 veröffentlich. Und da sieht es, was den Stromimport und -export angeht, so aus: ***
„Nettoimporteur war Deutschland gegenüber:
Dänemark mit 2.473,0 GWh
Norwegen mit 1.303,5 GWh
Frankreich mit 1.272,7 GWh
Niederlande mit 1.131,7Gwh
Schweiz mit 702,6 GWh
Schweden mit 670,7 GWh
Tschechien mit 248,4 GWh
Belgien mit 240,3 GWh
Österreich mit 92,4 GWh
Polen mit 24,3 GWh
Abnehmerland des Stroms aus Deutschland war:
Luxemburg mit 842,6 GWh“***
Die Tendenz des Nettoimports hat sich fortgesetzt; der August war der importstärkste Monat bisher in diesem Jahr. Der Anteil des importierten Atomstroms lag bei 18%, der Anteil aus konventionellen Quellen (Kohle, Gas etc.) bei 28%.
Diese nüchternen Zahlen sind vor allem unter einem Gesichtspunkt interessant: Der Ausbau der „Erneuerbaren“ wird ständig vorangetrieben. Ob Deutschland aber auch in Zukunft auf Importe angewiesen sein wird, hängt nicht vom guten Willen ab oder von der installierten Nennleistung der „Erneuerbaren“, sondern von der Notwendigkeit, das europäische Verbundstromnetz stabil zu halten, was wiederum bedeutet, den Strom dann bereitstellen zu können , wenn er zur Verfügung stehen muss. Der Stromverbrauch ist aber nicht kontinuierlich auf gleichbleibendem Level, sondern ist Schwankungen unterworfen. Anders als etwa Gaskraftwerke können Wind und Sonne keinen gleichbleibenden Stromfluss gewährleisten (in Abhängigkeit von Witterung, Wetter und Tageszeit) und können auch nicht nach aktueller Anforderung herauf- oder heruntergefahren werden. Dazu die Bundesnetzagentur:
„Ein Grund für den grundsätzlich weiterhin erfolgenden Einsatz von Gaskraftwerken ist deren Flexibilität. Sie herunter- und wieder hochzufahren ist im Vergleich zu Kohle- und Kernkraftwerken in einer deutlich kürzeren Zeit möglich. Das bietet insbesondere Vorteile, wenn kurzfristig eine höhere Stromnachfrage bedient werden muss. Hilfreich und teilweise unentbehrlich sind Gaskraftwerke auch für die Netzentlastung (Redispatch) und zur Frequenzsicherung (Regelenergie). Die hohe Flexibilität zeigt sich in den Einspeisezeitreihen der Gaskraftwerke.“***
Mit solchen schnöden (technischen und physikalischen) Gegebenheiten setzt sich das „GESICHT“ wohl nicht gerne auseinander, und die schnöden Zahlen der Netzagentur hat Frau Neubauer wahrscheinlich nicht zur Kenntnis genommen, denn hätte sie dies, müsste man ihre Aussagen bei Maischberger als plumpe Unwahrheit (Lüge) bezeichnen, so kann sie sich immerhin auf Unkenntnis herausreden.
Nett ist natürlich, dass sie bei Frau Maischberger einfach mal so drauflosschwatzen kann und die Moderatorin, freundlich wie sie gegenüber dem „GESICHT“ nun mal ist, ihren Unsinn nicht einfach Unsinn nennt. Ob das wiederum aus Sympathie geschieht oder aus Unkenntnis? Oder weil sie dem „GESICHT“ einfach Glauben schenkt? Man könnte aber auch glatt auf den Gedanken kommen, das “GESICHT“ könne dereinst doch noch für Reemtsma-Zigaretten Werbung machen. Denn wenn man solche dreiste Unwissenheit auch noch im Fernsehen verkaufen kann, dann kann man auch den Glauben verbreiten, Rauchen stärke die Gesundheit, erhöhe das Lungenvolumen und verschaffe den Rauchenden einen Teint mit der Anmutung jugendlicher Frische!
ALSO: Für das „GESICHT“ 99 „ich-rede-mal-einfach-dummes-Zeug-und-Frau-Maischberger-nickt-dazu“- Punkte auf der 100-Punkte-GAGA-Skala!
Mein Vorschlag: Das „GESICHT“ verbringt auf Kosten der Firma Reemtsma einen vierzehntägigen „Kurlaub“ im Kloster eine Schweigeordens und muss den aktuellen Bericht der Bundesnetzagentur auswendig lernen und nach dem Kurlaub Robert Habeck vortragen!
***Bundesnetzagentur Quelle: https://www.smard.de/page/home/topic-article/444/210836
Neubauer bei „Maischberger“ :




Ein Lob auf gesunden unabhängigen Journalismus


Vielleicht hat sie auch nur Import mit Export, oder Brutto und Netto verwechselt. Das sind schließlich Fachdetails, deren Unkenntnis man nicht mal dem Wirtschaftsminister übel nimmt.
Luxemburg als „Abnehmerland“ wäre unnötig zu erwähnen. Das „Großherzogtum“ wird zu 100% aus dem deutschen Stromnetz versorgt. Eigenerzeugung ist unbedeutend, das Pumpspeicherwerk Vianden mit ca 1000MW Leistung ist direkt an das deutsche Netz angeschlossen. Nun warten wir mal ab wie die Situation sich in ca 2 Monaten darstellt, wenn das Wetter in Nordeuropa eher uselig und unangenehm wird und die umliegenden Länder ihren Strom selber brauchen um ihre Leute warm und beleuchtet zu lassen….